Greifswalder Lehrstuhl heruntergestuft

Greifswalder Lehrstuhl heruntergestuft
Forschung und Lehre: Denominierung – was kommt nach Prof. Meyer?

Die Universität Greifswald plant, den Lehrstuhl (C4/W3) für Zahnerhaltung, Parodontologie und Kinderzahnheilkunde mit der Emeritierung des bisherigen Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. med. dent. Dr. h. c. Georg Meyer zu denominieren und als Oberarztstelle (W2) auszuschreiben.

Dazu liegt der DZW-Redaktion ein Schreiben der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK) an die Rektorin Prof. Dr. Johanna Weber vom November 2015 vor.

Darin äußert sich die VHZMK mit Präsident Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf besorgt über die Entwicklung an der medizinischen Fakultät der Uni Greifswald und schreibt: "Angesichts der essenziellen Bedeutung des Kernfachs Zahnerhaltung für die zahnärztliche Forschung und Lehre ist dieses Vorgehen aus Sicht der VHZMK nicht nachvollziehbar und ausdrücklich abzulehnen. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der bisherige Lehrstuhl für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie unter dem Ordinariat von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Meyer in allen durch den Lehrstuhl vertretenen Fachdisziplinen große nationale und internationale Anerkennung erfahren und so wesentlich zur wissenschaftlichen Exzellenz der Universität Greifswald beigetragen hat."

Zahnmedizinische Ausbildung und Forschung in Greifswald nicht beschädigen

Die VHZMK bat, dieser ungünstigen Entwicklung des Hochschulstandorts Greifswald besonderes Augenmerk zu widmen. Insbesondere sollte zur Regelung der Nachfolge von Herrn Prof. Meyer der Gefahr entgegengetreten werden, durch einen Verzicht auf die Neubesetzung des Lehrstuhls und der resultierenden Reduktion der Anzahl der Lehrstühle der Greifswalder Zahnmedizin die Leistungsfähigkeit der zahnmedizinischen Ausbildung und Forschung am Standort Greifswald nachhaltig zu beschädigen.

Biffar: vier Kernabteilungen sollen nicht verändert werden

In einer Stellungnahme des Dekanats der Uni Greifswald verwies der dazu von der DZW-Redaktion angeschriebene Prodekan Prof. Dr. med. Reiner Biffar darauf, dass die Fakultätsleitung seit Juni 2015 Prof. Dr. Max Baur innehabe. Dessen Einverständnis vorausgesetzt, wies er darauf hin, "dass in Greifswald insgesamt acht Professuren in der Zahnmedizin vorgehalten werden und durch die Neubesetzungen in dieser Zahl auch erhalten bleiben. Auch die vier Kernabteilungen mit ihren Zuständigkeiten, wie von der VHZMK beschrieben, werden nicht verändert", so Biffar.

Die Fächergruppe Zahnerhaltung werde in Greifswald weiterhin durch drei Professorenstellen vertreten, wie auch in den Diskussionen zur Approbationsordnung in der VHZMK vorgeschlagen wird. Biffar: "Die Denominationen wurden aufeinander abgestimmt. Im veröffentlichten Ausschreibungstext wurde bereits bekannt gegeben, dass die Leitung der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie, Kinderzahnheikunde und Endodontologie künftig bei der Zahnerhaltungsprofessur für Parodontologie liegt, die im Stellenplan der Fakultät mit einer W3-Stelle dauerhaft hinterlegt ist."

Das Schreiben der VHZMK verleite zu Missinterpretationen, da die zugehörigen Gremienbeschlüsse dort nicht berücksichtigt seien.

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