Recht

Berufshaftpflichtversicherung

Eine Frage der Haftung

Blauer Ordner mit Aufschrift Haftpflicht
DOC RABE Media by stock.adobe.com

Die Haftung von Zahnärzten ist durchaus komplex. Zuerst ist zu unterscheiden, ob der Zahnarzt freiberuflich in eigener Praxis tätig ist oder als angestellter Zahnarzt arbeitet. Zudem gibt es große Unterschiede bei den Beiträgen zur Berufshaftpflicht für Praxisinhaber in Abhängigkeit der Anzahl der angestellten Zahnärzte.

Die Haftungsgrundlagen

Grundsätzlich können Patienten aufgrund des Behandlungsvertrags (Paragrafen 280 ff. BGB) oder aufgrund einer deliktischen Haftung (Paragraf 823 BGB) gegen den Praxisinhaber vorgehen. Der Praxisinhaber haftet für die Tätigkeiten seiner Angestellten. Der angestellte Zahnmediziner ist arbeitsrechtlich der Erfüllungsgehilfe des Arbeitgebers. Es besteht ein arbeitsrechtlicher Freistellungsanspruch der Arbeitnehmer bei leichter bis mittlerer Fahrlässigkeit.
Es bringt dem Praxisinhaber also nichts, wenn er seinem angestellten Zahnarzt eine eigene Berufshaftpflichtversicherung zwingend vorschreibt. Der Patient kann aufgrund des Behandlungsvertrags gegen den Praxisinhaber vorgehen, auch wenn er ihn nicht persönlich behandelt hat. Deshalb sollte man seine angestellten Zahnärzte unbedingt in den Versicherungsschutz der Berufshaftpflichtversicherung einschließen.
Dennoch sollte der Praxisinhaber darauf achten, dass eine eigene Berufshaftpflichtversicherung des angestellten Zahnarztes besteht. Denn der Praxisinhaber hat bei grober Fahrlässigkeit eine Regressmöglichkeit gegen den angestellten Zahnarzt. Dieser Regressanspruch ist durch die eigene Berufshaftpflichtversicherung des angestellten Zahnarztes gedeckt.
Der Patient kann aber auch gegen den angestellten Zahnarzt aufgrund der oben beschriebenen deliktischen Handlung selbst vorgehen. Die Berufshaftpflichtversicherung des angestellten Zahnarztes tritt ebenfalls in solchen Fällen ein. Die Berufshaftpflichtversicherung deckt darüber hinaus auch persönliche Nebentätigkeiten (zum Beispiel Gutachtertätigkeit, Behandlungen im Freundeskreis) und das sogenannte ärztliche Restrisiko (Erste-Hilfe-Leistung) ab.

Günstiger Versicherungsschutz für angestellte Zahnärzte

Ebenfalls mitversichert ist in der Regel die private Haftpflichtversicherung. Die Prämie für den Versicherungsschutz beträgt nur 147,18 Euro inklusive Steuer p. a. und beinhaltet auch die private Haftpflicht. Da diese Prämie auch steuerlich geltend gemacht werden kann, reduziert sich der Nettoaufwand in etwa auf die Prämie einer privaten Haftpflichtversicherung, die auch die Familie beziehungsweise den Lebenspartner mit einschließt. Insofern spricht alles dafür, dass sich angestellte Zahnärzte selbst im Bereich der Berufshaftpflicht versichern.  Alleine schon aufgrund der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sollten Praxisinhaber angestellte Zahnärzte darauf hinweisen.

Große Unterschiede

Es bestehen große Unterscheide bei den Beiträgen zur Berufshaftpflicht für Praxisinhaber in Abhängigkeit der Anzahl der angestellten Zahnärzte.*

Berufshaftpflicht-Versicherungsvergleich (ohne Gewähr)

Anzahl der angestellten Zahnärzte Alte Leipziger Deutsche Ärzteversicherung Dialog HDI Versicherungsstelle für Zahnärzte
0 711 953 875 729 272,11
1 1.077,72 1.367 1.428 729 390
2 1.444,44 1.781 1.981 729 544,22
3 1.811,16 2.195 2.534 1.125 680,26
4 2.177,88 2.609 3.087 1.521 816,11

*5 Mio. pauschale Versicherungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, inkl. privater Haftpflichtversicherung, Nettobeiträge zzgl. Steuer in Euro.
*Der Versicherungsschutz umfasst: Implantologie, Laserbehandlung, Akupunktur, Lachgassedierung, Sportlerschutz, Schnacherschutz, Bleaching, PZR, Aufbringung von Zahnschmuck, Erfüllungsschäden am Zahnersatz, Beschädigung von (gemieteten) Praxisräumen, Amalgamabscheider, Praxisabwässer, berufliches Schlüsselverlustrisiko (auch für alle Angestellten), Patientenhabe, erweiterter Strafrechtsschutz, Internethaftpflicht, Umweltschadendeckung, Nachhaftungsversicherung, eigenes Dentallabor

Weitere Artikel