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„Gemeinsam therapieren – nachhaltig retinieren“

Zahnspange bei Erwachsenem

Zahn- und Kiefergesundheit stehen bei der 92. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie im Mittelpunkt.

Zur 92. Wissenschaftlichen Jahrestagung lädt die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie e. V. (DGKFO) vom 4. bis 9. September 2019 unter dem Motto „Gemeinsam therapieren – nachhaltig retinieren“ ein.Die Tagungspräsidentschaft liegt bei Prof. Dr. Dr. Peter Proff, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), Veranstaltungsort ist das Nürnberg Convention Center West der Nürnberg-Messe. Erwartet werden rund 2.500 Kieferorthopäden aus aller Welt.

Professor Proff

Professor Dr. Dr. Peter Proff, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie des UKR.

Dass sich die Kieferorthopädie als interdisziplinär akzeptierter und geschätzter Bestandteil einer zeitgemäßen Zahnheilkunde und als medizinisches Fach national und international positioniert hat, ist für den amtierenden Präsidenten der Fachgesellschaft, Prof. Dr. Jörg Lisson, die wichtigste und wegweisende Veränderung. „Wer heute noch denkt, dass die Kieferorthopädie nur für ein schönes Lächeln zuständig ist, lebt ohne Zweifel im Gestern!“, so Lisson.

In ihrer Pressemitteilung macht die DGKFO darauf aufmerksam, dass in den vergangenen Jahren die Zahl erwachsener Patienten mit dem Wunsch nach einer kieferorthopädischen Therapie sowie einer optimalen funktionellen und ästhetischen Rehabilitation deutlich gestiegen ist. Vom Kieferorthopäden erfordere dies ein komplexes Behandlungsmanagement gemeinsam mit den Fachdisziplinen Parodontologie, Prothetik, konservierende Zahnheilkunde und Mund-Kiefer-Gesichtschir­urgie sowie Hals-Nasen-Ohren-­Heilkunde. Ferner sei die mittel- und langfristige Stabilität eines kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses seit Anbeginn der kieferorthopädischen Therapie eine der wichtigsten und interessantesten Fragestellungen, die im Laufe der Jahrzehnte stets wissenschaftlichen Kontroversen ausgesetzt war und ist. Die kieferorthopädische Retention umfasse dabei alle Maßnahmen zur Erhaltung der Stabilität des erreichten Therapieergebnisses. Daher müsse die Retention bereits bei der Festlegung der Behandlungsziele geplant werden.

In Nürnberg dürfen sich die Zahnmediziner auf ein ausgewähltes Programm aus Vorträgen und Diskussionsrunden freuen. Renommierte nationale und internationale Referenten leiten die jeweiligen Themenblöcke mit Hauptvorträgen ein. Als Schwerpunktthemen hat der Tagungspräsident die kieferorthopädische Erwachsenenbehandlung ausgesucht, zum anderen werden zentrale Problematiken der Kieferorthopädie, die Retention und das Rezidiv, behandelt. „Ziel ist es, dass die Teilnehmer die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entwicklungen unseres Fachgebiets kennenlernen und in ihre Praxen und Kliniken mitnehmen, um so ihren Patienten die bestmögliche Behandlung bieten zu können“, erläutert Proff.

Bei der Therapie von Erwachsenen müssen die Kieferorthopäden sich mit altersspezifischen Gegebenheiten und interdisziplinär zu lösenden besonderen Problemstellungen auseinandersetzen. Während bei Kindern und Jugendlichen die Entwicklung der Zähne und das Wachstum der Kiefer und des Gesichtsskeletts im Mittelpunkt der Behandlung stehen, liegt der Fokus bei erwachsenen Patienten eher auf der interdisziplinären Wiederherstellung beziehungsweise Rehabilitation der Kaufunktion sowie der Zahn- und Gesichtsästhetik. „Die Fortschritte der modernen Bildgebung liefern inzwischen ausgezeichnete Planungs- und Therapiekontrollmöglichkeiten. Dank zahlreicher Weiterentwicklungen im Bereich der kieferorthopädischen Behandlungsmittel können den Patienten wenig sichtbare oder miniaturisierte Apparaturen angeboten und auch zunehmend komplexe Problemstellungen zuverlässig gelöst werden“, so Proff.

Die Sicherung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses als zweites Verhandlungsthema des Kongresses hat bereits der Kieferorthopäde Albin Oppenheim (1875–1945) in den 1930er-Jahren auf den Punkt gebracht: „Retention ist das größte Problem der Kieferorthopädie; genauer gesagt, es ist das Problem.“ Was also vor rund 90 Jahren inter­essant war, hat auch in der heutigen Zeit nichts von seiner Aktualität verloren. Fragen zu Art und Umfang von Retentionsmaßnahmen nach sinnvollem Einsatz therapeutischer Maßnahmen beeinflussen deshalb konsequenterweise von Anfang an die kieferorthopädische Behandlungsplanung. „Hierbei muss man viele Aspekte beachten. Es gilt, von Behandlungs­beginn an immer das Ende der Behandlung im Auge zu behalten“, so Proff. Die DGKFO-Tagung bietet den Medizinern deshalb auch hier die Möglichkeit, sich anhand realer Fallbeispiele und anhand der Ergebnisse von Langzeitstudien auszutauschen.


Förderung des kieferorthopädischen Nachwuchses
Parallel zum Hauptkongress findet ein Symposium statt, das sich gezielt an den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Kieferorthopädie richtet. „Wissenschaft bringt Fortschritt, und die jungen engagierten Kolleginnen und Kollegen gestalten die zukünftige Entwicklung des Fachs“, so Proff. Der Schwerpunkt dieses Symposiums liege auf Projekten der experimentellen und klinischen Grundlagenforschung.

Besonders der Vorkongress zum Thema „Adult Surgical Orthodontic Challenges“ zu Beginn der Tagung am 4. September ist für Kollegen in der Fachzahnarztausbildung konzipiert. Ebenfalls parallel zum Hauptprogramm findet der Tag für das Praxisteam statt. Hier erhalten die Teilnehmer ein „Update zu Mundhygienestrategien und Prävention von Demineralisationen bei festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen“. Auch das Thema „Kommunikation und Praxisorganisation“ steht als Demo-Workshop auf der Agenda der 92. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e. V.

Weitere Informationen und das Programm finden sich unter bit.ly/33UPlwQ