Als Azubi mehrere Hundert Euro im Jahr sparen

07. Januar 2016
Als Azubi mehrere Hundert Euro im Jahr sparen
Wie Azubis bei Handy, Versicherung und Strom sparen können

Am 1. August beginnt das neue Lehrjahr. Einige Verträge rund um den Haushalt müssen Azubis jetzt neu abschließen. Doch auch sie können mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

Mehrere Mobilfunkanbieter haben spezielle Tarife für junge Menschen im Programm. In der Regel gelten diese für Azubis, Schüler und Studenten bis zum Erreichen des 26. Lebensjahres. Darauf weist das unabhängige Verbraucherportal Verivox hin.

Sparen und doppelt surfen

Häufig würden solche Tarife 15 Prozent weniger Grundgebühr kosten bei verdoppeltem Surfvolumen. Bislang erhalten junge Kunden auch vergünstigte Smartphones oder Tablets. Allerdings sei ein Azubi-Tarif laut Verivox nicht automatisch das beste Angebot. Für die Tarifwahl sollte nicht der Zuschnitt auf eine bestimmte Personengruppe entscheiden, sondern der individuelle Bedarf. Vergünstigte Azubi-Tarife gibt es auch für die mobile Internetnutzung, seltener jedoch für den DSL-Anschluss zu Hause.

Azubis sparen bei richtigem Strom-Tarif

Doch nicht nur bei Mobilfunk-Tarifen können Azubis sparen, sondern auch beim Strom. So kommt in der ersten eigenen Wohnung auch der erste eigene Stromvertrag zustande. Wer selbst nichts unternimmt, bezahlt automatisch den teuren Grundversorgungstarif des örtlichen Stromversorgers. Je schmaler das Budget, desto wichtiger ist die Suche nach einer günstigen Alternative. An jedem Wohnort stehen durchschnittlich 155 verschiedene Anbieter zur Auswahl.

Stromrechnung lässt sich fast halbieren

Für einen Ein-Personen-Haushalt mit 1.500 kWh Jahresverbrauch beträgt der Preisunterschied zwischen der örtlichen Grundversorgung und den günstigsten Anbietern durchschnittlich 188 Euro oder 37 Prozent der Jahresrechnung. Das hat eine Verivox-Studie in den 200 größten deutschen Städten ergeben. In einigen Städten können Singlehaushalte ihre Stromrechnungen durch einen Anbieterwechsel sogar fast halbieren.

Ein Tipp von Verivox: Rechtzeitig vor Ablauf des Vertragsjahres die Kosten für das Folgejahr überprüfen. Ähnlich wie bei Handy und DSL-Verträgen machen bei vielen Energieversorgern die Bonuszahlungen im ersten Belieferungsjahr die Tarife attraktiv für den eigenen Geldbeutel.

Auch bei Krankenversicherung sparen

Schonen kann man diesen auch in puncto Krankenversicherung. Spätestens 14 Tage nach Beginn der Lehre müssen Auszubildende sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entschieden haben. Verivox weist darauf hin, dass sich die einzelnen Anbieter nach Leistungen und Preis unterscheiden. Der Zusatzbeitrag, der den Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen wird, schwanke je nach Krankenkasse zwischen 0 und 1,3 Prozent. Bei höheren Vergütungen könne der Unterschied aber schon rund 160 Euro im Jahr ausmachen.

Privat-Haftpflicht und BU sind Muss

Zum unverzichtbaren Grundschutz gehört laut Angaben von Verivox auch die Privathaftpflicht-Versicherung. Bis zum Ende der ersten Ausbildung seien junge Menschen jedoch über die Familienpolice der Eltern versichert, selbst wenn sie im Wohnheim, einer WG oder eigenen Wohnung leben würden. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sei ein Muss. Das Verbraucherportal rät, dass Azubis so früh wie möglich eine BU sollten, da mit dem Alter der Beitrag steige. Wer gesund sei, erhält den Vertrag leichter.

Treten erst Erkrankungen auf, können diese zu Preiszuschlägen oder zu Ausschlüssen im BU-Schutz führen. Teilweise ist ein Abschluss gar nicht mehr möglich. Der abgeschlossene Tarif sollte Azubis eine Absicherung von 1.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente erlauben. Vorsicht: Manche Anbieter würden Azubis nur allgemein gegen Erwerbsunfähigkeit versichern.

Vorteilhaft seien gute Nachversicherungsgarantien, damit die Azubis später die versicherte Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen können.

Volle Kostenkontrolle bei Bankgeschäften

Neben Versicherungstipps macht Verivox auch auf das Konto von Azubis aufmerksam. Das sollte kostenlos sein  – das heißt, dauerhaft ohne Grundgebühr und mit kostenloser EC-Karte. Einige Anbieter würden gleichzeitig auch keinen monatlichen Mindesteingang verlangen. Für junge Leute seien deshalb oft auch kostenlose Prepaid-Kreditkarten interessant, die sie vorab mit Guthaben aufladen. So behalten sie leichter den Überblick über ihre Ausgaben.

Vom langfristigen Vermögensaufbau wollen die meisten jungen Leute noch nichts hören. Als eiserne Reserve empfiehlt es sich trotzdem, das Drei- bis Vierfache eines Monatseinkommens auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Die Zinsen sind zwar im Keller, dennoch lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. Auf einem 2.000-Euro-Konto landen nach drei Jahren Lehre zumindest rund 60 Euro – bei gut verzinsten Konten. Bei anderen Anbietern gibt es keinen Cent. dzw

 

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