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Gemeinsam in eine starke Zukunft

Im Laufe des vergangenen Jahres ist die Mitgliederzahl des Bundesverbands zahnärztlicher Fachkräfte in der Prävention e. V. (BVZP) auf fast 200 angestiegen. „Wir werden mittlerweile also nicht nur wahrgenommen, sondern vor allem auch ernst genommen“, sagt Birgit Hühn, Präsidentin des BVZP, im Gespräch mit fan-Redakteurin Birgit Strunk. Was sich beim BVZP außerdem getan hat, verrät Hühn in nachstehendem Interview.

Was gibt es Neues beim BVZP?

Birgit Hühn: Wir sind in gutem Austausch mit dem Verband Deutscher Dentalhygieniker (VDDH), dem Berufsverband der Deutschen Dentalhygienikerinnen e. V. (BDDH) und mit dem Verband medizinischer Fachberufe e. V. (VmF.) Darüber freue ich mich sehr, denn wir wollen nicht miteinander konkurrieren, sondern uns gegenseitig stärken.

Außerdem bieten wir seit Januar 2022 einmal im Monat eine „Sprechstunde“ an. Hier tauschen wir uns online mit maximal acht Teilnehmern zu verschiedenen Themen aus.

Für wen sind die Sprechstunden gedacht – und worüber tauschen Sie sich aus?

Hühn: Die Sprechstunden sind eine Diskussionsrunde für unsere Mitglieder. Neben mir ist meistens Nancy Djelassi von unserem Social-Media-Team mit dabei. Themen gibt es genug, und oft gehen die Gespräche über das gesetzte Thema hinaus. Kürzlich hatten wir beispielsweise das Thema Karrieremöglichkeiten. Hier war eine DH anwesend, die rund 25.000 Euro und vier Jahre ihrer privaten Zeit in ihre Fortbildung investiert hat. Als sie ihrer Fortbildung abgeschlossen hatte, wurde ihr gekündigt. Ersetzt wurde sie durch eine günstigere ZFA ohne Basiskurs, die künftig die Parodontitisbehandlungen durchführen wird. So etwas tut mir weh! Leider machen viele ZFA die Erfahrung, dass man gut arbeitet und der Chef zufrieden ist, solange man nicht „zu viel“ verdienen möchte – am besten unter Tarif.

Diese Situationen sind aber nur möglich, weil die meisten Patienten nicht wissen, was genau gespielt wird. Darum müssen wir die Patienten viel intensiver darüber aufklären, dass wir über verschiedene Fortbildungsstufen verfügen und nicht jede ZFA einfach alle Behandlung übernehmen kann.

Wie finanziert sich der BVZP?

Hühn: Unsere Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von 19 Euro, mit dem das Abo des „Team Journals“ (Quintessenz Verlag GmbH, Berlin, A. d. R.) finanziert wird, das alle unsere Mitglieder bekommen. Die Arbeit des BVZP wird zu 100 Prozent von den Jahresbeiträgen unserer Partner aus der Industrie finanziert – dazu stehen wir auch. Von diesen Geldern werden zum Beispiel das Social-Media-Team und die Miete der Geschäftsstelle bezahlt. Ohne diese finanzielle Hilfe könnten wir nicht „so laut“ sein. Aber unsere Partner wissen, dass wir uns nicht instrumentalisieren lassen.

Welche Kriterien müssen Industriepartner erfüllen, um Partner des BVZP zu werden?

Hühn: Allem voran müssen unsere Partner natürlich unsere Grundsätze teilen. Neben dem Interesse an der Zahngesundheit heißt das insbesondere, dass sie die Fachkräfte wertschätzen und mit dafür Sorge tragen, dass diese im Beruf bleiben möchten.

Birgit Hühn, Präsidentin des BVZP, im Zoom-Gespräch

Birgit Hühn, Präsidentin des BVZP: „Wir werden mittlerweile also nicht nur wahrgenommen, sondern vor allem auch ernst genommen.“

Wertschätzung ist also weiterhin eines der großen BVZP-Themen?

Hühn: Auf jeden Fall! Derzeit überlegt sich etwa jede dritte zahnmedizinische Fachkraft mehrmals im Monat, aus dem Beruf auszusteigen – das hat der VmF in einer Umfrage ermittelt. Das heißt, wenn sich hier nichts tut, wird sich der Fachkräftemangel noch verstärken. Nicht umsonst sprechen wir mittlerweile nicht mehr „nur“ von einem Fachkräftemangel, sondern bereits von einem Engpassberuf. Dieser Zustand wird auf Dauer die aktuell gute Mundgesundheit unserer Patienten gefährden.

Wie sieht die Zusammenarbeit derzeit mit dem VmF, BDDH und VDDH aus?

Hühn: Seit wir uns vorigen Sommer in Köln in Präsenz getroffen haben, tauschen wir uns regelmäßig online aus. Sofern wir es zeitlich einrichten können, treffen wir uns alle gemeinsam. Es kommt aber auch vor, dass ich in einer Woche mit jedem Verband einzeln spreche. Wir schätzen uns alle gegenseitig. Konkurrenzdenken gibt es bei uns nicht, jeder sieht in den anderen den Mehrwert –das ist richtig schön! Je öfter wir ein Thema in der Öffentlichkeit behandeln, desto sichtbarer werden wir.

Momentan unterstützen wir besonders den VmF, indem wir zum Beispiel dessen Aktionen zu den Tarifverhandlungen in unseren Social-Media-Kanälen veröffentlichen und unsere Mitglieder zur Teilnahme auffordern. Außerdem haben wir mit dem VmF eine „Arbeitsgruppe Tarifvertrag“ gegründet und mit dem BDDH, dem VDDH und der dem VmF eine „Arbeitsgruppe Delegationstabelle“, in der der BDDH federführend ist. Bisher gibt es eine solche Tabelle nur in Baden-Württemberg, Brandenburg und seit Kurzem auch in Westfalen-Lippe.

Sind die Delegationstabellen einheitlich?

Hühn: Diese Tabellen unterscheiden sich zwar in jedem Kammerbereich etwas, aber wir befürworten diese Tabellen, weil sie eine Übersicht geben und Sicherheit bieten. Auch wenn Papier geduldig ist und weiterhin Paragraf 1 des Zahnheilkundegesetztes gilt: Vielleicht traut sich eine ZFA nach einem Blick auf die Tabelle leichter, ihrer Chefin respektive ihrem Chef zu sagen: Entschuldigung, das darf ich gar nicht!

Eine ZFA ohne Fortbildung sollte sich einmal klarmachen, welchen Umsatz sie während einer einstündigen PZR generiert, für die die Praxis oft mehr als 100 Euro in Rechnung stellt, und was sie als ZMP verdienen würde.

Was plant der BVZP für die Zukunft?

Hühn: Im Laufe dieses Jahres – wenn Präsenzveranstaltungen wieder möglich und planbar sind – möchten wir beispielsweise bundesweit Stammtische gründen, bei denen Mitglieder wie auch Nichtmitglieder herzlich willkommen sind. BVZP-Mitglieder, die sich engagieren und einen Stammtisch in ihrer Umgebung organisieren möchten, dürfen sich gerne bei uns melden. Dann können wir genau planen, wie wir diese Veranstaltungen mit dem BVZP unterstützen können.

Rücktritt zum 1. Mai 2022

Kurz nach Veröffentlichung dieses Interviews ist Birgit Hühn zum 1. Mai 2022 aus privaten Gründen von ihrem Amt als BVZP-Präsidentin zurückgetreten. Dem Verband wird sie im erweiterten Vorstand auch in Zukunft zur Verfügung stehen und ausgewählte Projekte, wie zum Beispiel die online stattfindenden Sprechstunden, betreuen.

Ihre Nachfolge bis zur nächsten Mitgliederversammlung übernimmt Nancy Djelassi, die bereits seit langer Zeit im erweiterten Vorstand tätig ist. Diese "bildet mit der neuen Vizepräsidentin Daniela Wiedemann ein unschlagbares Team, sodass der BVZP für die Zukunft weiterhin gut aufgestellt ist", so Hühn in einer Pressemitteilung.