Neue Perspektiven im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Frau mit Wasserglas und Antibiotika
26. April 2017
Neue Perspektiven im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen
Entwicklung neuer Therapien

Das Problem mit den Antibiotika-Resistenzen wird zunehmend drastischer. Die Universität Göttingen hat nun einen neuen Ansatz gefunden, diesem Problem Herr zu werden.

Viele gefährliche Krankheitserreger sind heute gegen eine Reihe von Antibiotika resistent. Daher ist die Suche nach neuen Wirkprinzipien und Wirkstoffen zur ihrer Bekämpfung ein zentrales Anliegen der mikrobiologischen Forschung.

Entwicklung neuer Therapien

In einer Pressemitteilung macht die Universität Göttingen darauf aufmerksam, dass sogenannte "essentielle Funktionen" von Erregern für die Entwicklung neuer Thearpien von großer Bedeutung sind. Dies seien Funktionen, ohne die ein Bakterium nicht überleben könne. Viele Erreger, die schon Resistenzen gebildet haben, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus MRSA, besitzen ein essentielles Signalmolekül, das sogenannte zyklische di-AMP. Ein von der Universität Göttingen geführtes Forscherteam hat nun erstmals beschrieben, warum dieses Molekül so bedeutsam ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science Signaling erschienen.

Kontrolle des Kaliumhaushaltes

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Professor Dr. Jörg Stülke vom Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen haben gezeigt, dass das zyklische di-AMP zentral für die Kontrolle des Kaliumhaushaltes im Bakterium ist. In jeder lebenden Zelle ist Kalium das mit großem Abstand häufigste positiv geladene Metallion, und es ist für viele zelluläre Prozesse unverzichtbar.

Das Signalmolekül steuert nicht nur die Bildung der Kaliumkanäle, die das Ion aufnehmen, sondern auch deren Aktivität. "Besonders bemerkenswert ist dabei, dass das Molekül hierzu sowohl an Eiweiß- als auch an RNA-Moleküle binden kann, um zelluläre Funktionen zu steuern", sagt Stülke. Für ihre Untersuchungen nutzten die Wissenschaftler das harmlose Bakterium Bacillus subtilis, das mit dem gefährlichen Krankheitserreger Staphylococcus aureus MRSA eng verwandt ist.

"Wir schließen aus unseren Befunden, dass die Synthese des zyklischen di-AMP ein wichtiger neuer Angriffspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente sein wird", so Stülke. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Verbundes arbeiten nun drei Göttinger Arbeitsgruppen daran, die Synthese des zyklischen di-AMP besser zu verstehen und auf der Grundlage dieses Wissens neue Wirkstoffe zu finden. dzw

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