Kariologie

Bakteriostatisch und bakterizid

Chlorhexidin – Goldstandard in der oralen Antiseptik

Goldstandard CHX: Der Einsatz von Chlorhexidin wird empfohlen zur temporären Unterstützung der Mundhygiene bei Menschen mit eingeschränkter Mundhygienefähigkeit.
GSK

Goldstandard CHX: Der Einsatz von Chlorhexidin wird empfohlen zur temporären Unterstützung der Mundhygiene bei Menschen mit eingeschränkter Mundhygienefähigkeit.

Chronische Parodontitis ist eine der wichtigsten Ursachen für Zahnverlust. Laut einer Erhebung des Instituts der Deutschen Zahnärzte ist Parodontitis in Deutschland ab dem 40. Lebensjahr die Hauptursache für Zahnverlust [2]. Zur Prophylaxe muss der bakterielle Biofilm regelmäßig mechanisch entfernt werden, um der Bildung pathogener Keime vorzubeugen. Das geschieht durch die häusliche Mundhygiene und die regelmäßige Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.

Bakteriostatische und bakterizide Eigenschaften

Ergänzend zur mechanischen Zahnreinigung kann zur vorübergehenden Keimzahlverminderung im Mundraum oder zur Unterstützung der Behandlung bei Gingivitis eine Anwendung antiseptischer Mundspüllösungen infrage kommen. Durch seine bakteriostatischen und bakteriziden Eigenschaften gilt der Wirkstoff Chlorhexidin als Goldstandard bei den antimikrobiellen Mundspüllösungen. In ihrer Literaturrecherche wollten die Autoren klären, unter welchen Bedingungen der Einsatz von CHX sinnvoll ist und ob er immer noch „State of the Art“ ist [1].

Signifikante Reduktion des bakteriellen Biofilms

Die Studienautoren kommen zu dem Ergebnis, dass Chlorhexidin weiterhin als Goldstandard der Mundhöhlenantiseptika gilt. Zur Begründung führen sie an, dass die Wirksamkeit in zahlreichen Studien belegt wurde, und die lokale Anwendung zu einer signifikanten Reduktion des bakteriellen Biofilms führt. Der Einsatz von Chlorhexidin wird empfohlen zur temporären Unterstützung der Mundhygiene bei Menschen mit eingeschränkter Mundhygienefähigkeit. Darüber hinaus kann das Antiseptikum nach parodontalchirurgischen Eingriffen eingesetzt werden. Chlorhexidin eignet sich auch zur Spülung vor chirurgischen Eingriffen, um die intraorale bakterielle Belastung zu verringern.

Signifikante Reduktion von GI, PI und GSI

Des Weiteren wiesen die Autoren auch auf die Rolle von Chlorhexidin bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen hin. Die Wirkung von Mundspüllösungen mit 0,2 Prozent Chlorhexidin auf die Reduktion von Zahnfleischbluten wurde jüngst in einer weiteren Studie untersucht [3]. Die Autoren verglichen über einen Zeitraum von sechs Wochen bei 319 Gingivitis-Patienten den Einfluss der zweimal täglichen Anwendung einer chlorhexidinhaltigen Mundspüllösung (0,2 Prozent) zusätzlich zum Zähneputzen mit der Verwendung einer Standard Fluoridzahnpasta ohne Mundspülung.

Zu Beginn der Parallelstudie wurde bei den Probanden eine Prophylaxebehandlung durchgeführt sowie Gingiva (GI)-, Plaqueindex (PI) und Schweregrad der Gingivitis (GSI Gingival Severity Index) erhoben. Nach sechs Wochen wurden die Indizes erneut erhoben. Dabei stellte sich heraus, dass die Verwendung einer Mundspüllösung mit 0,2 Prozent Chlorhexidin zusätzlich zum Zähneputzen zu einer signifikanten Reduktion von GI, PI und GSI führt.

Literatur

[1] Varoni E, Tarce M et al. Chlorhexidine (CHX) in dentistry: state of the art. Minerva Stomatol, 2012;61:399–419.
[2] IDZ-Information 2/2011 (23. März 2011). Ursachen des Zahnverlustes in Deutschland – Dokumentation einer bundesweiten Erhebung (2007).
[3] Jose A, Butler A, Payne D, Maclure R, Rimmer P, Bosma ML. A randomized clinical study to evaluate the efficacy of alcohol-free or alcohol-containing mouthrinses with chlorhexidine on gingival bleeding. British Dental Journal, Volume 219 Nr. 3, Aug 14, 2015.