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Zukunftsweisende Perspektiven: Magnesium und Seide

Erste Laborversuche hierzu lieferten vielversprechende Ergebnisse. Mit Raupenseide, welche mit Wachstumsfaktoren modifiziert wurde, könnte es möglich sein, die Heilung von größeren und komplizierteren Wunden zu verbessern. Dies wurde am 2. Juni auf der Jahres-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) anlässlich des großen 66. Kongresses in Hamburg vorgestellt.

Beschichtete Magnesiumrekonstruktionsplatten
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kopf- und Neurozentrum, Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie
beschichtete Schraube
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kopf- und Neurozentrum, Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie

Ein weites Feld: bioresorbierbare Osteosynthese-Materialien

Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie unterliegt durch Neuentwicklungen von bereits etablierten sowie neuen Biomaterialien ständigen Wandlungen. Dabei beschreibt die Suche nach bioresorbierbaren1 Osteosynthese2-Materialien ein großes Themenfeld aktueller Forschungsbemühungen.

Bisherige Produkte basieren vor allem auf synthetischen Materialien, was neben Kompatibilitäts- auch Stabilitätsprobleme mit sich bringt.

Magnesium: Maximale Möglichkeiten mit neuen Legierungen

Magnesium könnte als natürliches bioresorbierbares Material diesen Anforderungen genügen, wobei sich unbeschichtete Legierungen durch die Freisetzung von großen Wasserstoffgasmengen meist zu schnell auflösen und dabei toxisch3 auf die Umgebung reagieren.

Ein Ansatzpunkt ist daher die Entwicklung korrosionsbeständiger Magnesiumlegierungen und -beschichtungen, zum Beispiel Plasmaanodisation, welche eine Resorption einstellbar machen und eine langfristige Zyto- und Biokompatibilität4 sowie neues Knochenwachstum gewährleisten.

Seidenraupe auf Finger
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kopf- und Neurozentrum, Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie
Seidenfleece
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kopf- und Neurozentrum, Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie

Raupenseide: Tierisch gute Heilungserfolge mit nahezu unbegrenztem Potenzial

Weiterhin stellen chronische sowie schlecht heilende Wunden nicht nur im Gesichtsbereich, sondern auch in anderen Fachgebieten ein wichtiges Forschungsgebiet dar. Wunden bieten neben ihrer ästhetischen Relevanz vor allem auch Keimen eine Eintrittspforte, was wiederum sozioökonomische Folgen hat. Auf diesem Gebiet kann die Entwicklung biokompatibler Membranen auf Basis von Raupenseide Abhilfe schaffen, welche eine beschleunigte Abheilung bedingen können. Durch genetische Modifikationen an der Raupe ist es hierbei sogar möglich, spezifische Wachstumsfaktoren in die Seide zu integrieren, was vor allem zukünftig von Bedeutung sein kann.
Weitere Infos zur modernen MKG-Chirurgie unter www.dgmkg.de.