Wirtschaft

Warum wird ein neuer Besitzer gesucht?

Otto Group und Health AG gehen getrennte Wege

Die Konzernzentrale der Otto Group
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Die Konzernzentrale der Otto Group.

Die Otto Group stellt sich insgesamt moderner auf. Trotzdem entschied sie sich, nicht weiter in die Entwicklung der wirtschaftlich gesunden Health AG zu investieren, die als Tochter der EOS Gruppe zur Otto Group gehört. DZW-Redakteurin Evelyn Stolberg wollte wissen, warum. Ihre Fragen beantwortete Robert Hägelen, Abteilungsleiter Corporate Communications Finance Otto Group.   
 
Warum möchte die Otto-Group die wirtschaftlich starken Unternehmen Health AG und Schweizer Zahnärztekasse AG zum jetzigen Zeitpunkt verkaufen?
 
Robert Hägelen:
Der Grund ist die strategische Ausrichtung der EOS Gruppe, einem Unternehmen der Otto Group. Das Kerngeschäft der EOS Gruppe liegt vor allem im Bereich Forderungsmanagement, daher ist die Entscheidung gefallen, einen neuen Eigentümer zu suchen, der die Health AG bei den nächsten Wachstumsschritten unterstützt.
 

Das größte automatische Retourenlager der Welt
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Das größte automatische Retourenlager der Welt steht in Haldensleben und gehört zum Hermes Fulfilment Versandzentrum der Otto Group. Etwa eine Million Artikel sind auf 176.000 Wannenlagerplätze verteilt.

Wie ist die Otto-Group im Gesundheitssektor aufgestellt?

Hägelen: Mit Ausnahme der Health AG hat die Otto Group keine wesentlichen Aktivitäten im Gesundheitssektor.

Die Otto Group investiert 85 Millionen in Start-ups und stellt sich insgesamt moderner auf. Augenscheinlich passt die Health AG perfekt in dieses Konzept. Trotzdem geht man nun getrennte Wege. Woran genau liegt das?  

Hägelen: Das Kernsegment der Otto Group ist der Einzelhandel mit den daran anschließenden Wertschöpfungsstufen Logistik und Finanzdienstleistungen. Und aufgrund dieser Fokussierung werden die genannten Investitionen von 85 Millionen über die Otto Group Digital Solutions in die Neugründung von handelsnahen Start-ups investiert. Die Health AG ist in einer anderen Branche tätig, daher passt sie nicht in das Investitionskonzept von Otto Group Digital Solutions.