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Frühling ist Pollenzeit – warum es nicht immer eine Allergie ist

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Jeder fünfte Mensch in Deutschland ist für Pollen, Insektengift, Milben oder bestimmte Lebensmittel sensibilisiert. Nicht jeder oder jede davon leidet deshalb an einer Allergie, entwickelt also Symptome aufgrund der Sensibilisierung. Dennoch steigt die Anzahl der Menschen, die diese beschreiben: Nasenatmungsbehinderungen, Niesen, Juckreiz, Ausschlag, Hautverfärbungen oder Pusteln bis zu Atemnot. Wenn der Leidensdruck mittelmäßig oder groß ausgeprägt oder die Symptome lebensbedrohlich sind, raten Ärztinnen und Ärzte zu einer Therapie.


Allergiker spüren den Jahreszeiten-Wechsel sehr früh

Die Hasel ist die erste, dann kommen die Erle und Birke, gefolgt von den Gräsern und später den Kräutern – Allergiker spüren den Wechsel der Jahreszeiten schon sehr früh im Jahr. Wenn die Pollen fliegen, kämpfen Betroffene mit den körperlichen Reaktionen. Die Milbe beschäftigt Allergologen ganzjährig. Und auch Unverträglichkeiten und Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe sind Dauerthema in den Praxen.

Interdisziplinäre Fallkonferenzen

Das Universitäts AllergieCentrum Dresden (UAC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden setzt bei besonders komplexen Fällen auf interdisziplinäre Fallkonferenzen. Die Patientinnen und Patienten werden ganzheitlich betrachtet – Spezialisten aus der Dermatologie, der HNO-Heilkunde, der Kinder- und Jugendmedizin und der Pneumologie besprechen die individuellen Fälle und beraten das richtige Vorgehen.

Viele Hypothesen zur Entstehung einer Allergie

Im Dresdener UAC stellen sich jährlich über 14.000 Betroffene vor. Je nach Symptomatik werden sie in den Spezialsprechstunden der Kinderklinik, der Dermatologie, der HNO oder auch der Pulmologie behandelt. Warum eine Allergie entsteht, darüber gibt es viele Hypothesen. Die erbliche Komponente spielt eine Rolle, ebenso wie genetische Veränderungen oder die Tatsache, wie viele Kinder gemeinsam in einem Haushalt aufwachsen. Genau zuordnen lässt sich ein Grund in den wenigsten Fällen.

Sensibilisiert sein heißt nicht automatisch, dass eine Allergie entsteht

Bis zu 25 Prozent der Menschen in Deutschland sind für eine bestimmte Substanz sensibilisiert. Das bedeutet nicht automatisch, dass daraus auch eine Allergie entsteht. Von Allergien spricht die Medizin erst, wenn es zu Symptomen bei Allergenkontakt kommt. Aber auch hier steigt die Anzahl der Betroffenen. „Der Fokus der Bevölkerung ist heute geschärfter bei dem Thema. Die Menschen nehmen Reaktionen des Körpers sensibler wahr“, sagt Dr. Marie-Luise Polk, Fachärztin und Leiterin im Funktionsbereich Allergologie in der HNO.

Lebensqualität zurückgeben und Ängste nehmen

Dann geht es darum, den Menschen Lebensqualität zurückzugeben und Ängste zu nehmen. Die sogenannte Hyposensibilisierung ist der einzige kausale Therapieansatz. „Wir sprechen bewusst nicht von Desensibilisierung, es geht vielmehr um Toleranz. Wir bieten dem Körper wiederholt ein Allergen an und helfen, ihm somit eine Toleranz zu entwickeln. So schalten wir den überschießenden ‚Kampfmodus’ aus, den der Körper wählt, wenn er in Kontakt mit den Substanzen kommt“, sagt Dr. Marie-Luise Polk.

Bisherige Therapien funktionieren über verschiedene Wege

Zum einen werden subkutan– über eine Spritze – die Allergene in den Körper gebracht – zum Beispiel bei Insektenallergien, bei denen die Behandlung der Allergie besonders wichtig ist. Ebenso gibt es die Hyposensibilisierung in Form von Tabletten und Tropfen zur sublingualen Anwendung. Dabei funktioniert dieses „Ausschalten“ der überschießenden Symptome leider nicht bei allen Allergien gleich gut. Für Pferde- und Hundehaarallergiker gibt es zum Beispiel kaum Präparate zur Hyposensibilisierung. Hier können Medikamente nur gegen die Symptome eingenommen werden.

Für Studien werden Betroffene gesucht

Betroffene können sich im Internet zu den Spezialsprechstunden informieren: www.uniklinikum-dresden.de/uac. Hier gibt es auch Informationen zu aktuellen Studien und Forschungsvorhaben. Aktuell werden für Studien Patientinnen und Patienten mit Gräser-, Birkenpollen- und Hausstaubmilbenallergie gesucht. Das Studienzentrum ist unter 0351/458-13506 oder HNO-Studienzentrum@uniklinikum-dresden.de erreichbar.

Quelle: Universität Dresden

Bildrechte: storyset - freepik.com

 

prophylaxe impuls

prophylaxe impuls ist eine zahnärztliche Fachzeitschrift. Sie erscheint vierteljährlich und wird vom zfv Zahnärztlicher Fach-Verlag, Herne, herausgegeben. Das redaktionelle Konzept zeigt auch das Alleinstellungsmerkmal des Fachmagazins: prophylaxe impuls vereint in jeder Ausgabe Wissenschaft und Praxis.

Verantwortlicher Redakteur ist Prof. Dr. S. Zimmer, Universität Witten/Herdecke, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Witten.

Zielgruppe des Fachmagazins ist die Prophylaxe-orientierte Zahnarztpraxis. Die zwei redaktionellen Schwerpunkte Wissenschaft und Praxis binden einerseits Zahnärztinnen und Zahnärzte ein und bieten anderseits für die Prophylaxe-Mitarbeiter/innen praxis- und patientenbezogene Informationen.

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