Politik

Kalenderwoche 36/2019

Kurzmeldungen 2. bis 8. September

Erklärvideo der Gematik zur ePA

Die elektronischen Patientenakte (ePA) kommt, und sie wird ein Kernstück in der Digitalisierung des Gesundheitswesens sein. Was die Versicherten von ihr erwarten dürfen, erklärt die Gematik in einem aktuellen Video. Ab 01.01.2021 müssen die Krankenkassen allen gesetzlich Versicherten, die das wünschen, eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Was die ePA ist, kann und wie sie funktioniert, erklärt das neue ePA-Erklärvideo der Gematik für Patientinnen und Patienten. Darin wird anschaulich gezeigt, wie dieses Angebot, das auf freiwilliger Basis genutzt werden kann, die Gesundheitsversorgung jedes Einzelnen ab 2021 noch mehr verzahnen und verbessern kann.

Spahn will einheitliche Medizinproduktekontrolle

Mit dem Medizinprodukte-Anpassungsgesetz-EU, das derzeit als Entwurf vorliegt, möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn künftig Medizinprodukte stärker kontrollieren können. Derzeit wird die Risikobewertung auf Bundesebene vorgenommen und die Länder sind frei im Umgang damit. Künftig will Spahn die Risikobewertung und die Überwachung bundeseinheitlich gestalten und in die Verantwortung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel übergeben. „Wir wollen, dass Medizinprodukte für Patienten sicher und kein Risiko für sie sind“, sagte Spahn gegenüber der „F.A.Z.“. Anlass für den Gesetzentwurf sind ein Skandal um manipulierte Brustimplantate und entsprechende EU-Vorgaben. Der Gesetzentwurf bedarf der Zustimmung der Länder.

Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“

Die nach den Regularien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) erstellte Leitlinie zu dem häufigen und zum Teil für die Betroffenen erheblich belastenden Problem des Schnarchens ist aktualisiert und in ihren methodischen Grundlagen erweitert worden (Klassifikation S3). Federführend durch die DGHNO-KHC wurde in Zusammenarbeit mit sechs weiteren beteiligten Fachgesellschaften und Institutionen (u.a. DGMKG, DGZMK und DGZS) eine evidenz- und konsensbasierte Orientierungshilfe im Hinblick auf eine fundierte Beratung, Diagnostik und ggf. Therapie erarbeitet. Ziel dieser Leitlinie ist die Förderung einer qualitativ hochwertigen (zahn-) ärztlichen Versorgung von schnarchenden Erwachsenen. Sie richtet sich primär an alle, die mit der Diagnostik und Therapie des Schnarchens befasst sind. Hier geht es zur Leitlinie und den dazugehörigen Dokumenten.

AOK schreibt rote Null

Nach Medienberichten über die GKV-Finanzergebnisse des ersten Halbjahres hat der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, das AOK-Ergebnis wie folgt eingeordnet:

"Die AOK-Gemeinschaft hat das zweite Quartal 2019 mit einer roten Null abgeschlossen, konkret bedeutet das ein negatives Ergebnis von 67 Millionen Euro. Das ist seit langem wieder mal ein leichtes Minus, hat aber noch nichts mit der allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung zu tun. Im Gegenteil, die Einnahmesituation der GKV ist auch 2019 noch äußerst robust. Außerdem ist es vom Gesetzgeber ausdrücklich gewünscht, dass Vermögen abgebaut und als Beitragssatzsenkung an die Versicherten zurückgegeben wird. Neben einem gegenüber dem Vorjahreshalbjahr abgeschwächten Versichertenwachstum machen sich im aktuellen Quartalsabschluss Sondereffekte bemerkbar wie beispielsweise die Absenkung von Zusatzbeiträgen. Außerdem wurden entsprechend dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz GKV-weit bereits 320 Millionen Euro für die Finanzierung neuer Pflegestellen bereitgestellt. Das gibt einen Vorgeschmack auf den Ausgabenanstieg, der in Zukunft durch geplante und bereits beschlossene Reformen zu erwarten ist."

Zahl der Woche       528.000

Euro betrug das durchschnittliche Finanzierungsvolumen allgemeinzahnärztlicher Einzelpraxen bei Neugründung im Jahr 2017

Quelle: Jahrbuch 2018 der KZBV

Weitere Artikel