Politik

Kalenderwoche 14-2020

Kurzmeldungen März 2020

Notfallfonds ohne Kreditcharakter für Freiberufler

Zu den Auswirkungen der Corona-Krise und angekündigten sowie darüber hinaus erforderlichen Maßnahmen hat der BFB eine Umfrage bei seinen Mitgliedsorganisationen durchgeführt: Acht von zehn Freiberuflern befürchten deutliche Einbußen. Ein Notfallfonds ist am wichtigsten, gefolgt von Kurzarbeitergeld ohne Quorum und zinsfreier Stundung von Steuerzahlungen. Im Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft gilt es weitere Lösungen zu erarbeiten. „Die Freiberufler spüren bereits jetzt, dass sie nicht verschont bleiben. Alle rechnen mit Einbußen, teils akut, teils in der nächsten Zeit, wenn die Krise noch massiver durchschlägt. Rund acht von zehn Freiberuflern befürchten deutliche Einbußen. Die Hälfte erwartet sehr stark, ein gutes Drittel stark und rund 15 Prozent mittelstark betroffen zu sein“, so verdichtet BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer die Ergebnisse einer verbandsinternen Umfrage. „Wir begrüßen die bestehenden und in Aussicht gestellten Maßnahmen der Bundesregierung. Der enge Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft ermöglicht es, Probleme zu identifizieren und Lösungen zu konzipieren, um die Folgen bestmöglich abzumildern. Sollten die jetzigen Maßnahmen nicht ausreichen, gilt es, gemeinsam neue Instrumente zu entwickeln“, so der BFB-Präsident weiter.

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Zahnärztinnen und Zahnärzte nehmen seit dem ersten Halbjahr 2019 nicht mehr an der vertragszahnärztlichen Versorgung teil. 836 sind hinzugekommen.
Quelle: KZBV

Neuer Name: Aus KOM-LE wird KIM

KOM-LE heißt ab sofort KIM – Kommunikation im Medizinwesen. Mit dem Kommunikationsdienst können künftig digitale Dokumente und Nachrichten schnell und zuverlässig – mit oder ohne Anhang – über ein sicheres E-Mail-Verfahren ausgetauscht werden. Mit dem neuen Namen betont die gematik die Offenheit für alle Nutzergruppen. KIM richtet sich an alle, die im Gesundheitswesen tätig sind. „Der Name KIM ist griffig und gut aussprechbar. Das wird dazu beitragen, dass KIM schnell im Arbeitsalltag integriert und nicht mehr aus dem Gesundheitswesen wegzudenken sein wird“, erklärt gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken die Namensänderung. „Der alte Name KOM-LE (Kommunikation der Leistungserbringer) bezog sich explizit nur auf bestimmte Nutzergruppen. Das gehört definitiv der Vergangenheit an.“ KIM erinnert an bereits etablierte Hilfs- oder Schwesternmodelle wie AGNES, VERAH und GERDA. Es steht allen offen, die an der Patientenversorgung beteiligt sind und sicher miteinander kommunizieren wollen – einrichtungs- und sektorenübergreifend.

Veranstaltungen des “ladies dental talk” verschoben

Die für Ende April angekündigten Fortbildungen von “ladies dental talk – das Netzwerk für Zahnärztinnen, die querdenken” werden aufgrund der Corona-Krise verschoben. Die Veranstaltung in Oldenburg „Was macht mich, was meine Praxis stark?“ mit Rubina Ordemann, Geschäftsführerin Fortbildungsinstitut der ZÄK Bremen, QM-Expertin und Business-Coach, wird auf den 10. Juli verschoben und „Teammitglieder finden, fördern und binden“ mit Kathrin Petersen, Geschäftsführerin des MADSACK Medien Campus, findet nun erst am 11. November statt. Von den drei Fortbildungen im Mai hoffen die Veranstalterinnen, dass sie wie geplant stattfinden können.

Aufarbeitung der Krise in China begonnen

Prof. Dr. med. dent. Zhuan Bian, Dekan der School of Stomatology University of Wuhan, hat am 25. März 2020 seine Erfahrungen und Erkenntnisse unter andrem in einem Webinar für Zahnärzte präsentiert.
Prof. Bian hat der deutschen Zahnmedizin Hinweise zum Handling der Coronakrise im (zahn)ärztlichen Alltag mitgegeben.
Die elementaren Punkte aus der Auswertung der Wuhan Dentistry: Erkrankungen und Todesfälle seien in China unter Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen nicht bei Zahnärzten und ihren Teams vorgekommen. Es seien keine zusätzlichen Risiken bzw. beschleunigte Verbreitung innerhalb der Bevölkerung durch zahnärztliche Behandlungen entstanden – auch nicht bei Zahnarzt- und Praxispersonal. Zahnärzte hätten bis zu einer staatlich verordneten Schließung privater Praxen mit der auch in Deutschland üblichen persönlichen Schutzausrüstung gearbeitet.

Arbeitnehmern, die wegen Corona ihre Eltern pflegen

Tagespflegen sind wegen Corona geschlossen, Betreuungspersonen aus Osteuropa reisen ab oder kommen nicht mehr – zahlreiche Arbeitnehmer müssen die Betreuung von dementiell veränderten oder pflegebedürftigen Eltern selber übernehmen. Und sie vielleicht zu sich nehmen, weil die Eltern auch in ihrem eigenen Zuhause nicht alleine leben können. Daniel Schlör, Vorstandsvorsitzender des Verbands für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) fragt: „Wie soll die mittlere Generation ihrer Arbeit nachgehen und gleichzeitig die eigenen Eltern betreuen? Der VHBP fordert eine Entschädigung auch für solche Menschen, die vorübergehend die Arbeitszeit reduzieren müssen – so, wie es für Eltern von betreuungsbedürftigen Kindern auch der Fall ist.“ Eltern von betreuungsbedürftigen Kindern erhalten 67 Prozent ihres Nettoeinkommens, höchstens 2.016 Euro im Monat für eine Dauer von höchstens sechs Wochen. Sollte die Coronakrise insbesondere auch in Osteuropa andauern, rechnet der VHBP ab Ostern schrittweise mit 100.000 bis 200.000 alten und kranken Menschen in Deutschland, die nicht mehr durch Betreuungspersonen aus Osteuropa versorgt werden. Auch die Schließung von Tagespflegen und ähnlichen teilstationären Einrichtungen erschwert die Betreuung der 2,9 Millionen zu Hause gepflegten Menschen.

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