Speiseröhrenkrebs: Wie er rechtzeitig erkannt und ohne OP geheilt werden kann

Speiseröhrenkrebs
28. April 2017
Speiseröhrenkrebs: Wie er rechtzeitig erkannt und ohne OP geheilt werden kann
Endoskopie-Kongress in Berlin

Speiseröhrenkrebs gehört zu den aggressiven Krebserkrankungen. Spezialisten haben auf dem vergangenen Endoskopie-Kongress gezeigt, wie der Krebs frühzeitig erkannt und ohne OP geheilt werden kann.

Auf dem Endoskopie-Kongress in Berlin (6. bis 8. April 2017) mit 2.000 Teilnehmern aus Deutschland und Europa steht die Früherkennung und die Heilung verschiedener Krebsarten per schonender "Spiegelung" mit dem Endoskop im Mittelpunkt. Hier hat die Forschung, die Technik, vor allem aber die Medizin rasante Fortschritte gemacht, von denen die Patienten profitieren.

Live-Übertragung von Operationen

Highlight der dreitägigen Veranstaltung war die Live-Übertragung von mehr als 30 Operationen aus dem Sana-Klinikum Lichtenberg in den Tagungssaal des Estrel-Hotels Berlin. Durchgeführt werden die Eingriffe von 15 nationalen und internationalen Experten, die unter anderem aus Israel, Frankreich, Italien und Belgien kommen.

"Uns geht es darum, den Kollegen bewährte und neue Techniken in der Endoskopie zu demonstrieren und mit ihnen zu diskutieren. Die Endoskopie hat sich im Laufe der Zeit rasant entwickelt und ermöglicht therapeutische Untersuchungen von Erkrankungen, die vor Jahren noch unvorstellbar waren", sagt Prof. Dr. Siegbert Faiss, Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung in der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg, der den Kongress gemeinsam mit PD Dr. Dirk Hartmann, Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin am Sana-Klinikum Lichtenberg organisiert. "Frühe Krebserkrankungen im Verdauungstrakt, in der Speiseröhre, im Magenbereich, der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege können in vielen Fällen allein mit der Endoskopie geheilt werden, ohne dass eine Operation notwendig ist", so Prof. Faiss weiter.

Speiseröhrenkrebs als Folge von Sodbrennen

Obwohl der Dickdarmkrebs in Deutschland rückläufig ist, gibt es keinen Anlass zur Entwarnung bei Tumoren des Verdauungstraktes. Denn Speiseröhrenkrebs als Folge von chronischem Sodbrennen, das sogenannte Barrett-Karzinom, ist die derzeit am schnellsten zunehmende Krebserkrankung in der westlichen Welt.

"Wie zu Anfang der Darmkrebs wird der Krebs der Speiseröhre derzeit noch deutlich unterschätzt. Dabei hat das Beispiel des Darms gezeigt, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, bei denen die Endoskopie-Experten potenziell gefährliche Strukturen wie Polypen und sogar kleine, oberflächliche Tumore frühzeitig entfernen, vielen Patienten Operationen erspart und das Leben gerettet haben", sagt Prof. Faiss. Die Eröffnungsrede hält BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zum Thema: "Wir Ärzte im Spannungsfeld der Politik". dzw

Ähnliche Beiträge