Delegation von Leistungen auch an qualifizierte Zahntechniker

Zahntechnikerin bei der Arbeit an Keramik-Inlays
18. Mai 2017
Delegation von Leistungen auch an qualifizierte Zahntechniker
Gesundheitssystem: AVZ unterstützt die Aufwertung nichtärztlicher Gesundheitsberufe im Grundsatzpapier der CDU

Der Arbeitgeberverband Zahntechnik (AVZ) in Berlin sieht sich in seiner Forderung nach mehr Delegation von ärztlichen Leistungen an nichtärztliche Leistungserbringer durch das Grundsatzpapier der CDU bestätigt, so der Verband. Der Einsatz von qualifizierten nichtärztlichen Gesundheitsberufen, die „delegierte“ ärztliche Leistungen erbringen, soll verstärkt ermöglicht und leistungsgerecht vergütet werden.

Die nichtärztlichen Gesundheitsberufe sollen nach Forderung aus der CDU/CSU-Fraktion stärker gefördert werden, ihre Akademisierung soll vorangetrieben werden, die Delegation und der Direktzugang der Patienten zu Therapeuten soll weiter in Modellprojekten erprobt werden. Das, so die CDU, beträfe alle infrage kommenden Berufe.

Beispiel Herstellung von Zahnersatz im Meisterlabor

Das Zahntechniker-Handwerk mit seinen qualifizierten Meisterlaboratorien sei ein Beispiel dafür, dass die Delegation von Leistungen an spezialisierte beteiligte Betriebe und Menschen zu herausragend guten Ergebnissen für die Patienten führe, heißt es dazu vonseiten des AVZ. Der Verband bezieht sich zudem auf ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten der Professoren Dr. Steffen Detterbeck und Dr. Hermann Plagemann. Dies gehe noch einen Schritt weiter, indem es im Ergebnis darauf hinweise, dass es im Sinne des Patientenschutzes geradezu geboten sei, die Herstellung von Zahnersatz durch Delegation dem dafür spezialisierten und qualifizierten Meisterlabor zu überlassen und nicht im Praxislabor anzufertigen. Damit würde auch die wettbewerbsverzerrende Selbstbeauftragung des Zahnarztes im Sinne des Patientenschutzes verhindert, so der AVZ.

Beitrag zur Zahngesundheit in einer alternden Gesellschaft

„Die Zahntechnikermeister könnten mit ihrer Qualifizierung einen weitergehenden wichtigen Beitrag zur Zahngesundheit einer älter werdenden Gesellschaft auch in der Fläche, in Pflegeheimen und altengerechten Wohngemeinschaften bei der Kontrolle und Pflege herausnehmbaren Zahnersatzes leisten.

Zudem könnten – nach entsprechender Qualifizierung – Zahntechnikermeister die auch heute schon in vielen Zahnarztpraxen geübte Unterstützung des Zahnarztes am Stuhl, dann legitimiert und mit einer leistungsgerechten Vergütung versehen, erbringen“, so der AVZ.

Mehr Delegation und Substitution medizinischer Leistungen

„Das hohe Niveau zahntechnischer Leistungen und Produkte wird allein von den Zahntechnikermeistern mit der Ausbildung qualifizierter Zahntechniker gefördert und sichergestellt. Was liegt also näher, als die hier vorhandenen Potenziale für die zukünftige Versorgung in der Fläche stärker durch Delegation und Substitution zu nutzen“, so der AVZ. Man begrüße daher die CDU-Initiative zu mehr Delegation und Substitution medizinischer Leistungen.

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