Schrader: Zahnreport 2017 zeigt akuten Handlungsbedarf

27. April 2017
Schrader: Zahnreport 2017 zeigt akuten Handlungsbedarf
FVDZ fordert eine Reform der Parodontalbehandlung in der GKV

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat auf die Präsentatione der Barmer-Studie "Zahnreport 2017" reagiert. Die heute im Zahnreport 2017 in Berlin veröffentlichten Zahlen zeigten deutlich, dass viele Patienten erst spät, manchmal zu spät, eine Parodontitis-Therapie in Anspruch nähmen. Zudem breche eine Vielzahl der Patienten die Therapie vorzeitig ab.

"Der Zahnreport macht erneut den akuten Handlungsbedarf hinsichtlich der Parodontitistherapie deutlich, denn Parodontitis gehört zu den zahnmedizinischen Haupterkrankungen in Deutschland", sagte der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ), Harald Schrader, zu den Ergebnissen des aktuellen Barmer Zahnreports. "Der Gesetzgeber ist am Zug, um möglichst schnell eine Reform der Parodontalbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung umzusetzen."


Harald Schrader: „Der Gesetzgeber ist am Zug, um möglichst schnell eine Reform der Parodontalbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung umzusetzen.“
(Foto: Kornelia Danetzki)


Der FVDZ setze sich dafür ein, Therapiemaßnahmen wie die Unterstützende Parodontitistherapie (UPT) in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Für den FVDZ-Bundesvorsitzenden ist die UPT eine Therapieergänzung, die den Heilerfolg langfristig sichert.

Anreizsysteme analog zum Zahnersatz und zur Füllungstherapie

"Es muss sichergestellt sein, dass jeder Patient Zugang zu moderner Zahnheilkunde bekommt", betonte Schrader. "Wenn durch die gesetzliche Krankenversicherung bestimmte Leistungen nicht bereitgestellt werden können, muss es für die Patienten die Möglichkeit geben, sich eigenverantwortlich den Zugang zu einer modernen Therapie verschaffen zu können, ohne den Anspruch auf die Grundleistung aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu verlieren. Hier müssen neue Formen von Anreiz- und Selbstbeteilungsmodellen geschaffen werden."

Beispielhaft dafür sind Zahnersatz und Füllungstherapie. "Wenn die Solidargemeinschaft überfordert ist, muss der Patient gemeinsam mit seinem Zahnarzt über die beste Therapie entscheiden können", sagte Schrader.

Zahnreport 2017
Der Zahnreport 2017 beschreibt die Therapie der „Volkskrankheit“ Parodontitis im Versorgungsalltag von Zahnärzten. Mit den Ergebnissen der Studie soll auf Verbesserungspotenziale hingewiesen werden. Im Zahnreport 2017 zeige eine erstmalige Verknüpfung medizinischer und zahnmedizinischer Abrechnungsdaten die Bedeutung von Diabetes für die Parodontitis-Therapie. Das PDF des Zahnreports 2017 ist auf barmer.de einsehbar.

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