IDS 2013: Hightech-Trends und Innovationen – Gesundheitswirtschaft krisenresistent

Vor dem traditionellen Neuheitenrundgang gab es Statements von VDDI-Geschäftsführer Dr. Markus Heibach, VDDI-Vorstand Dr. Martin Rickert, Koelnmesse-Geschäftsführerin Katharina C. Hamma, BZÄK-Präsident Dr. Peter Enge und VDZI-Präsident Uwe Breuer
11. März 2013
IDS 2013: Hightech-Trends und Innovationen – Gesundheitswirtschaft krisenresistent
Weltleitmesse mit erstmals mehr als 2.000 Ausstellern weiter auf Erfolgskurs

Seit Dienstag ist die internationale Dentalwelt wieder zu Gast in Köln: Die 35. Internationale Dentalschau – IDS hat begonnen und ihre Pforten auf 150.000 Quadratmetern in den Deutzer Messehallen bis zum 16. März weit geöffnet. Die Weltleitmesse, auf der erstmals mehr als 2.050 Unternehmen aus 56 Nationen vertreten sind – insgesamt 1.400 Firmen kommen aus dem Ausland – rechnet in diesem Jahr mit mehr als 120.000 Fachbesuchern.

Die Dentalbranche schaut positiv in die Zukunft und blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2012. „Die neuesten Zahlen unserer Verbandsumfrage belegen ein gutes Exportgeschäft – unsere Exportquote liegt bei 55 Prozent – sowie leichte Zuwächse im Inlandsmarkt in 2012“, erklärt Dr. Martin Rickert, Vorsitzender des Vorstands des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI). „54 Prozent unserer Unternehmen rechnen im IDS-Jahr mit steigenden Umsätzen.“ Besorgt äußerte sich Rickert bezüglich des EU-Plans, eine große Anzahl an Medizinprodukten in die Hochrisikoklasse einzustufen. „Der erhebliche bürokratische Aufwand sowie finanziellen Belastungen führen vor allem klein- und mittelständische Unternehmen an die Belastungsgrenzen“, resümierte er.

Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), betonte ebenfalls die Krisenresistenz der Gesundheitswirtschaft, trotz allgemeiner Krise im Euroraum. Etwa 76.000 neue Arbeitsplätze würden laut einer Studie des Darmstädter WifOR-Instituts bis 2030 in Zahnarztpraxen, Dentallaboren und durch den Vertrieb von Dentalprodukten im Einzelhandel zusätzlich entstehen. „Die positive Prognose des Dentalsektors benötigt jedoch den Entschluss der Gesundheitspolitik, stabile Rahmenbedingungen zu setzen und innovationsfreudiger zu werden“, forderte Engel.

Uwe Breuer, Präsident des Verbands der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI), zog eine negative Bilanz bei den Umsätzen des Zahntechniker-Handwerks. Die seien 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent zurückgegangen. „Das durchschnittliche Einkommen der Zahntechniker im Jahr 2011 beläuft sich weiterhin auf nur 83,3 Prozent des Werts von 1992“, so Breuer. Der VDI dränge gegenüber der Politik auf eine Verbesserung der Preisentwicklung für Zahntechnik, um eine stärkere Orientierung an der Kosten- und Inflationsentwicklung zu erreichen. „Technologien, gleichgültig ob neu oder alt, können aber das theoretische und Anwendungswissen des Zahnarztes- und Zahntechnikers nicht ersetzen“, betonte Breuer  – auch wenn die Dentalwirtschaft eine Hightech-Branche sei. Dies verdeutliche auch die IDS 2013.

Wie Digitalisierung und innovative Computertechnologie Zahnmedizin und Dentalwelt nachhaltig verändern, zeigte bereits der traditionelle Presserundgang am Messevortag, der auch zu der verblüffend menschlich  wirkenden Roboterpatientin Simroid von Morita (Diezenbach, Halle 10.2, Stand R 40/S 49/S 51) führte. Sie kann mit ihrem Hightech-Innenleben sogar Schmerzen empfinden und dies dem Behandler mitteilen. Die Patienten-Androidin ist Teil eines neuen, interaktiven Ausbildungsprogramms für Zahnmedizinstudenten: Es simuliert Praxissituationen und trainiert neben dem Fachwissen auch die Kommunikationsstärke künftiger Zahnärzte für mehr Patientenzufriedenheit.

Die steht auch für Sirona (Bensheim, Halle 10., Stand N/O/P 10) mit dem neuen Gesichtsscanner „Facescan“ im Fokus. Der Scanner erfasst die Gesichtsoberfläche während eines Röntgenvorgangs laserfrei und überlagert sie mit den 3-D-Röntgendaten. Die 3-D-Gesichtsdarstellung erleichtere es dem Patienten, die Therapievorschläge zu verstehen, und vereinfache dem Zahnarzt künftig die Behandlungsplanung, da dieser dann die Weichteile bei chirurgischen oder kieferorthopädischen Eingriffen berücksichtigen könne.

Neues gibt es auch bei den Materialien und Werkstoffen. Die Vita Zahnfabrik (Bad Säckingen, Halle 10.1, Stand D 10, E 19) hat mit Vita Enamic eine neuartige Werkstoffgeneration mit zahnähnlichen Eigenschaften entwickelt: Aus dem neuen Material lasse sich ein Zahnersatz fertigen, der nicht nur natürlich aussehe, sondern sich auch wie ein natürlicher Zahn anfühle. Der Zahnersatz lasse sich schnell und einfach herstellen, sodass Patienten meist bereits innerhalb einer Sitzung versorgt werden könnten.

Neues gibt es auch bei den Schallzahnbürsten. Sonicare FlexCare Platinum, die neue Schallzahnbürste von Philips (Hamburg, Halle 11.3, Stand G 10/J 19), besitzt laut Hersteller einen neuartigen Bürstenkopf, dessen Filamente besondere Aufgaben übernehmen, unter anderem für eine besonders gute Entfernung von Plaque-Biofilm zwischen den Zähnen. Ein Drucksensor gibt dem Benutzer erstmals Rückmeldung, wenn er zu viel Druck beim Zähneputzen ausübt.