Implantologie

5. Geistlich Konferenz

Was tun bei Periimplantitis?

Wir sprachen mit dem Konferenzvorsitzenden Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der DRK-Kliniken Nordhessen, über seine Erwartungen und das Programm.

Herr Prof. Terheyden, welche Impulse erhoffen Sie sich für die Teilnehmer der Konferenz?

Prof. Dr. Hendrik Terheyden: Ich hoffe, dass als Ergebnis der Konferenz sich ein Bewusstsein dafür bildet, dass Zweiteingriffe nach Implantatverlust einen erhöhten Schwierigkeitsgrad und schlechtere Erfolgsaussichten beinhalten als die Erstimplantation. Daher sollte zunächst einmal alles getan werden, damit ein Implantat so lange wie möglich gesund bleibt und auch im Erkrankungsfall erhalten werden kann.  Darauf geht Prof. Dr. Bilal Al Nawas in seinem Vortrag ein. Wegen der hohen Zahl der gesetzten Implantate steigt zwangsläufig auch bei kleinen Ausfallraten jährlich die Zahl der Patienten mit Zweitimplantationen. Dafür werden in Baden-Baden neue innovative Behandlungsprotokolle und auch Materialein diskutiert werden.  

 

Wie hoch ist die Zahl an Periimplantatsfällen jährlich, bei wie vielen Implantaten muss aufgrund einer Entzündung das Implantat entfernt und neu aufgebaut werden? Gibt es dazu belastbare Zahlen?

Terheyden: Laut Leitlinie variieren die Angaben zur Häufigkeit der Periimplantitis in der Literatur zwischen einem und 47 Prozent der Patienten mit Zahnimplantaten. Diese hohe Variationsbreite resultiert aus den unterschiedlichen Definitionen. Während die eine Studie als Definition eine schwere eiterige Entzündung fordert, definiert die andere Studie schon ein Zahnfleischbluten als Periimplantitis. Robuste Zahlen gibt es nicht. Andersherum hat man aber belastbare Zahlen über die Erfolgsraten bei der Versorgung von Zahnimplantaten. Diese liegen bei etwa 90 Prozent nach zehn Jahren. Wenn man daraus umgekehrt die Verlustraten nimmt und davon ausgeht, dass die Mehrzahl der Verluste durch Periimplantitis entsteht, käme man auf etwa 10 Prozent in einem Zehn-Jahres-Zeitraum.

Allerdings muss bei einer Periimplantitis das Implantat nicht zwangsläufig entfernt werden. Das ist auf keinen Fall richtig. Der Vortrag von Dr. Florian Rathe befasst sich mit der Rettung der Implantate bei Periimplantitis und sogar mit der Regeneration von verlorenem Knochen in dieser Situation. Langfristig können laut Leitlinie mehr als die Hälfte aller von Periimplantitis befallenen Implantate durch diese Maßnahmen erhalten werden.

 

Vor welchen Herausforderungen steht die Reparatur-Chirurgie derzeit?

Terheyden: Es ist sind die Defekte, vor allem die Weichteilvernarbungen und -defekte, die uns beschäftigen. Daher sollten bei jeder Erstimplantation Operateure die Möglichkeit des Verlustes einkalkulieren und entsprechend schonend mit dem Gewebe umgehen. Das werden die Professoren Stimmelmayr und Kebschull erklären. Zweitens treten durch Entzündungen oder durch Knochenverlust bei einer Explantation Knochendefekte auf, die behandelbar sind, aber diese Behandlungen sind zeit- und kostenaufwändig, wie Dr. Markus Tröltzsch vortragen wird.

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