Ausbildung

Der Beruf ist sehr professionell geworden

? Wenn Sie zurückblicken: Was waren seinerzeit Ihre Erwartungen, was das Berufsbild anbelangt?
Carolin-Kristina Havers: Erwartungen hatte ich zunächst keine großen. Ich habe vor 2005 noch in der Assistenz und in der Prophylaxe gearbeitet und stand vor der Entscheidung: ZMP oder AzP. Ich habe mich dann für den bürokratischen Zweig entschieden, weil ich damals schon gemerkt habe, wie wichtig eine gute Praxisorganisation ist und wie wertvoll es ist, seinen Arbeitgeber dabei entlasten zu können. Während der Fortbildung habe ich erst so richtig wahrgenommen, welche vielseitigen Aufgaben mit dem Beruf verbunden sind. Zahnärzte möchten das tun, was sie studiert haben: Zahnmedizin praktizieren und sich nicht hauptsächlich um die Organisation, Verwaltung, Abrechnung und Personalführung kümmern. Ich habe immer gern auch Patienten behandelt, aber bei den stetig wachsenden Anforderungen in sämtlichen Bereichen der Praxis muss man sich spezialisieren und für einen Bereich entscheiden.

? Wie ist Ihre Einschätzung: Trägt diese Ausbildung dazu bei, das Bild der zahnärztlichen Fachangestellten insgesamt zu verbessern?
Havers: Ja, das tut sie, aber es ist noch nicht ganz in den Köpfen der Patienten angekommen, dass eine Mitarbeiterin in einer Zahnarztpraxis weit mehr macht, als Material anzumischen und den Sauger zu halten. Obwohl meine Fortbildung nun schon zehn Jahre her ist, gibt es immer noch Patienten, die sich darüber wundern, dass nicht nur der Zahnarzt zum Beispiel die Beratungen durchführt und die Auszubildenden anleitet.

? Was raten Sie heute Ihren Kolleginnen, die diese Ausbildung machen?
Havers: Es ist nicht immer einfach, seine Freizeit zu opfern, um sich fortzubilden. Allerdings eignet man sich durch die Fortbildung nicht nur Wissen an, sondern ist auch motivierter in seinem Beruf, weil man an Selbstvertrauen gewinnt. Durchhalten lohnt sich also! Außerdem ist man nicht mehr nur an die Praxis gebunden: Viele PraxismanagerInnen haben sich mit Praxisberatungen selbstständig gemacht, sind Referenten, Autoren und Berufsschullehrer geworden.

? Haben sich die Schwerpunkte im Praxisalltag in den vergangenen Jahren Ihrer Meinung nach sehr verändert?
Havers: Vor etwa elf Jahren gab es in Westfalen-Lippe die Fortbildung zur ZMV, die dann von der AzP und nun von der Fachwirtin für zahnärztliches Praxismanagement abgelöst wurde. Die Zahnärztekammer hat die Fortbildung den Ansprüchen des Gesundheitswesens angepasst – und das war auch notwendig. Wo früher noch der Schwerpunkt in der Verwaltung und Abrechnung lag, sind heute zusätzlich noch Kenntnisse in Recht, BWL, Ausbildungswesen, Personalmanagement und Qualitätsmanagement gefragt. Zudem wird man noch in EDV geschult, ohne die heutzutage nichts mehr läuft. Von daher würde ich schon sagen, dass sich das zu leistende Pensum der Praxismanagerin in den vergangenen zehn Jahren deutlich erweitert hat.

? Sie selbst haben im letzten Jahr den Berufsverband für zahnmedizinisches Praxismanagement e.V. (BFZPM) mitbegründet und sind nun als 2. Vorsitzende aktiv. Was waren Ihre Gründe, sich dort zu engagieren?
Havers: Der Beruf Praxismanagerin gewinnt immer mehr an Bedeutung und hat sich allein in den letzten Jahren enorm professionalisiert, deshalb sollte er auch einen größeren Stellenwert beanspruchen – bei den Patienten, bei den Praxisinhabern und natürlich auch bei all denjenigen, die ihn ausüben. Das ist aber noch nicht überall Realität – und genau da setzen wir mit unserem Berufsverband an. Die Wahrnehmung des Berufsstandes ist dabei das eine, wir arbeiten aber auch mit unseren Kooperationspartnern daran, alle Mitglieder beruflich und menschlich zu fördern und zu stärken. Ich kenne den Beruf der Praxismanagerin mittlerweile sehr gut aus eigener Erfahrung, sehe die enormen Fortschritte, aber auch Defizite, die einem im Praxisalltag begegnen können. Diese Erfahrungen möchte ich für meine Kolleginnen nutzbar machen.

? Was sind die Benefits für Mitglieder des Berufsverbands?
Havers: Es gibt viele Vorteile, die Mitglieder des BFZPM nutzen können. Neben dem Zugriff auf Expertenwissen (Anleitungen, Checklisten, Musterschreiben) und Preisnachlässen bei unseren Kooperationspartnern bieten wir unseren Mitgliedern ein Forum, in dem sie sich persönlich und fachlich austauschen können und für ihre Belange eine Heimat finden.

Mehr zum Berufsverband für zahnmedizinisches Praxismanagement unter www.bfzpm.de.

Klassentreffen zum 10-Jährigen in Münster

? Frau Havers, Sie haben 2005 Ihren Kurs als Assistentin für zahnärztliches Praxismanagement (AzP) erfolgreich abgeschlossen und sind derzeit in den Vorbereitungen zum zehnjährigen Jubiläum. Mittlerweile heißt es ja Fachwirtin für zahnärztliches Praxismanagement. Wieviele Teilnehmerinnen haben damals an dem Kurs in Münster teilgenommen?
Havers: Wir waren 28 Frauen. Die Jüngsten hatten gerade ihre Ausbildung beendet und waren so um die 20 Jahre alt, die Älteste über 40.

? Haben Sie immer noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Mitstreiterinnen?
Havers: Über soziale Netzwerke und Messenger, persönlich leider nur sporadisch, denn uns trennen die Entfernungen. Aber wenn wir uns dann mal wiedersehen, meist auf einer Fortbildung, haben wir uns viel zu erzählen.

? Ganz wichtig: Wo soll gefeiert werden?
Havers: In Münster haben wir uns kennengelernt, daher soll in Münster auch das Treffen stattfinden. Zudem liegt die Stadt relativ zentral und dürfte für alle recht gut zu erreichen sein. Wo unser Treffen stattfinden soll, steht noch nicht ganz fest; ich habe aber bereits einige nette Locations in der engeren Wahl.

Wenn Sie 2005 den AzP-Kurs in Münster gemacht haben und mehr über die zehnjährige Jubiläumsfeier erfahren möchten, können Sie unter der E-Mail chavers@web.de mit Caroline-Kristina Havers in Kontakt treten.