Arbeitszeugnis: Vorsicht vor wohlklingenden Äußerungen

Arbeitszeugnis
18. Februar 2016
Arbeitszeugnis: Vorsicht vor wohlklingenden Äußerungen
Positive Formulierungen verheißen nicht immer etwas Gutes

Arbeitnehmer haben Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Allerdings müssen sie genau hinschauen. Denn hinter vermeintlich positiven Formulierungen muss sich nicht immer was Gutes verbergen.

Dahinter stecken häufig schlechte Beurteilungen. Sie zu erkennen ist nicht leicht. Darauf verweist die Stiftung Warentest und macht die Verbraucher darauf aufmerksam, wie man zu einem möglichst guten Zeugnis kommt. In der kommenden März-Ausgabe von Finanztest werden die wichtigsten Aussagen und Tipps für ein gutes Arbeitszeugnis erläutert.

Zeugnis für Arbeitnehmer und Freiberufler

Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben sowohl Arbeitnehmer als auch freie Mitarbeiter. Idealerweise sollte es auf Firmenpapier gedruckt und in einwandfreiem Zustand sein, also ohne Korrekturen oder Eselsohren. Die Länge kann variieren und hängt auch davon ab, seit wann der Arbeitnehmer für das Unternehmen tätig war. Grundsätzlich gilt: Je ausführlicher, desto besser.

Das Zeugnis sollte individuell sein und nicht nur allgemeine Floskeln enthalten. Es muss den Werdegang des Mitarbeiters in dem Unternehmen widergeben und alle Tätigkeiten vollständig und korrekt beschreiben. Von vermeintlichen positiven Formulierungen darf man sich nicht blenden lassen:

Auf Widersprüche achten

"Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich" klingt zum Beispiel gut, heißt aber, dass der Mitarbeiter Probleme mit seinen Chefs hatte – denn bei einer tadellosen Bewertung hätten die Vorgesetzten an erster Stelle genannt werden müssen. Achten sollte man auch auf inhaltliche Widersprüche und Aussagen, die negativ ausgelegt werden könnten.

Wer mit dem Zeugnis unzufrieden ist, sollte schnellstmöglich das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. Verweigert er Änderungen, bleibt nur der Klageweg. Diese Möglichkeit führt jedoch nicht immer den gewünschten Erfolg, denn bei einem nur durchschnittlichen Zeugnis muss der Arbeitnehmer beweisen, dass er ein besseres verdient hat.

Auf der Webseite der Stiftung Warentest steht für Arbeitnehmer ein kostenloser Check des Arbeitszeugnisses zur Verfügung. dzw

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