HDZ-Projektreise nach Asien und Indien

18. Mai 2015
HDZ-Projektreise nach Asien und Indien
Dr. Klaus Winter über seine Eindrücke und Erlebnisse

Um ein intaktes, soziales, karitatives, nachhaltiges Netzwerk aufrecht erhalten zu können, ist es wichtig, die Projektfortschritte und -erfolge regelmäßig zu überprüfen. Aus diesem Grund reiste Dr. Klaus Winter von der  Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) im Februar 2015 nach Vietnam, Indien und China. Unter der Überschrift „Lepra“ besuchte er verschiedene Projekte, die seit mehreren Jahren von der Stiftung unterstützt werden. Was er dabei erlebt hat.

Dr. Klaus Winter auf seiner Reise durch Asien und Indien (Foto: HDZ/Schubert)„Ich habe auf meiner Reise versucht, wache Augen und ein offenes Herz für die Nöte unserer Nächsten zu haben, um die HDZ-Hilfsbereitschaft für unsere Spender noch glaubwürdiger und transparenter zu machen“, sagt er.

Die erste Station war das Lepradorf Van Mon, zirka 80 Kilometer östlich von Hanoi gelegen. Hier versorgen fünf Rosary-Schwestern fast 700 meist betagte ehemalige Leprakranke, die durch die heimtückische Krankheit körperlich stark beeinträchtigt sind. Der HDZ-Besuch war mit der Einweihung eines Schwestern- und Ambulanzhauses, dem Lazarus-Haus, verbunden.

Zwei Flugstunden von Hanoi entfernt stand dann die offizielle Übergabe der Hotel- und Gastronomie-Berufsfachschule in Saigon (Ho Chi Minh City) an. Das Zentrum ist ein Gemeinschaftsprojekt von HDZ und Misereor und wird von dem Salesianer Francis van Hoi betreut, der als ehemaliger „Bootsflüchtling“ vor vielen Jahren nach Deutschland kam und hier das Kochhandwerk erlernte. Jetzt ist er gut situiert und möchte im Geiste Don Boscos seinen jungen Landsleuten helfen.

Zielgruppe des Projekts sind Jugendliche aus sozial schwachen, benachteiligten Familien – sei es vom Land oder aus der Stadt. Darunter auch Jugendliche mit Handicaps, Waisen und Schulabbrecher. Es werden pro Jahr 50 Auszubildende aufgenommen; in einer dreijährigen  dualen Berufsausbildung nach deutschem Vorbild werden insgesamt 150 Jugendliche auf ihren Beruf professionell vorbereitet.

150.000 Euro von insgesamt 400.000 Euro sind für Bau, Einrichtung und Ausstattung vom HDZ übernommen worden. Die Anschubfinanzierung und die laufenden Kosten für die ersten beiden Ausbildungsjahrgänge wurden mit 250.000 Euro veranschlagt. Diese werden in Raten von Misereor finanziert.

In China besuchte Winter drei Lepradörfer, die von Pater Roberto (SDB) betreut werden. Vor einigen Jahren hat das HDZ dort eine orthopädische Werkstatt finanziert, die heute jährlich 6.000 Paar Schuhe, individuell angepasst, für 42 Lepradörfer herstellt. Außerdem werden dort für frisch amputierte Leprapatienten Beinprothesen nach Maß gefertigt. Der HDZ-Vorsteher überzeugte sich davon, dass auch weiterhin diese notwendige Hilfe in einem scheinbar „reichen Land“ dringend benötigt wird, und stellte den dortigen Partnern nach dem ausgearbeiteten Finanzierungsplan eine Soforthilfe von 25.000 Euro zur Verfügung.

Die letzte Station der Inspektionsreise war Mumbai in Indien. Das vom Mediziner Dr. Pai geführte BLP (Bombai Leprosy Project) wird seit 1999 aus HDZ-Mitteln mit jährlich 20.000 Euro unterstützt.

Die verstorbene Conschwester im Lazarus-Orden, Dr. Louise Pannenburg-Stutterheim (Augenärztin), initiierte dieses Projekt seinerzeit für das HDZ. Das Institut beschäftigt sich mit der Früherkennung, der MDT und der physiotherapeutischen Behandlung von Lepra-Patienten.

Dabei ist das rechtzeitige Aufsuchen der Betroffenen in den ländlichen Gebieten um Mumbai eine große Herausforderung für die zahlreichen Mitarbeiterinnen.

Mehr als zwölf Stunden täglich an verschiedenen Tagen war Dr. Winter bei über 35 Grad Celsius in abgelegenen Gebieten unterwegs, um die vom HDZ geförderte Arbeit zu begleiten.

„Die vielen bewegenden Eindrücke und Erfahrungen, die ich auf dieser Reise sammeln durfte, habe mir erneut gezeigt, wie unermesslich wichtig die Arbeit des HDZ ist“, so Winter abschließend.

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