OTC-Medikamente: Selbstmedikation ist Frauensache

30. September 2015
OTC-Medikamente: Selbstmedikation ist Frauensache
Studie zu Geschlechtsunterschieden bei Medikation von Frauen und Männern

Mal eben ein Aspirin oder eine Ibuprofen. Bei der Selbstmedikation ticken Frauen und Männer völlig unterschiedlich. Das hat eine Studie ergeben. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen beiden Geschlechtern.

In Sachen Selbstmedikation haben Frauen die Nase vorn. Während 80 Prozent der Frauen im Krankheitsfall stets versuchen, sich zunächst mit rezeptfreien Medikamenten selbst zu helfen, liegt der Anteil bei Männern mit 64 Prozent deutlich niedriger. Das sind die Ergebnisse der Studie "Customer Journey für OTC Produkte" des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov.

OTC steht dabei für "over the counter" und ist die Bezeichnung für nicht apothekenpflichtige Arzneimittel, die gleichzeitig nicht verschreibungspflichtig sind.

Frauen informieren sich eher

Im Umgang mit dem Thema Gesundheit seien Frauen mit 23 Prozent eher informierter und souveräner als Männer. Diese seien dagegen eher bequem, nachlässiger und desinteressierter. Auch hinsichtlich des Informationsverhaltens bezüglich rezeptfreier Mittel und Medikamente seien deutliche Geschlechtsunterschiede erkennbar. Der Studie zufolge würden Frauen sich mit 72 Prozent am häufigsten vom Apotheker beraten lassen. Männern ist mit 77 Prozent die Empfehlung eines Arztes wichtig.

Frauen achten auf Marke

"Für das OTC-Marketing kann daraus geschlossen werden, dass die Ansprache vordergründig an Frauen gerichtet sein muss. Aus unseren qualitativen Untersuchungen geht zudem hervor, dass Frauen häufig sowohl für sich als auch ihre Partner einkaufen", sagt Ella Jurowskaja, Consultant im Bereich Healthcare bei YouGov.

Auch die Marke beim Kauf von rezeptfreien Medikamenten sei für Frauen wichtig: 15 Prozent von ihnen geben an, eine Bekannte und vertrauenswürdige Marke sei für sie von extrem wichtiger Bedeutung.

Einstimmig bei Verpackung

Hingegen würden laut Studie nur neun Prozent der Männer der Marke eine solche Bedeutung zumessen. Hinsichtlich der Verpackung scheinen sich beide Geschlechter jedoch einig zu sein. So geben 49 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen an, dass sie eine ansprechende Verpackung nicht benötigen.

"An dieser Stelle muss man jedoch vorsichtig sein. Auch wenn die Konsumenten angeben, dass die Verpackung von nachrangiger Bedeutung sei, so ist sie doch das wichtigste Kommunikationsinstrument im Regal", so Jurowskaja.

Wie die Studienergebnisse weiter verdeutlichen, zeigen sich auch deutliche Geschlechtsunterschiede bei der Betrachtung des Kaufverhaltens verschiedener OTC-Produkte. Frauen würden häufiger aus den Bereichen Anti-Aging, Angst, Unruhe und Einschlafstörungen, Tiergesundheit, Frauengesundheit, Homöopathie sowie Niere und Blase kaufen.

Zahngesundheit dominiert bei Männern

Männer hingegen kaufen laut Studie häufiger Produkte aus den Bereichen Sexualität, Sportlerbedarf, Erkältung und Immunsystem, Herz, Kreislauf und Gefäße, Männergesundheit und Zahngesundheit und Mundhygiene. Am häufigsten werden aber sowohl von Frauen als auch von Männern Produkte für Erkältung und Immunsystem gekauft. Hier sind sich Mann und Frau bei der Produktwahl dann auch wieder einig. Für jeweils 17 Prozent steht ACC akut auf Platz 1.

Studie liefert Handlungsempfehlungen

Insgesamt liefert die Studie detaillierte Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für Marketingmanager und Vertriebsleiter von Pharma-Konzernen, Apotheken und Händlern von OTC-Produkten. Weitere Informationen zur Studie gibt es auf der Webseite von YouGov. cle/dzw

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