Wirtschaft

Lebensmittelampel

Der Nutri-Score kommt

Lebensmittelkennzeichnung: Ampelsystem am wirksamsten
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Lebensmittelkennzeichnung: Ampelsystem am wirksamsten

Die Lebensmittelampel „Nutri-Score“ motiviert Lebensmittelhersteller, ihre Produkte gesünder zu gestalten. Das zeigt sich gerade in Frankreich: Die Supermarktkette Intermarché hat angekündigt, die Rezepturen von mehr als 900 Eigenprodukten zu verändern – sodass diese die Nutri-Score-Bewertung A, B oder C bekommen (gesundheitlich sehr günstig bis mittelmäßig). Zeitgleich senkt die belgische Supermarktkette Delhaize die Preise für 100 Produkte mit Nutri-Score A und B um 20 bis 50 Prozent. „Der Nutri-Score löst offenbar im Ausland einen Innovations- und Marketingschub in Richtung gesunde Ernährung aus“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK). „Genau diesen brauchen wir auch in Deutschland dringend.“

In Deutschland hat sich gerade mit dem Unternehmen HAK ein weiterer Lebensmittelhersteller zum Nutri-Score bekannt. Auch Aldi Schweiz hat angekündigt, ab 2020 den Nutri-Score auf seinen Eigenmarken abzubilden.

Nun hat Ernährungsministerin Julia Klöckner angekündigt, in Deutschland den Nutri-Score einzuführen. Dazu erklärt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft: „Wir begrüßen die Einführung des Nutri-Scores sehr. Die Umfrage des Ministeriums bestätigt eindrücklich die zahlreichen wissenschaftlichen Nachweise zur Wirksamkeit des Labels. Mit der Entscheidung für den Nutri-Score leistet Frau Klöckner direkt einen Beitrag, eine gesunde Ernährung zu fördern. Wie die Ministerin aber selbst betont hat, kann der Nutri-Score nur einer von mehreren Bausteinen sein. Notwendig sind weitere Schritte, unter anderem ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Produkte, wie es die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.“

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