Wissenschaft

33. Dentsply Sirona-Förderpreis

Wettbewerb als wichtiges Wissenschaftsevent

Teilnehmer, Jurymitglieder und die Präsidenten der BZÄK, Dr. Peter Engel, und DGZMK, Prof. Dr. Michael Walter, sowie Dr. Frank Pfefferkorn, Dentsply Sirona
Dentsply Sirona/fotoagentur roth

Teilnehmer, Jurymitglieder und die Präsidenten der BZÄK, Dr. Peter Engel, und DGZMK, Prof. Dr. Michael Walter, sowie Dr. Frank Pfefferkorn, Dentsply Sirona

Die Preisverleihung zum 33. Dentsply Sirona-Förderpreis, unterstützt von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), bildete wieder traditionell den Schlussakkord beim wissenschaftlichen Kongress zum Deutschen Zahnärztetag 2019. Einer der – laut BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel – „wichtigsten Wissenschaftsevents für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte“ fand in der Siegerehrung sein spannendes Ende.

Insgesamt 21 Teilnehmer aus 17 Hochschulstandorten waren in diesem Jahr im Wettstreit um die beiden ersten Plätze und die damit verbundene Reise zur Jahrestagung der AADR in die USA im kommenden Jahr angetreten, teilt die DGZMK mit.

In der Kategorie klinische Studien, experimentelle Forschung mit klinischem Bezug und Public Health- sowie Versorgungsforschung sicherte sich Anna Peters, Universität Halle-Wittenberg, Universitätspoliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, mit Tutorin Dr. Karolin Brandt die Geldprämie von 1500 Euro sowie den Trip über den großen Teich.

In der Kategorie Grundlagenforschung und Naturwissenschaften konnte Martin Philipp Dieterle, Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Kieferorthopädie, mit Tutorin Prof. Dr. Britta Jung den ersten Rang verbuchen. Den zweiten Preis und ein Preisgeld von 500 Euro im Bereich klinische Forschung gewann Amira Jung, Technische Universität Dresden, Klinik für Zahnerhaltung, mit Tutorin Dr. Jasmin Kirsch. Bei der Grundlagenforschung konnte sich Florian Schweitzer, Universitätsklinikum Tübingen, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Sekt. MWT, mit Tutor Prof. Dr. Jürgen Geis-Gerstorfer freuen.

Internationale Herausforderung

Auf die Gewinner wartet jetzt eine besondere und internationale Herausforderung. Auf der Jahrestagung der AADR präsentieren sie ihre Arbeit gegen die Gewinner des Förderpreises aus anderen Ländern. Diesen Aspekt stellte der frühere Gewinner Dr. Werhan heraus. Er berichtete über die internationale Dimension dieses Preises, um den etwa im vergangenen Jahr Teilnehmer aus 28 Ländern miteinander wetteiferten. Unter dem Namen SCADA (Student Competition for Advancing Dental Research and its Application) wird er seit 2017 gemeinsam mit der AADR verliehen.

Wettbewerb öffnet sich

Für dieses Jahr hatte der traditionelle Nachwuchswettbewerb in der Ausschreibung eine Art Frischzellenkur durchlaufen. Die beiden Ausschreibungskategorien wurden erweitert, darüber hinaus kann jetzt jeder Hochschulstandort mehr als nur einen Teilnehmer melden, wovon zwei Hochschulen bereits in diesem Jahr Gebrauch gemacht haben. „Eine moderne Zahnmedizin erfordert eine tragfähige wissenschaftliche Basis, die durch experimentelle Forschung, klinische Forschung und Versorgungsforschung geschaffen werden muss“, unterstrich DGZMK-Präsident Prof. Dr. Michael Walter die besondere Notwendigkeit, junge Forscher mit einem solchen Wettbewerb zu fördern.

„Nur die Verbindung beider Sichtweisen – Wissenschaft und Praxis – führt zu dem Erfolg, den unsere Patienten erwarten“, erklärte Dr. Frank Pfefferkorn, Leiter klinische Forschung und wissenschaftlicher Dienst für Restaurative Materialien bei Dentsply Sirona. Er beschrieb die mühselige „Knochenarbeit“, die oft mit wissenschaftlichem Arbeiten verbunden ist und stellte heraus: „Aber es gibt sie; die Momente, in denen das Experiment gelungen ist, die Auswertung Sinn macht und neue Erkenntnisse sich Bahn brechen. Denn nicht das Bestätigen vorhandenen Wissens, sondern das Schaffen neuen Wissens ist eben Ziel und Zweck von Wissenschaft.“

"Wir brauchen aktive und weltoffene Wissenschaftler"

In diese Kerbe stieß auch BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel, der feststellte: „Wir brauchen aktive und weltoffene Wissenschaftler.“ In einem Land mit wenig Rohstoffen und einer alternden Gesellschaft könne das Wissen in den Köpfen junger Menschen sich zum entscheidenden Standortvorteil auswachsen: „Ich wünsche mir die klügsten Köpfe für die Wissenschaft im Allgemeinen und die Zahnmedizin im Speziellen.“

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Die Schaffung einer tragfähigen wissenschaftlichen Basis sei Voraussetzung für den Wissenschaftsstandort Deutschland, betonte DGZMK-Präsident Walter. „Dem tragen wir mit unserer ausgeweiteten Forschungsförderung und mit diesem Förderpreis Rechnung“, sagte er. „Die Stärkung der Evidenzbasierung unseres Fachs durch Forschungsförderung und Wissenstransfer in die Praxis ist eine wesentliche Aufgabe und Herausforderung der kommenden Jahre.“

Er warnte vor einer vermeintlichen Trennung von Wissenschaft und Praxis oder gar dem Heraufbeschwören eines Antagonismus’ zwischen beiden. „Nur über die Förderung des Nachwuchses kann es uns gelingen, die Wissenschaftlichkeit unseres Fachs für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen.“ Dem Förderpreis komme also auch in Zukunft große Bedeutung zu.

Quelle: DGZMK