Digital

Co-Evolution Summit der Health AG

Starke Frauen in der Digitalbranche

Tijen Onaran ist Speakerin beim Summit der Health AG.
Urban Zintel

Tijen Onaran ist Gründerin von "Global Digital Women". Beim Co-Evolution Summit der Health AG spricht sie am 14. September über Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt.

Tijen Onaran ist Unternehmerin, Moderatorin und Speakerin. Sie engagiert sich für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche. Am 14. September 2018 spricht sie mit den Teilnehmern auf dem Co-Evolution Summit der Health AG über ihre Vision einer neuen Generation von Netzwerkerinnen. Wo sie für Zahnärztinnen Chancen sieht, erklärte sie im Interview.

Sie waren lange in der Politik aktiv und machen jetzt etwas komplett anderes. Was interessiert Sie besonders an der Digitalisierung?

Tijen Onaran: So etwas ganz anderes als in der Politik ist es eigentlich nicht, weil mich viele Dinge, die ich damals gelernt habe, heute noch begleiten. Dazu zählt etwa, Leute zusammenzubringen, Koalitionen und Kooperationen einzugehen und das Thema Digitalisierung voranzutreiben. Es fasziniert mich, dass es zukunftsweisend ist und man vieles mitgestalten kann, ob im Kleinen oder Großen. Als Organisation kannst du neue Vertriebswege nutzen und international arbeiten. Entgegen vieler Skeptiker sehe ich darin eine große Chance, unser Leben gut aufzustellen.

Warum liegt Ihr Fokus auf Frauen?

Onaran: Das hat eine ganz persönliche Komponente. Ich hatte tolle Chefinnen, die mich sehr gefördert haben. Das hat mich geprägt und ich habe außerdem gemerkt, wenn sich Frauen gegenseitig unterstützen, kann etwas Großartiges geschehen. Studien belegen außerdem, dass durch die Digitalisierung die Karrierechancen von Frauen erhöht werden.

Profitieren Frauen also mehr als Männer von der Digitalisierung?

Onaran: Teamfähigkeit wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Wenn man sich Studien anschaut, die analysieren, wie Männer und Frauen in Teams arbeiten, lässt sich feststellen, dass Frauen eher bereit sind, den Kuchen zu teilen und gemeinsam an einer Sache zu arbeiten. Ich persönlich sehe in vielen Unternehmen, dass der Posten des Chief Innovation oder Digital Officers eher von Frauen besetzt wird, da diese Positionen an Schnittstellen angedockt sind, die verschiedene Abteilungen zusammenbringen. Dafür muss man weniger eine IT-Kompetenz mitbringen, sondern eher eine generalistische.  

Was hat sich in der Arbeitswelt in den letzten 10 Jahren getan?

Onaran: Die Art des Arbeitens hat sich verändert. Man kann nicht nur ortsunabhängig arbeiten, sondern es gibt auch Berufsfelder und Jobs, die vor zehn Jahren noch gar nicht existierten. Auch die Art und Weise, wie sich Teams zusammensetzen und die Art und Weise, wie man Führung versteht, haben sich verändert. Ich bin allerdings kein Fan davon, wenn große Organisationen einen auf Start-up machen, alle ziehen die Krawatten aus, spielen Tischkicker und duzen sich. Das funktioniert nicht. Ich muss vielmehr lernen zu verstehen, welche Auswirkungen die Digitalisierung hat. Und das kann ich nicht nur aufs Programmieren herunterbrechen.

Wir sind alle noch ohne Smartphone aufgewachsen. Wenn man in 20 Jahren in die Zukunft schaut – was wird anders sein?

Onaran: Ich glaube, dass die Unternehmensgrenzen zunehmend verschwimmen. Man wird wahrscheinlich dazu übergehen, auch mit Konkurrenten zusammenzuarbeiten und noch stärker zu Netzwerken. Auch die Künstliche Intelligenz wird eine große Rolle spielen. Ich glaube nicht, dass Roboter unsere Arbeit übernehmen werden, sondern dass die KI zu einem neuen Kollegen wird. Die Teams müssen deshalb fit gemacht werden, zu begreifen, wie Algorithmen funktionieren. Digital Natives und Digital Immigrants sollten zusammenarbeiten. Das ist eine große Herausforderung, denn Diversität ist nicht einfach, Diversität ist anstrengend. Aber langfristig ist ein Generationen- und Branchen-Mix  erfolgreicher.  

Die Zahnarztbranche wird immer weiblicher. Was bietet die Digitalisierung den Zahnärztinnen?

Onaran: Wenn die Zahnärztinnen es schaffen, sich stark in der Branche zu vernetzen, können sie ihren Kunden mehr Dienstleistungen anbieten. Sie sollten außerdem digitale Kanäle nutzen, denn dadurch haben sie die Chance, den Patienten zu zeigen, was sie eigentlich machen. Viele haben Angst vorm Zahnarzt. Über soziale Plattformen habe ich aber  Möglichkeiten, den eigenen Job sichtbar und nahbar zu machen. Außerdem kann man darüber auch hierarchisch geprägte Strukturen umgehen. 


Co-Evolution Summit der Health AG

Unter dem Motto „Neues vom Fortschritt“ lädt die Health AG am 14. September zum Co-Evolution Summit 2018 nach Hamburg ein und zeigt Zahnmedizinern sowie Praxis- und Abrechnungsmitarbeitern, wie sie die Herausforderung Digitalisierung erfolgreich meistern.

Unter den Top Speakern sind Zahnarzt und Unternehmer Dr. Ismail Özkanli, bekannt aus „Die Höhle der Löwen“, Unternehmerin und Gründerin von „Global Digital Women“, Tijen Onaran, und Prof. Peter Wippermann, Trendforscher und Gründer der Agentur „Trendbüro“.

Die Teilnahme am Co-Evolution Summit ist kostenfrei, Anmeldungen unter http://co-evolution.jetzt/summit/.

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