Mobbing am Arbeitsplatz: Was Betroffene tun können

Mädchen vor Laptop
28. April 2017
Mobbing am Arbeitsplatz: Was Betroffene tun können
Tipps vom Verband Pro Psychotherapie

Sehr viele Arbeitnehmer fühlen sich auf der Arbeit gemobbt. Wie hoch die Dunkelziffer tatsächlich ist, ist unklar. Wie sich Betroffene verhalten können.

Die dem schnellen Wandel ausgesetzte Arbeitswelt bringt Menschen immer häufiger in Situationen, denen sie sich nicht mehr gewachsen fühlen. Belastungen, die sich aus den veränderten Arbeitsbedingungen ergeben, stellen einen Nährboden für Konflikte dar. In diesem Zusammenhang kommt es auch immer wieder zu Mobbing. Darauf weist der Verband Pro Psychotherapie hin. Dummen Sprüchen, Beleidigungen und Provokationen könne man im Betrieb nicht immer aus dem Weg gehen.

Wie Mobbing definiert ist

Besonders dann nicht, wenn diese Schikanen von Kollegen kommen, mit denen man täglich zusammenarbeiten muss oder gar vom Vorgesetzten, dessen Weisungen zu befolgen sind. Um von Mobbing sprechen zu können, muss das Mobbingopfer laut Definition mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von einem halben Jahr hinweg psychisch oder physisch drangsaliert werden. Der Verband verweist weiterhin darauf, dass Zahlen belegen, dass jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter mindestens einmal im Verlauf ihrer Erwerbstätigkeit gemobbt wird. Das Mobbingrisiko von Frauen liegt um 75 Prozent höher als das von Männern.

Was als Mobbing gilt

Kontakt- und Informationsverweigerung, Angriffe auf das Ansehen und die Leistungsfähigkeit sowie die Androhung sexueller oder körperlicher Gewalt zählen zu den typischen Verhaltensweisen des Mobbers. Je nach Hierachieebene und Offensichtlichkeit werden laut Pro Psychotherapie die verschiedenen Mobbingarten Bossing, Staffing und Straining unterschieden. Da Mobbing in erster Linie eine Stressbelastung darstellt, rufen alle Formen bei von Mobbing betroffenen Personen körperliches und seelisches Unwohlsein oder chronische Krankheiten hervor.

So würden Mobbingopfer unter Angespanntheit, Schlafstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Depressionen leiden. Wie der Verband weiter mitteilt, gibt es verschiedene Verhaltensstrategien für Mobbingopfer, um den Schikanen ein Ende zu setzen. Ein erster Schritt sei ein klärendes Gespräch mit dem Mobber.

Sollte der Betroffene nicht in der Lage sein, die Situation eigenständig zu meistern, können firmenintern Kollegen oder der Betriebsrat Hilfestellung leisten. Auch außerbetriebliche Unterstützung durch Freunde, Selbsthilfegruppen oder verschiedene Coaching-Ansätze können Erfolg bringen. Wenn die Belastung jedoch zu groß wird, sollte eine psychologische Beratung in Anspruch gezogen werden. dzw

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