Praxis

Erfahrungsberichte

Auf das richtige Licht kommt es an

gutes Licht
Dentsply Sirona

Holger Scheller weiß, dass gutes Licht die Basis einer guten zahnärztlichen Versorgung ist.

Holger Scheller, Zahnarzt mit vielen Jahren Berufserfahrung, weiß, dass gutes Licht für die Zahnbehandlung unverzichtbar ist. Auch Gabriele Brüggemann, erst seit einigen Monaten examinierte Zahnärztin, teilt diese Meinung. Ob Routine oder Lernprozess, beide sagen: Licht ist ein wesentlicher Faktor im Praxisalltag.

Holger Scheller: Gutes Licht ist ein Muss

Aus zehn Jahren Erfahrung weiß ich, dass digitalisierte, integrierte Lösungen im Praxisalltag ein Segen sind. Ich schätze Systeme, die „mitdenken“ und einen optimalen Workflow ermöglichen. Dabei gibt es viele Aspekte zu beachten, etwa die Funktionalität von Röntgengeräten und Instrumenten sowie die hygienische Sicherheit am Arbeitsplatz. Was häufig vergessen oder unterschätzt wird, ist der Faktor Licht.

Das Licht in der Zahnarztpraxis und während der Behandlung hat eine besondere Wirkung auf Patienten. Es ist ebenso wichtig wie die Farbwirkung und das Design der Praxis. Zusammen prägen diese Faktoren den Gesamteindruck schon beim Betreten der Räume. Für mein Praxisteam und mich heißt gutes Licht noch viel mehr. Es ermöglicht uns ergonomisches Arbeiten. Gutes Licht meint nicht, eine schöne Deckenleuchte zu haben. Vielmehr bedeutet es, mehrere Lichtquellen miteinander zu kombinieren und intelligent einzusetzen. Dabei helfen natürliches Licht, die Deckenleuchten und vor allem die Behandlungsleuchte, bei einigen Indikationen auch eine LED-Lupenbrille.

Vor allem der optimalen Ausleuchtung des Mundraums durch die Behandlungsleuchte kommt eine besondere Rolle zu. Das Beleuchtungsfeld muss groß genug sein und die Lichtqualität flexibel. Je nach Behandlungsindikation verändern sich die Anforderungen an die Beleuchtung. Prophylaxe-Sitzungen sind ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Erste Anzeichen von Entzündungen oder Zahnstein werden sichtbar. Hierfür muss das Licht optimal eingestellt sein und darf keine starken Reflexionen auslösen. Das heißt: Es braucht genug Lichtstärke, um Strukturen und Gewebsveränderung zu entdecken, aber nicht zu viel, um die Sicht durch Reflexionen nicht zu stören.

Auch bei endodontischen Fragestellungen sind Reflexionen sehr hinderlich. Bei der Versorgung von Wurzelkanälen müssen Anatomie und Strukturen perfekt erkennbar sein, um substanzschonend zu arbeiten. Hierfür ist eine sehr hohe Beleuchtungsstärke erforderlich. Trotzdem muss die Farbtemperatur des Lichts so eingestellt sein, dass sie die Realität 1:1 abbildet, damit ich kleinste Farbunterschiede wahrnehmen kann. Beim Einsatz und der Verarbeitung verschiedener Materialien spielt die spektrale Verteilung des Lichts eine wichtige Rolle. Enthält das Licht viele rote und orangefarbene Anteile, wirken die Zähne sehr gelb. Ein hoher Blauanteil im Licht führt wiederum zu schnellerem Aushärten von Komposit-Füllungen. Der CRI-Wert, der Farbewiedergabe-Index der LED-Leuchte, sollte mindestens 90 betragen, um Farben wirklich gut zu erkennen. Nur so habe ich die Sicherheit, dass die Farbe der Füllung auch zur Zahnfarbe passt.

Während das Umgebungslicht die Farbe über den Tag verteilt ändert, muss die Behandlungsleuchte konstante Lichtverhältnisse aufweisen. Dafür ist es hilfreich, bestimmte Lichteinstellungen zu speichern, um Ergebnisse reproduzierbar zu machen. Im besten Fall lässt sich eine Behandlungsleuchte in drei Farbtemperatur-Stufen zwischen 4.000 und etwa 6.500 Kelvin regulieren.

Bei komplexen chirurgischen Eingriffen brauche ich eine Behandlungsleuchte, unter der ich mich bewegen kann. Das bedeutet: Ich brauche ein großes Lichtfeld, das den Patienten nicht blendet, mir aber dennoch so viel Sicht und Arbeitsraum wie möglich bietet. Dieses Lichtfeld, die Kernzone, muss unbedingt gleichmäßig ausgeleuchtet sein und gleichzeitig eine sehr hohe Beleuchtungsstärke aufweisen. Dafür sind mindestens 25.000 Lux nötig.
Beim Arbeiten unter der Behandlungsleuchte ist größte Konzentration angesagt, bei allen Indikationen. Licht kann uns dabei unterstützen, es muss nur das richtige Licht sein.

 

Lichtkonzept
Dentsply Sirona

Das Lichtkonzept von Holger Scheller: der intelligente Einsatz mehrerer guter Lichtquellen in Kombination, natürliches Licht, die Deckenleuchten und vor allem die Behandlungsleuchte, bei einigen Indikationen auch eine LED-Lupenbrille    

Gabriele Brüggemann: Präzision erlernen mit optimalem Licht

Ich bin gelernte ZFA und seit 2017 examinierte Zahnärztin. Licht hat für mich in der Praxis eine große Bedeutung. Vor allem im Lernprozess, den ich gerade durchlaufe, zeigt sich das immer wieder: Natürlich kenne ich die Anatomie aus Lehrbüchern, doch die Realität sieht häufig anders aus. Jeder Mundinnenraum ist einzigartig und bedarf einer gründlichen Inspektion. Hierfür ist gutes Licht zwingende Voraussetzung. Ich lasse mir Zeit bei der Diagnose. Strukturen, Farben und Unregelmäßigkeiten möchte ich genau begutachten und beurteilen können.

Schon als ZFA merkte ich es schnell, wenn ich es mit schlechtem Licht zu tun hatte, beispielsweise bei der PZR oder der Individualprophylaxe. Hier muss das Licht „dicht“ sein, das heißt, der Mund muss gleichmäßig ausgeleuchtet sein, um Beläge, Zahnstein und Verfärbungen zu erkennen. Auch im Studium fielen mir die Unterschiede der Lichtverhältnisse auf: Zu kleines Ausleuchtungsfeld, unregelmäßige Ausleuchtung und schlechte Farbwiedergabe erschwerten anfangs das Lernen. Bei der Versorgung mit Zahnersatz muss die individuelle Zahnfarbe des Patienten bestimmt werden. Beleuchtungsstärke, Farbtemperatur und Lichtfeldgröße der Behandlungsleuchte müssen hier perfekt zusammenspielen.

Nach meiner Erfahrung ist die Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Mundöffnung unter ungeeignetem Licht sehr schwierig. Es ist unter diesen Umständen fast unmöglich, Zähne und Zahnhalteapparat genau zu inspizieren, beispielsweise bei der Beurteilung der Mundschleimhäute, die bei jeder halbjährlichen Kontrolluntersuchung durchgeführt werden muss. Gaumen, Mundboden und Umschlagsfalte müssen beurteilt werden. Hierfür sind optimale Lichtverhältnisse erforderlich, nur so kann ich präzise arbeiten. Die Beleuchtungsstärke muss hoch genug sein, um bis in die hintersten Strukturen zu gelangen und das Behandeln mit maximaler Sehschärfe zu ermöglichen.

Muss beispielsweise ein Molar endodontisch behandelt werden, liegt die Zugangsöffnung etwa 5 bis 6 Millimeter tief und wäre ohne starkes Licht nicht beurteilbar. Um den Pulpaboden und die einzelnen Kanaleingänge genau erkennen zu können, dürfen Reflexionen und Schattierungen nicht ablenken. Dabei ist eine flexible Leuchte mit vielen Gelenken nützlich, um die Position der Leuchtkrone an Patientenanatomie und Indikation anzupassen. Abhilfe schaffen auch Leuchten, die das Beleuchtungsfeld klar abgrenzen. Sie helfen mir dabei, mich auf die entscheidende Stelle zu fokussieren und konzentriert zu bleiben.

Schlechtes Licht kann verunsichern. Als Anfängerin im Studium habe ich immer versucht, reproduzierbare, gute Ergebnisse zu erzielen. Gelingt dies nicht, bleibt die Frage nach der Ursache. Dabei ist es hilfreich, viele Fehlerquellen durch gute Planung und optimale Gegebenheiten und Umweltfaktoren auszuschließen. Dazu gehört auch, perfekte Lichtverhältnisse zu schaffen, um Fehldiagnosen zu minimieren und sich somit für den richtigen Behandlungsablauf zu entscheiden – das ist ebenso ein Aspekt des sicheren Arbeitsumfelds wie funktionierende Geräte und hygienische Sicherheit.
Licht bietet mir als Zahnärztin Sicherheit und somit auch meinen Patienten.

Zwei Erfahrungen, ein Fazit

Ob Einsteiger oder erfahrener Zahnarzt, eine optimale Beleuchtung ist unverzichtbar – für Diagnose, Behandlung und Behandlungserfolg. Eine intelligente Behandlungsleuchte ist flexibel positionierbar und ermöglicht mittels ihrer technischen Anpassungsfähigkeit, sich an verschiedene Indikationen und Anforderungen des Behandlers anzupassen. Das perfekte Zusammenspiel von Beleuchtungsstärke, Farbtemperatur und Lichtfeldgröße der Behandlungsleuchte unterstützt Zahnarzt und Praxisteam optimal, sichert den Behandlungserfolg und erleichtert den Arbeitsalltag.