Endodontologie

Diagnostik und Therapie

Besondere Wurzelformen bei Weisheitszähnen

 Fotodokumentation und Anmerkungen zur Praxis von Dr. med. dent. Dr. scient. med. Philipp Plugmann, MSc, MSc, MBA  Die besondere Anatomie der Wurzelspitzenformen von Weisheitszähnen und die Strukturen der Wurzeln können zu einem erhöhten Risiko von Wurzelfrakturen bei deren Entfernung führen.
Plugmann

Die besondere Anatomie der Wurzelspitzenformen von Weisheitszähnen und die Strukturen der Wurzeln können zu einem erhöhten Risiko von Wurzelfrakturen bei deren Entfernung führen.

Bildgebende Verfahren
Für die zahnärztliche Diagnostik und Therapie in Zusammenhang mit Weisheitszähnen stehen grundsätzlich analoge und digitale Techniken zur Verfügung. Dabei kann man zwischen intraorale Aufnahmen (Röntgenfilm oder Sensor) und extraorale Aufnahmen (Orthopantomogramm, digitale Volumentomographie – DVT) oder Computertomographie (CT) unterscheiden.
Die extraoralen Aufnahmen ermöglichen in risikoreichen Fällen, die kritischen topographischen Informationen (wie Nerven, Nasennebenhöhlen und die Lagebeziehung zu Nachbarzähnen) zu diagnostizieren. Bei risikoreichen chirurgischen Fällen der Weisheitszahnentfernung kann somit eine dreidimensionale Darstellung sinnvoll sein [2].

Komplikationen bei der Entfernung von Weisheitszähnen

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) führt in ihrer Leitlinie folgende Komplikationen bei der Weisheitszahnentfernung auf:

• Schädigung sensibler Trigeminusäste,
• postoperative Infektionen,
• Schädigung des benachbarten zweiten Molaren,
• Kieferfraktur,
• perioperative Blutungskomplikationen,
• anästhesiebedingte Schädigungen,
• postoperative Schwellung und Schmerzzustände.

Chuang et al. [1] kamen in ihrer Studie aus dem Jahr 2007 über postoperative Komplikationsraten bei Weisheitszahnentfernungen auf bis zu 19 Prozent. Bei dieser prospektiven Kohortenstudie umfasste die Untersuchung 4.004 Patienten mit insgesamt 8.748 entfernten dritten Molaren (sogenannte Weisheitszähne). Das Durchschnittsalter der untersuchten Patienten betrug 39,8 +/– 13,6 Jahre, davon 245 Patienten (6,1 Prozent) 25 Jahre oder jünger. Neben der Feststellung einer durchschnittlichen Komplikationsrate von 19 Prozent über die gesamte Fallgruppe hinweg konnte herausgearbeitet werden, dass die Komplikationsrate statistisch ab einem Lebensalter von mehr als 25 Jahren steigt.

Anhand der oben abgebildeten Aufnahmen osteotomierter Weisheitszähnen soll daher aufgezeigt werden, dass Weisheitszähne über besondere Wurzel- und Wurzelspitzenformen verfügen. Dies erfordert gegebenenfalls ein spezielles chirurgisches Instrumentarium und eine entsprechende Diagnostik und Planung des Eingriffs, um Risiken zu minimieren oder ganz zu vermeiden.

Literatur
1. Chuang SK, et al. Age as a risk factor for third molar surgery complications; Journal of Oral and maxillofacial surgery 2007:265
2. Clauser B, Barone R, Briccoli L, Baleani A., Complications in surgical removal of mandibular third molars, Minerva Stomatol. 2009 Jul-Aug;58(7-8):359-366.
3. Sands T, et al. Third molar surgery: current concepts. Oral Health 1993;85