Seniorenzahnmedizin

Mundgesundheit Pflegebedürftiger rückt in den Fokus

DZW-Initiative erhält prominenten Rückenwind

Eine Seniorin mit Zahnschmerzen wird behandelt.
YAKOBCHUK VIACHESLAV/shutterstock.com

Die Mundgesundheit Pflegebedürftiger rückt verstärkt in den Fokus.

Die Mundgesundheit Pflegebedürftiger steht im Fokus unseres Januar-Schwerpunktthemas Seniorenzahnmedizin. DZW-Herausgeber Prof. Dr. Rolf Hinz startete in diesem Zusammenhang den Aufruf zur Gründung einer Aktionsgemeinschaft zur zahnmedizinischen Prävention in der Pflege (AZPIP). Er sagt: „Das Thema liegt mir am Herzen. Vor allem, weil hier rasch mit Blick auf die Umsetzung des Paragrafen 22a SGB V etwas passieren muss.“ Sein Aufruf erhielt nun prominenten Rückenwind: Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (ZKVWL) sichern in einem gemeinsamen Schreiben zu, die DZW-Initiative zu unterstützen.


Aufruf von Prof. Hinz zur Gründung einer Aktionsgemeinschaft zur zahnmedizinischen Prävention in der Pflege (AZPIP)

Kolleginnen und Kollegen, die an der praktischen Umsetzung des Paragrafen 22a SGB V und der Gründung einer Aktionsgemeinschaft zahnmedizinische Prävention in der Pflege (AZPIP) interessiert sind, werden gebeten, sich bei der Redaktion der DZW – Die ZahnarztWoche unter pflege@dzw.de oder per Fax unter (0228) 28 92 16-20 zu melden.
Als unabhängige Wochenzeitung für die Dentalbranche wird die DZW-Redaktion die Arbeitsgemeinschaft bis zu ihrer Gründung organisatorisch begleiten und über ihre Arbeitsergebnisse berichten.


In der gemeinsamen Information der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (ZKVWL) vom 6. Februar 2018 steht:

„Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

die DZW stellt aktuell mit Prof. Hinz die zahnmedizinische Versorgung für Pflegebedürftige in den Fokus. Diese Herausforderung – nämlich die häusliche oder stationäre Mundgesundheit von zu Pflegenden – haben die zahnärztlichen Körperschaften in Westfalen-Lippe seit Jahren erkannt und umfangreiche Angebote gestaltet. Die Akzeptanz auf Seiten der Pflege ist noch ausbaufähig. Verstärkte gemeinsame Bemühungen der Zahnärzte sind deshalb sinnvoll.

Dank des medizinischen Fortschritts und der Präventionserfolge der Zahnmedizin werden immer mehr Menschen mit immer mehr eigenen Zähnen alt. Sobald Patienten in ihrer häuslichen Mundhygiene eingeschränkt sind und nicht mehr wie gewohnt den Zahnarzt aufsuchen können, verschlechtert sich ihre Mund- und Zahngesundheit signifikant (siehe DMS V-Studie, 2016). Deshalb ist es sehr wichtig, zahnmedizinische Versorgung für diese Menschen zu organisieren und sicherzustellen.

Ihre Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe sind deshalb bereits 2016 initiativ geworden und haben für Sie und Ihr Praxisteam, die Mitarbeiter und Einrichtungen der Pflege und für die Betroffenen und deren Angehörige die Servicestelle zur Behandlung von Menschen mit Beeinträchtigungen – Telefon (0251) 50 73 03 – ins Leben gerufen. Es ist schwer, den Zugang zu den stationären Einrichtungen der Pflege und den ambulanten Pflegediensten zu gewinnen. Das hat viele Ursachen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten. Deshalb rufen wir auf, mit der Kooperation zu einer Pflegeeinrichtung einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung zu leisten. Informationen zu Kooperationsverträgen mit allem was dazugehört erhalten Sie über die Servicestelle.

KZV und Zahnärztekammer gehen davon aus, dass die Finanzierung der Versorgung von Pflegebedürftigen in bewährter Weise erfolgen wird: Wir Zahnärzte bringen unsere Professionalität ein. Die Solidargemeinschaft, und wo erforderlich der Staat, sind aufgerufen, die erforderlichen Mittel uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen.

So sichern wir gemeinsam Lebensqualität im Alter. Deshalb unterstützen Ihre zahnärztlichen Körperschaften auch die Gründung einer „Aktionsgemeinschaft zahnmedizinische Prävention in der Pflege“ (AZPIP). Wir Zahnärzte müssen gemeinsam an diesem Zukunftsthema arbeiten.

Mit kollegialen Grüßen, Ihre Vorstände von Kammer & KZVWL“