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DGPZM: Spannende Vorträge und lebhafter Austausch
Lutz Laurisch

Dr. Lutz Laurisch, Vizepräsident der DGPZM

Nach langer Corona-Pause und etlichen Verschiebungen konnte Ende Oktober 2021 der Deutsche Präventionskongress der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) endlich stattfinden. Austragungsort war das Congresszentrum Vila Vita in Marburg.

PAR-Richtlinie: großer ­Informations- und Diskussionsbedarf

„Mit der zweiten Auflage unseres Kongresses und rund 80 Gästen sind wir unter denen gegebenen Umständen sehr zufrieden. Wir haben einen sehr lebendigen Kongress mit sehr spannenden Vorträgen und einem lebhaften Austausch zwischen den Teilnehmenden und den Vortragenden erlebt“, sagt der Präsident der DGPZM, Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke (UWH). „Programmatisch haben wir uns dabei in diesem Jahr die Parodontologie als Schwerpunkt ausgewählt. Hier gibt es ja durch die neuen PAR-Richtlinien auch den größten Informations- und Diskussionsbedarf.“

Thema Paro-Endo-Läsionen

Am ersten Kongresstag ging es gleich mit zwei spannenden Themen los: Prof. Dr. Cornelia Frese von der Uni Heidelberg präsentierte das Konzept der „Box elevation“, mit der sich chirurgische Kronenverlängerungen beim Unterschreiten der biologischen Breite vermeiden lassen. Anschließend referierte Prof. Dr. Claudia Barthel-Zimmer (UWH) zu Paro-Endo-Läsionen und stellte strukturiert die Vorgehensweise der Diagnose und Therapie dar.

Privatdozent Dr. Gregor Petersilka aus Würzburg beleuchtete ein Thema, das alle Prophylaxe-Fachkräfte bewegt: das Arbeiten mit Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräten mit milden Abrasivstoffen wie Glycin und Erythrit. Dabei ging Petersilka auch auf die Frage ein, ob diese Geräte angesichts von Corona aufgrund des produzierten Aerosols besonders riskant seien. Den Abschluss des Tages bildete der Vortrag von Katja Effertz aus Karby. Mit ihren Ausführungen zum Thema „Zufriedenheit von Mitarbeitenden“ traf sie den Nerv vieler Zuhörer, was sich an der angeregten Diskussion gezeigt habe. Diesen Themenkomplex möchten die Veranstalter im kommenden Jahr verstärkt aufgreifen.

Mythen und Fakten der häuslichen Mundhygiene

Der zweite Kongresstag gehörte zunächst dem Thema Prävention: Zimmer beleuchtete die Mythen und Fakten der häuslichen Mundhygiene und Prof. Dr. Dirk Ziebolz von der Uni Leipzig ging der Frage nach, welche Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen tatsächlich belegt sind und was die Konsequenzen für unsere Arbeit sind.

Vorträge von Prof. Dr. Nicole Arweiler von der Uni Marburg zum Stellenwert der maschinellen Instrumentierung in der Parodontaltherapie sowie Dr. Lutz Laurisch zum Stellenwert der Speicheldiagnostik in der Praxis rundeten den Vormittag ab, bevor es nach der Mittagspause mit drei sehr aktuellen Themen weiterging.

Zunächst präsentierte Arweiler in ihrem zweiten Vortrag die Konsequenzen der neuen PAR-Klassifikation für die Praxis und machte deutlich, dass die Klassifikation mit einiger Übung nicht so kompliziert ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Eine der Spezialistinnen in Deutschland zum Thema Fluorid und Hydroxylapatit, Prof. Dr. Carolina Ganß von der Gießener Uni, stellte in ihrem Vortrag den wissenschaftlichen Forschungsstand zu beiden Substanzen dar und brach eine Lanze für die Empfehlung von Fluorid-Zahnpasten.

Behandlung der Periimplantitis

Den Abschluss des spannenden Kongresses bildetet die Präsentation von Prof. Dr. Christian Gernhardt von der Uni Halle. Er setzte sich mit der Problematik der Periimplantitis auseinander und gab wertvolle Hinweise zu ihrer Behandlung.

Ein Höhepunkt war die Verleihung des von Voco gestifteten Praktikerpreises der DGPZM. Der 1. Preis und 1.500 Euro gingen an das Duo Sophia und Dr. Bernhard Dollmann aus Zerf für ihren Index zur Bestimmung des Kariesrisikos auf der Grundlage von Ernährungsfrequenz und Fluoridanwendung. Den mit 1.000 Euro dotierten 2. Preis erhielt die Kinderzahnärztin Dr. Constanze Kirchner aus Augsburg für ihr Projekt „Speicheltest als Bestandteil der Individualprophylaxe und Teil des Kariespräventionskonzepts in der Kinder- und Jugendzahnarztpraxis“.

Der 3. Deutsche Präventionskongress findet am 13./14. Mai 2022 in Hamburg statt.