Zahnmedizin

Virtuelle Realität

Mit der 3D-Brille im OP

Kann virtuelle Realität in der MKG-Chirurgie hilfreich sein?
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Kann virtuelle Realität in der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie hilfreich sein?

Nicht nur die bildgebenden Verfahren (CT, MRT) werden zunehmend präziser, auch deren Darstellungen sind nicht mehr auf Bildschirme oder Beamer begrenzt. Virtual-Reality- oder VR-Brillen haben das Potenzial, den Betrachter in einen dreidimensionalen Raum zu versetzen und so anatomische Strukturen aus sämtlichen Perspektiven in 3-D zu betrachten. Doch hat diese Innovation einen tatsächlichen Nutzen für den klinischen Alltag? Ein Selbstversuch im Bereich der MKG-Chirurgie ging der Frage auf den Grund.

Das Forscherteam der RWTH und FH Aachen präsentierte die Betrachtung der dreidimensionalen Bildgebung (CT, MRT) mittels VR-Brille. Exemplarisch wurde für dieses Verfahren ein stark verlagerter Kiefergelenksbruch ausgewählt.

Dabei analysierten die Experten die Vor- und Nachteile einer 3D-Betrachtung und der Möglichkeit „in den Situs hineinzugehen“. Des Weiteren wurde die Technik von klinisch tätigen MKG-Chirurgen in unterschiedlichen Ausbildungsstadien auf ihren klinischen Nutzen hin bewertet.

Zukunftsweisende Darstellung von Datensätzen

Die Forscher kamen bei ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass eine genaue präoperative Planung und Darstellung helfen kann, Operationen zu vereinfachen und dem Operateur vor dem Eingriff eine gute Vorstellung der Situation zu geben. Neben dem Einsatz in der fachärztlichen Ausbildung stellt diese Technik insbesondere in der studentischen Lehre ein erfolgversprechendes innovatives Medium dar.

Es zeigte sich aber auch, dass mit zunehmender klinischer Erfahrung der Nutzen für die Operateure abnimmt. Dennoch geht man davon aus, dass die präoperative Betrachtung mittels VR-Brille grundsätzlich künftig helfen kann, den Operationssitus besser zu verstehen sowie die Ergebnisqualität zu optimieren, und sie sich somit als eine zukunftsweisende zusätzliche Möglichkeit der Darstellung von CT- und MRT-Datensätzen etablieren könnte.