Intelligente Systeme passen sich dem Patienten an

Apollo Di: Das digitale Abformungs-System ist durch die kleine und leichte Kamera sowie den Touchscreen mit Multitouch-Steuerung intuitiv bedienbar.
11. März 2013
Intelligente Systeme passen sich dem Patienten an
Nachgefragt – Jeffrey Slovin, neuer CEO von Sirona Dental Systems

Am 20. Februar dieses Jahres hat Jeffrey Slovin (48) die Aufgabe des Chief Executive Officers der Sirona Dental Systems Inc. von Jost Fischer (58) übernommen, der dieses Amt und seine Funktion als Chairman des Aufsichtsrats zum 20. Februar 2013 abgegeben hat. Slovin ist bereits seit sieben Jahren im Unternehmen tätig, seit dem ersten Tag im Aufsichtsrat vertreten und leitete schon zu Beginn das USA-Geschäft des Unternehmens.

In den vergangenen beiden Jahren verantwortete Slovin als President von Sirona alle Geschäftsbereiche, die ihren Sitz in Bensheim haben. Zum 1. März 2013 bezog er sein neues Büro nun in der neuen Sirona-Zentrale in Wals bei Salzburg. Kurz vor der Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln gab Slovin in einem Interview Auskunft über seine Sicht auf verschiedene Trends und Innovationen.

Jeffrey SlovinDZW: Herr Slovin, Sie sind Amerikaner, Sirona ist heute ein an der New Yorker Technologiebörse notiertes, weltweit aktives Unternehmen. Welches Gewicht haben heute die verschiedenen Märkte für Ihr Unternehmen und welche Rolle spielt der deutsche Markt?
Jeffrey Slovin: Ich hatte das Glück, in meiner 14-jährigen Laufbahn im Dentalmarkt für den US-Markt und auch die anderen Geschäftsbereiche weltweit verantwortlich gewesen zu sein. Der amerikanische Markt ist mit 29 Prozent unser größter Einzelmarkt und daher selbstverständlich sehr wichtig.

Unsere weltweite Marktführerschaft verdanken wir unserem internationalen Wachstum in den vergangenen Jahren. Ein Erfolgsfaktor ist dabei die globale Vertriebs- und Serviceinfrastruktur, die es uns ermöglicht, jeden Markt vor Ort individuell zu betreuen.
Sirona ist in den vergangenen Jahren durch den Ausbau von Vertriebsgesellschaften in Märkten wie zum Beispiel der Türkei, Indien, Mexiko oder Südafrika stark gewachsen. Und das werden wir weiter so fortsetzen. Auch der asiatisch-pazifische Raum ist zum Beispiel ein Markt mit hohem Wachstumspotenzial, gefolgt von Südamerika. Derzeit arbeiten bei Sirona 3.000 Mitarbeiter an 25 Standorten weltweit und wir vertreiben unsere Produkte in mehr als 135 Ländern der Welt.

Deutschland ist unser zweitgrößter Einzelmarkt und ein sehr hochentwickelter Markt, was den Stand der Zahnheilkunde anbelangt. 1.400 Mitarbeiter arbeiten am größten Produktionsstandort der Dentalindustrie in Bensheim, dem Herzstück unseres Unternehmens. Wir arbeiten hier sehr eng mit den Zahnärzten und Zahntechnikern zusammen und bekommen direktes Feedback vom Markt. Ein Vorteil, denn deutsche Zahnärzte sind besonders kritisch und legen damit die Messlatte für unsere Produktentwicklungen am Markt sehr hoch.
 
DZW: Die ganze Dentalwelt redet über „digital dentistry“ und „full digital workflow“. Schaut man in deutsche Praxen, richtet sich das Interesse dort noch vor allem auf digital imaging und Cerec. Wie schnell wird sich der Wandel hin zur digitalen Praxis vollziehen?
Slovin:
Sirona treibt die Entwicklung der digitalen Zahnheilkunde seit drei Jahrzehnten kontinuierlich voran. Wir sind der Vorreiter am Markt. Wenn man einen Blick in die Praxen deutscher Zahnärzte wirft, so sieht man, dass sich Cerec bereits stark etabliert hat und die digitale Bildgebung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auf die Frage, wie schnell sich der Wandel hin zur digitalen Praxis vollziehen wird, muss man sagen, dass es sich um einen kontinuierlichen und stetig voranschreitenden Prozess handelt. Weltweit vertrauen bereits viele Zahnärzte und Zahntechniker auf unsere Produkte aus der digitalen Zahnheilkunde und es werden jeden Tag mehr. Mit unseren aktuellen Innovationen beschleunigen wir den Prozess der Digitalisierung zusätzlich. Immer mehr Zahnärzte teilen die Ansicht, dass digitale Arbeitsabläufe einen Mehrwert schaffen – nicht nur für Zahnärzte und Zahntechniker selbst, sondern auch für die Patienten. Und es gibt auch in Zukunft weiterhin noch Luft nach oben. Die Durchdringung des Marktes wird von Sirona deshalb weiter vorangetrieben werden.

DZW: Wo sehen Sie dabei die Bedürfnisse der Zahnärzte und Zahntechniker? Und was bietet Sirona dazu an?
Slovin:
270 Wissenschaftler und Ingenieure von Sirona haben den Zahnärzten und Zahntechnikern zugehört und sind mit 25 Produktinnovationen in Hardware, Software und Materialien auf deren Bedürfnisse eingegangen. Die Spannweite reicht von einem kleinen, aber revolutionären Materialblöckchen bis hin zu einer neuen Behandlungseinheit. Zahnärzte und Zahntechniker profitieren davon, dass unsere Mitarbeiter seit vielen Jahren eng mit den Spezialisten zusammenarbeiten und den Markt gut kennen. Deshalb zielen alle unsere Innovationen auf optimierte Behandlungsabläufe, integrierte Produktlösungen, beste Behandlungsergebnisse sowie mehr Komfort, Sicherheit und Zeit- und Kostenersparnis ab.

Der Trend geht eindeutig dahin, dass sich nicht mehr der Patient auf die Technologie einstellen muss, sondern umgekehrt – die Technologie passt sich dem Patienten an. Das Schlüsselwort lautet intelligente Systeme. Diese kommunizieren untereinander und machen die Behandlung dadurch sicherer, schneller und effizienter – sowohl für den Patienten als auch für den Zahnarzt. Damit beginnt ein neues Zeitalter der Zahnheilkunde: die Ära des virtuellen Patienten.

DZW: Sirona war und ist in vielen Bereichen der Praxisausrüstung Technologie- und Markttreiber. Welche neuen Produkte gibt es hier zur IDS?
Slovin:
Ein besonders wichtiges Thema – nicht nur für Sirona, sondern für die Zahnmedizin insgesamt – ist die digitale Abformung: Sie ist der Ausgangspunkt für einen einfachen, schnellen sowie klinisch und hygienisch optimalen, digitalen Workflow zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor.

Zusätzlich zu Cerec mit den beiden „best in class“ Kameras Cerec Omnicam und Cerec Bluecam präsentiert Sirona hierfür nun die besonders preiswerte Apollo Di. Das digitale Abformungs-System ist durch die kleine und leichte Kamera sowie den Touchscreen mit Multitouch-Steuerung intuitiv bedienbar. Kombiniert mit dem bewährten Sirona Connect Workflow und einem günstigen Anschaffungspreis ohne spätere Lizenzkosten oder Gebühren wird Apollo Di zum wirtschaftlichsten Abformsystem am Dentalmarkt.
Für Zahnärzte, die Chairside-Restaurationen anbieten wollen, sind die beiden Cerec-Kameras und die drei Cerec-Schleifeinheiten nun in drei verschiedenen Paketen – Classic, Advanced und Premium – erhältlich.

Eine Reihe von Innovationen, die Sirona auf der IDS 2013 präsentiert, spart Anwendern Zeit und verbessert den Workflow des Behandlungsprozesses – so beispielsweise der virtuelle Artikulator in der neuen inLab- und Cerec-Softwareversion 4.2: Mithilfe dieser Funktion simuliert die Software die Kieferbewegungen des Patienten und ermöglicht dem Anwender so, neben den statischen auch die dynamischen Kontaktpunkte der Zähne zu ermitteln. Bei Bedarf können Restaurationen so noch vor dem Ausschleifen angepasst werden, um die okklusale Passgenauigkeit zu optimieren und die Nachbearbeitung zu verringern. Im Bereich Behandlungseinheiten bringt Sirona ebenfalls Innovationen auf den Markt: Teneo, die Innovationsklasse bei Sirona, überzeugt durch integrierte Workflows und zeigt jetzt bei endodontischen Behandlungen den ApexLocator auf dem Sivision-Bildschirm an.
 Bei allen radiologischen Indikationen ist eine hohe Bildqualität für eine zuverlässige Befundung wichtig. Aus diesem Grund ist jetzt in der gesamten Produktfamilie aus dem Bereich Röntgen HD-Bildqualität verfügbar.

DZW: Welche Erwartungen und Perspektiven in Bezug auf den Dentalmarkt verbinden Sie mit dieser IDS? Wo sehen Sie international die treibenden Märkte in Bezug auf die Technologie oder aufstrebende Märkte, in denen sich eine moderne Zahnmedizin gerade etabliert?
Slovin:
Sirona ist Marktführer im Dentalmarkt. Dass wir uns darauf aber nicht ausruhen, sondern stetig an der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen arbeiten, das zeigen wir mit unseren 25 Innovationen auf der IDS. Wir laden Zahnärzte wie Zahntechniker zu einer Reise durch die Praxis und das Labor der Zukunft ein. Wir zeigen, dass wir vorausdenken und die Entwicklung in der Zahnheilkunde vorantreiben. Aufstrebende Märkte, in denen sich die moderne Zahnmedizin gerade etabliert, sind Asien und Südamerika. Hier sehen wir großes Potenzial.

DZW: Sie haben jetzt zwei Jahre in Bensheim gearbeitet, dort lebt auch Ihre Familie. Jetzt haben Sie Ihr Büro in Salzburg bezogen, nicht in den USA. Warum?
Slovin:
Sirona ist ein globales Unternehmen und deshalb werde ich viel Zeit in unseren Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt verbringen. Ich werde sowohl in meinem Büro in Salzburg als auch in Bensheim und New York sein, das ist die Aufgabe eines Vorstandsvorsitzenden. Ich möchte nahe an unseren Mitarbeitern, Kunden, Händlern und Investoren sein, um ihre Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen. Am Standort in Salzburg ist unser weltweites Vertriebs- und Marketingteam angesiedelt, Abteilungen, die die Anforderungen des Marktes kennen und besonders nahe am Kunden sind. Deshalb ist es mir wichtig, mich mit ihnen auszutauschen und in Kontakt zu stehen.