Anästhesie

Dentale Sedierung

Lachgas und Co.: Zwerchfellkrämpfe und entspanntes Arbeiten

Das, was einst als Spaß auf dem Jahrmarkt begann, hat der Kollege Horace Wells – Zahnärzte sind ja bekannt für ihren Erfindungsgeist –, im Jahr 1844 genutzt, um schmerzfrei oder zumindest schmerzarm, zahnärztliche Operationen durchzuführen. Bekanntlich war dies der Beginn der Entwicklung von Methoden und Medikamenten zur "Schmerzbetäubung". Heute wird Lachgas erfolgreich zur Entspannung und Anxiolyse, vor allem bei Angstpatienten, eingesetzt, in der Regel in Kombination mit einer Lokalanästhesie.

Gute und intensive Schulung durch Fachleute

Ins Abseits geriet die Anwendung von Lachgas in der Zahnmedizin vor allem durch Überdosierungen, die zwar nicht gefährlich waren, aber häufig zu Übelkeit und Erbrechen führten. Schon Paracelsus wurde der Spruch "Die Dosis macht’s" nachgesagt. Und genau das war auch das Problem bei der damaligen Lachgasanwendung. Heute kann so etwas nicht mehr passieren. Warum nicht? Erstens, weil die modernen Geräte unveränderbar so eingestellt sind, dass das Lachgas-Sauerstoff-Gemisch immer so dosiert wird, dass eine Schädigung des Patienten ausgeschlossen ist. Zweitens, weil Sie, eine intensive Schulung erfahren werden, bevor Sie es am lebenden Patienten anwenden.

Wissen über die Sedierungsmöglichkeiten in der Zahnarztpraxis und die Lachgassedierung im Speziellen vermitteln der Spezialisten für  Lachgassedierungen, Dr. med. Frank Mathers, und seinem Team aus Köln zum Beispiel in der Haranni Academie. Nächster Termin für den Kurs "Dentale Sedierung mit Lachgas und weiteren Sedativa" ist am Freitag, den 10. Juni, und Samstag, den 11. Juni 2016.

Warum ein solcher Kurs sinnvoll ist? Weil Sie damit (viele andere tun es ja schon) Ihr Behandlungs- und Abrechnungsspektrum sinnvoll erweitern können. Das ist keine der gerne kritisierten "IGeL"-Leistungen.

Was können Sie da lernen? Auch wenn Sie meinen, Sie können es – man kann nie oft genug das im Seminar vermittelte Notfallmanagement, Basic Life Support, repetieren. Denn anders als Notfallmediziner erleben wir Zwischenfälle in unseren Praxen ja relativ selten. Und nur durch ständiges Wiederholen, das ist nicht nur meine Meinung, reagieren wir dann auch nicht kopflos, wenn mal etwas passiert. Aber das ist nur ein kleiner Aspekt des Seminars.

Ausbildungsrichtlinien

Hat sich Mathers den Kursinhalt selbst ausgedacht? Nein, diesbezügliche Sorgen sind unnötig. Der Kurs folgt den Ausbildungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für dentale Sedierung DGfdS e.V. Diese sind angelehnt an die europäischen Vorgaben der CED (Council of European Dentists). Eine sichere Sache also.

Und die Vorgaben in der Praxis? Pars pro toto: Sie brauchen arbeitsschutzrechtlich eine Absaugung der Gase. Die kann über die praxiseigene Absaugung erfolgen, an die man den Flowmeter über den Absauger oder den Speichelzieher anschließen kann. So wird das ausgeatmete Lachgas direkt abgeleitet und kontaminiert nicht die Raumluft.

Natürlich benötigen Sie auch noch ein Gerät, welches das Lachgas-Sauerstoff-Gemisch automatisch und sicher aufbereitet. Tipps dazu, welche Geräte geeignet sind, erhalten Sie  im Seminar.

Nach erfolgreich abgeschlossenem Kurs erhält der Teilnehmer ein Zertifikat über die Lachgassedierung und die Sedierung mit oralen Sedativa, mit dem er nachweisen kann, dass er eine qualifizierte Ausbildung zum Thema gemacht hat. Er wird durch den Kurs befähigt, die Sedierung durch Lachgasinhalation durchzuführen, alleine oder in Kombination mit oralen Sedativa. Beide Methoden kann er in seiner Praxis selbstständig ohne Anästhesisten durchführen, bei Kindern und erwachsenen Patienten gleichermaßen.

Weitere Details des Kurses gibt es unter haranni-academie.de. In aller Kürze nur soviel: Sedierungen mit Lachgas sind, wenn Sie einen kooperierenden Patienten haben, eine tolle Sache. Das Kursziel: Die selbstständige, sichere und effektive Durchführung der Sedierung mit Lachgas allein und in Kombination mit oralen Sedativa in der eigenen Praxis. Nach dem Seminar können Sie dies.

Viele Praxen halten eine solche Behandlungsergänzung bereits vor. Angst und Schmerzen können Sie damit bei vielen Ihrer Patienten sicher minimieren. Ich bin mir sicher, dass auch Skeptiker nach dem Kurs davon überzeugt sein werden.

Dr. med. dent. Hans H. Sellmann

Dr. med. dent. Hans H. Sellmann, Marl