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2. Juli 2018

Kurzmeldungen KW 27/2018

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Internet: EU will restriktives Urheberrecht

Die Europäische Union plant, das europaweit geltende Urheberrecht zu reformieren. Für das Internet sind dabei zwei der 24 Artikel von besonderer Bedeutung. So hat der Rechtsausschuss des EU-Parlaments bereits die Einführung von Upload-Filtern (Artikel 13) wie auch eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger (Artikel 11) mehrheitlich beschlossen. Durch den Artikel 11 sollen neben Musik- und Filmproduzenten jetzt auch Verleger ein Recht auf geschützte Inhalte bekommen. Kommerzielle Onlinedienste, die Inhalte von Verlagen digital nutzen, sollen künftig im Rahmen eines Lizenzmodells dafür bezahlen. Der Artikel 13 des Gesetzentwurfs würde kommerzielle Onlineplattformen dazu verpflichten, bereits während des Hochladens neuer Inhalte zu prüfen, ob diese urheberrechtlich geschützt sind. Wenn der Hochladende keine Lizenz zur Verbreitung erworben hat, wird der Upload durch entsprechende Filter gestoppt. Kritiker befürchten das Ende des Internets. Die Neuregulierung gefährde die Meinungs- und Informationsfreiheit und bedeute eine Abkehr vom Providerprivileg, das die Plattformbetreiber von einer Haftung für Urheberrechtsverletzungen innerhalb ihrer Dienste befreit. Anfang Juli soll der Gesetzentwurf ins Plenum kommen. Final stimmt der sogenannte Trilog zwischen Kommission, Ministerrat und Parlament über die Vorlage ab.

Online-Handel: Amazon kauft eine Online-Apotheke

Der Online-Händler Amazon hat die US-amerikanische Internet-Apotheke Pillpack übernommen. Bereits zuvor hat die Unternehmensspitze angekündigt, die Gesundheitsversorgung der Mitarbeiter verbessern und selbst in die Hand nehmen zu wollen. Mit dem Einstieg des Versandgiganten in den Medikamentenhandel hat Amazon den ersten konkreten Schritt in den Gesundheitsmarkt unternommen und seinen Konkurrenten Walmart überholt. Der amerikanische Supermarkt-Betreiber hatte ebenfalls Interesse an der Übernahme des Apotheken-StartUps gezeigt. Pillpacks Zielgruppe sind Patienten, die verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente benötigen. Die Online-Apotheke stellt die Arzneimittel in der vorgegebenen Dosierung zusammen und kümmert sich um den Versand.

Grimme Online Award: YouTuberin für „maiLab“ ausgezeichnet

Der Grimme Online Award ging in diesem Jahr unter anderem an die Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim. Die Chemikerin wurde für ihren Youtube-Kanal „maiLab“ ausgezeichnet, der sich spielerisch mit Wissenschaftsthemen beschäftigt. Ebenfalls prämiert wurde „Sommers Weltliteratur to go“. Auf dem YouTube-Kanal werden Klassiker der Literaturgeschichte mit Playmobil-Figuren nachgespielt. Darüber hinaus waren „Mädelsabende“ (WDR) unter den Gewinnern – ein hintergründiger Account auf der Plattform Instagram. Die Jury hat insgesamt acht Preise vergeben, die meisten in der Kategorie „Kultur und Unterhaltung“. Zu den Gewinnern zählte unter anderem auch der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen. Mit dem Grimme Online Award werden herausragende Netzangebote von hoher publizistischer Qualität in mehreren Kategorien ausgezeichnet. Der nichtdotierte Grimme Online Award wird seit 2001 jährlich vom Grimme-Institut verliehen.

Google: Künstliche Intelligenz soll Überlebenschancen berechnen

Google setzt die künstliche Intelligenz (KI) in vielen Bereichen ein und bringt damit Technologie und Wissenschaft voran. Zu den wichtigsten Erfolgen zählen beispielsweise die Entdeckung eines neuen Planeten im vergangenen Jahr oder auch die verbesserte Krebsfrüherkennung. Jetzt haben Google-Forscher in einem Whitepaper bekannt gegeben, den Gesundheitszustand eines Menschen einschätzen zu können. In Zusammenarbeit mit zwei Krankenhäusern soll es bald möglich sein, mit 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit errechnen zu können, ob ein Mensch sterben wird oder nicht. Das Whitepaper ist nachzulesen unter go.nature.com/2KhKmQy

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