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Abschalten im Urlaub? Von wegen!

Vor allem jüngere Arbeitnehmer gehen im Sommerurlaub auf Empfangs- und Sendepause.
Foto: moofushi – stock.adobe.com

Vor allem jüngere Arbeitnehmer gehen im Sommerurlaub auf Empfangs- und Sendepause.

In vielen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. In Kürze starten auch die meisten anderen Bundesbürger in den wohlverdienten Urlaub. Doch ist der Wunsch nach Abschalten und Erholung auch Realität?

Ob Mails am Flughafen, Telkos beim Sightseeing oder Web-Meetings am Strand: Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage schaltet die Mehrheit der Beschäftigten im Urlaub nicht vollständig von der Arbeit ab. Zwei von drei Berufstätigen (64 Prozent) sind im Sommerurlaub dienstlich erreichbar.

Während der arbeitsfreien Zeit lesen sechs von zehn Berufstätigen (61 Prozent) Kurznachrichten über iMessage oder WhatsApp. 57 Prozent bleiben telefonisch für Chef, Kollegen oder Kunden erreichbar. Jeder Vierte (27 Prozent) liest geschäftliche E-Mails. Vor allem jüngere Arbeitnehmer schalten im Urlaub ganz vom Job ab: 39 Prozent der Berufstätigen zwischen 14 und 29 Jahren klinken sich während ihres Sommerurlaubs beruflich komplett aus. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 30 Prozent, bei den über 50-Jährigen 34 Prozent.

Schalten die Deutschen in ihrem Sommerurlaub von der Arbeit vollständig ab?
Bitkom Research

Schalten die Deutschen in ihrem Sommerurlaub von der Arbeit vollständig ab?

„Digitale Technologien ermöglichen ein flexibles, selbstbestimmtes Arbeiten und können Berufstätigen mehr Freiheit geben. Gerade im Urlaub sollte man sich aber erholen, durchatmen und deshalb möglichst gut funktionierende Vertretungslösungen suchen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Im Regelfall müssen Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeit, zum Beispiel im Urlaub und an Feiertagen, nicht erreichbar sein. Das Arbeitszeitgesetz gilt allerdings nicht für leitende Angestellte. In jenen Ausnahmefällen, in denen eine Erreichbarkeit doch notwendig ist, sollte eine klare und einvernehmliche Regelung zum Beispiel im Sinne eines Bereitschaftsdienstes getroffen werden. „Besonders problematisch sind Situationen, in denen eine permanente Erreichbarkeit stillschweigend vorausgesetzt wird, ohne dass dies anderweitig kompensiert wird“, sagt Rohleder.

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