Zahntechnik

Gysi-Preis 2019

Wettbewerb rüstet Zahntechniker-Azubis für die Zukunft

Aus vielen Ausbildungsbetrieben über die ganze Republik verstreut hatten sich wieder hochmotivierte Azubis des 2., 3. und 4. Lehrjahres am Gysi-Wettbewerb beteiligt.
Dr. Gisela Peters

Aus vielen Ausbildungsbetrieben über die ganze Republik verstreut hatten sich wieder hochmotivierte Azubis des 2., 3. und 4. Lehrjahres am Gysi-Wettbewerb beteiligt.

 

Der Gysi-Wettbewerb, ausgeschrieben vom Verband der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI), findet in der Fachwelt höchste Anerkennung. Wer diesen für Auszubildende geschaffenen Preis erringt, zeigt rundum Kompetenz, legt gesteigerten Leistungswillen an den Tag und setzt sich für Patientenwünsche ein. Auf der IDS 2019 wurden am 14. März wieder neun frisch gebackene Sieger und alle Teilnehmer gefeiert.

 

Die Aufgaben lassen sich von der Ausbildungsverordnung inspirieren, siedeln sich dort aber auf höchstem Niveau an. In allen Kategorien geht es um Versorgungen im Ober- und Unterkiefer. Das 2. Lehrjahr sollte kompositverblendete Gusskronen für den Oberkiefer und eine UK-Totalprothese herstellen. Im 3. Lehrjahr waren für den Oberkiefer Kronen, teils kompositverblendet, und Inlays sowie eine UK-Brücke mit Klammermodellguss gefordert. Das 4. Lehrjahr sollte sich an eine OK-Kombiprothese mit VMK-Brücken und Geschiebemodellguss begeben sowie für den Unterkiefer eine weitere VMK-Brücke und ein Metall-Inlay fertigen.

All diese Beiträge waren traditionell neben dem Alltagsgeschäft zu bewältigen, und es war viel Unterstützung vonseiten der Ausbildungsbetriebe gefordert. Alle Gysi-Siegerarbeiten waren während der gesamten IDS in der Passage zwischen Halle 10 und 11 ausgestellt – dort, wo viele Messegäste innehielten, um sich die Lösungen genau anzuschauen.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Wettbewerbsausrichtung gab es in der Feierstunde diesmal ein Grußwort und einen Festvortrag, die beide unter einem Motto standen: „Zukunftsperspektiven. Alles bleibt anders – wo bleiben wir?“. Zahntechnikermeister Heinrich Wenzel, Vorstandsmitglied des VDZI, sagte in seinem Grußwort an die Festgemeinde nicht nur „Genießen Sie diesen Erfolg!“, sondern auch „Betrachten Sie ihn als Zäsur!“. Denn das Kommende sei voller neuer Herausforderungen für die Zahntechnikbranche.

DZW

Am IDS-Donnerstag hat der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) die 17. Gysi-Preise verliehen. Heinrich Wenzel (Vorstand VDZI) spricht im dzw-Interview mit Brigitta Mayer-Weirauch über die Bedeutung des Gysi-Preises für das Zahntechniker-Handwerk und über die Novellierung der Ausbildungsordnung Zahntechnik.

Es sei ein Spagat zwischen der Patientenrealität und der Zukunftsvision des allumfassenden digitalen Workflows mit einfach zu erreichenden Standardlösungen zu bewerkstelligen. „Wir möchten uns einbringen“, betonte Wenzel. Demgegenüber malte er das Bild der Zahnarzthelferin im Praxislabor, die per Knopfdruck schnell eine konfektionierte Konstruktion erstelle.

Mit den eindringlichen Worten „Aber Sie haben die Kompetenz!“ wandte sich Wenzel an die Gysi-Preisträger als die hoffnungsvolle Nachwuchsriege der kenntnisreichen Zahntechniker. Heute werde zu viel Ähnliches gemacht, es gebe viel ähnliche Zahntechnik – aber jeweils einzigartige Patienten. „Machen Sie keinen ähnlichen Zahnersatz!“, so Wenzels Anliegen.

Hierauf setzte der Festvortrag von Zahntechnikermeisterin Julia Schlee auf, Inhaberin von Schlee-Dental und PSK-Dental­ästhetikerin (Persönliche Service-Kom­ petenz von Zahntechnikermeister Volker Brosch). Ihre Hauptbotschaft: „Alles bleibt anders. Von der Extrameile, die alles verändert“. Heute lernten gerade junge Leute, mit neuen Arbeitsmethoden umzugehen. Aber: Jeder Mensch, der Zahnpatient, bleibe anders als alle anderen und individuell.

„Wir Zahntechniker können Patienten glücklich machen.“ Das sei eine schwierige Aufgabe – aber man setze mit individuellem Zahnersatz ein mächtiges Zeichen gegen den immer billigeren Markt mit Einheitslösungen. Die Zahntechniker sollten eine Extrameile gehen, mit der sie den Standard hinter sich lassen. Bei den Bemühungen müsse ganz oben stehen, für den Patienten das befriedigende, das andere Ergebnis zu erzielen. „Wenn wir die Extrameile gehen, dann sind wir mit dem schönsten Beruf der Welt unterwegs!“, machte Julia Schlee deutlich.

 

 

Der etwas andere Auftritt von Jury-Mitglied, Co-Moderatorin und ZTM Julia Schlee: Die extra Meile zu gehen, lohnt sich. Wer den Patienten individuell und jeweils „anders“ versorgt, ist „mit dem schönsten Beruf der Welt unterwegs“.
Dr. Gisela Peters

Der etwas andere Auftritt von Jury-Mitglied, Co-Moderatorin und ZTM Julia Schlee: Die extra Meile zu gehen, lohnt sich. Wer den Patienten individuell und jeweils „anders“ versorgt, ist „mit dem schönsten Beruf der Welt unterwegs“.

 

Um den Gedanken „Alles bleibt anders“ zu unterstreichen, hatte sie sich farbig-auffallend gekleidet: leuchtend rot-schwarz. Am auffälligsten waren ihre Schuhe: rechts ein roter, links ein schwarzer.

Nein, die konfektionierte Einheitslösung soll es bei der Patientenversorgung nicht geben! Und genau zu dieser Philosophie leistet der Gysi-Wettbewerb einen wichtigen Beitrag.

Dr. Gisela Peters, Bad Homburg

DZW

Die Siegerinnen und Sieger des 17. Gysi-Preises 2019 wurden am IDS-Donnerstag ausgezeichnet. Martina Mathy, Giesa Dentaltechnik, Weiden (Platz 1 im 3. Ausbildungsjahr) und Michelle Wegerle, Duderstädter Dental-Labor GmbH (Platz 2 im 3. Ausbildungsjahr) berichten im dzw-Interview mit Brigitta Mayer-Weirauch, warum sie sich beworben haben und weshalb sie so stolz auf den Gysi-Preis des VDZI sind.

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