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Digitale Trainings

Weiterbildung per Smartphone spart Zeit und Kosten

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E-Learning: Digitales Lernen kann auch bei praktischer Fortbildung unterstützen.   

Im zahnärztlichen Bereich ändern sich ständig die Standards. Neue Erkenntnisse über Hygiene, Materialkunde oder Strahlenschutz kommen hinzu. Nicht nur fachlich heißt es für Mediziner, auf dem neuesten Stand zu sein, sondern auch in Sachen Softskills, Buchführung oder Management. Zeitsparend geht das mit mobilen E-Learning-Einheiten, die mit Handy und Tablet von überall aus absolviert werden können.

„Aus meiner Sicht sind E-Learning-Lösungen für Zahnärzte sehr sinnvoll. Denn im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen bieten digitale Lernangebote kostengünstige Inhalte, die Möglichkeit der Wiederholung je nach Lernfortschritt und Präferenzen und ein Lernen überall“, konstatiert Norbert Grosse, Kuratoriumsmitglied beim Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ).


Wer Implantate setzt, Löcher füllt und Prophylaxen durchführt, hat oft weder Zeit noch Energie für langwierige Weiterbildungen. Immer häufiger finden reine Online-Angebote Anwendung. Im Bereich der persönlichen Weiterbildung, bei allgemeinen Managementthemen oder Office-Skills sind die Angebote bereits ausgereift und leicht verfügbar. Wer sich also beim Umgang mit schwierigen Patienten, Selbst- und Zeitmanagement oder Führung weiterbilden will, kann das getrost digital tun. Praxen können diese Seminare allen Mitarbeitern zugänglich machen. Den idealen Abschluss einer Lerneinheit bilden ein Test und bei Bestehen ein Zertifikat. „Webbasierte Lernmanagementsysteme können interaktiv gestaltet sein und bieten auch Lernerfolgskontrollen mit der Vergabe von Fortbildungspunkten. Also viele sinnvolle Möglichkeiten des individuellen Lernens“, so Grosse.

 

E-Learning-Experte Christian Wachter
IMC

E-Learning-Experte Christian Wachter

Blended Learning besonders effektiv

Mischveranstaltungen aus Präsenz- und Online-Fortbildungen sind sinnvoll, wenn es um Materialkunde oder die Technik geht. „Die Kopplung von E-Learning mit Präsenzveranstaltungen im Sinne eines Blended Learnings wird in geringem Umfang bereits praktiziert. Das Konzept eines ‚inversed‘ oder ‚flipped‘ Classroom, bei dem digitale Inhalte zur Vorbereitung der Präsenzveranstaltung eingesetzt werden, steckt aber noch in den Kinderschuhen“, erläutert der Verbandsexperte.


„Lernforscher halten Blended Learning für eine besonders effektive Methode, sich Wissen anzueignen und zu festigen“, weiß Christian Wachter, Vorstandssprecher bei der IMC AG. Seit 20 Jahren beschäftigt sich der Experte mit dem Thema digitale Bildung. Sein Unternehmen unterstützt bei der Entwicklung eigener Weiterbildungsstrategien und bietet entsprechende Technologien und Inhalte. „Im Gegensatz zu anderen ‚Fakultäten‘ sind Zahnärzte nicht sehr affin, obwohl sie ja oft technisch orientiert sind“, bedauert Grosse. Hinzu kommt, dass noch nicht viele gute Angebote speziell für Zahnärzte vorhanden sind. Die europäische Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widmet dem E-Learning in Gesundheitsberufen in ihrer Publikation „From Innovation to Implementation“ ein ganzes Kapitel. In dieser Umfrage geben 94 Prozent der Berufstätigen in medizinischen Berufen an, dass E-Learning ihren Zugang zu Bildung und Experten verbessert. Die WHO empfiehlt Mitgliedsstaaten, E-Learning auszubauen und ermutigt dazu, den Nutzen von digitalen Bildungsangeboten auszuloten. „Ich denke, dass diese Entwicklung kommen wird. Insbesondere für die Schulung von Mitarbeitern bietet E-Learning viele Vorteile. Aus meiner Sicht ein Muss“, so der Zahnarzt.

Interaktiv lernen

Gute Trainings sind in kleine Einheiten, „Lern-Nuggets“, gegliedert. „Das ist ein Trend in der digitalen Bildung. Wer seine Weiterbildung in das Tagesgeschäft integrieren muss, ist auf die Nuggets angewiesen. Diese können in weniger als zehn Minuten absolviert werden“, erklärt Wachter. Dabei handelt es sich etwa um Kurzvideos oder Mini-Quiz.
Ein gut gemachtes Online-Training hängt den Teilnehmer niemals ab. Immer wieder sollte der Lernende durch interaktive Elemente daran gehindert werden, abzuschalten. Beispielsweise, indem er Fragen beantworten oder eine Aufgabe per Drag and Drop lösen muss. Weiteres Qualitätsmerkmal für gelungenes webbasiertes Training: Gelerntes ist im Arbeitsalltag einsetzbar. „Je näher ein Bildungsinhalt an der Praxis des Lernenden ist, desto mehr bleibt hängen“, weiß der E-Learning-Experte. Das bestätigen auch Lernstudien: Rund 70 Prozent verinnerlichen wir, wenn wir Tätigkeiten ausführen. Etwa 20 Prozent schauen wir uns bei Kollegen oder Ausbildern ab, und nur 10 Prozent nehmen wir aus klassischen Schulungen im Frontalunterricht mit.


Oft wollen Chefs nicht nur sich persönlich, sondern auch ihr Personal weiterbilden. Beispielsweise in kundenorientiertem Auftreten oder bei klassischen Telefon- und Kommunikationsschulungen. Lernexperte Wachter weiß, dass es mit hohem zeitlichem und organisatorischem Aufwand verbunden ist, solche Schulungen in Präsenz zu absolvieren. Auch hier sind elektronische Schulungen sinnvoll, die dienstplanfreundlich sind und jederzeit absolviert werden können. Ort, Zeit und Reihenfolge der Module sind variabel. Die Einheiten eignen sich auch als Nachschlagewerk. Ein Trend, den IMC-Vorstand Wachter immer häufiger feststellt: „Wir kommen vom Vorratslernen zum Performance Support. Das heißt, die Lernenden rufen Informationen ab, wenn sie sie benötigen.“

Hendrik Stuewe

Der Hamburger Hendrik Stuewe (Jahrgang 1991), ist gelernter Industriekaufmann, Journalist und Fotograf (www. haendrixen-pictures.com). Sein Terrain sind Gesundheits und Management-Themen, die sich in Therapeuten-, Mediziner- oder Fitness-Magazinen wiederfinden.