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Corona-Pandemie

Vorrat an Persönlicher Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung war am Anfang der Pandemie EU-weit schwer zu beschaffen. Wie sieht es heute aus?
BVD

Persönliche Schutzausrüstung war am Anfang der Pandemie EU-weit schwer zu beschaffen. Wie sieht es heute aus?

Im Bestand der Bundesregierung in Deutschland befindet sich ein größerer Vorrat an Persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Darunter waren Anfang Dezember 2020 rund 544 Millionen OP-Masken, rund 215 Millionen Masken vom Typ FFP2 und rund drei Millionen Masken des Typs FFP3, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Ferner zählten den Angaben zufolge zum PSA-Bestand der Bundesregierung rund 32 Millionen Einmalhandschuhe, rund eine Million Schutzanzüge, rund eine halbe Million Schutzbrillen, rund 17 Millionen Schutzkittel und rund vier Millionen OP-Hauben. Sämtliche vom Bund beschaffte Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), für die konkrete Qualitätsprüfungen erforderlich waren, wurden entsprechend getestet, heißt es von Seiten der Bundesregierung.

Versorgung mit Schutzausrüstung sichern und verbessern

Der BVD Bundesverband Dentalhandel begrüßt die Veröffentlichung der Bundesregierung, eine nationale Gesundheitsreserve für persönliche Schutzausrüstung aufzubauen. Nach den Erfahrungen mit den gravierenden Lieferschwierigkeiten im Frühjahr hält der BVD dieses Vorgehen für dringend geboten. Der Präsident des BVD, Lutz Müller, stellte dazu fest: „Bis vor einigen Jahren war eine nationale Notreserve selbstverständlich. Dann wurde diese aus Kostengründen aufgelöst. Nun haben wir erlebt, wie wichtig eine solche Reserve für die Gesundheit der Bevölkerung und gerade auch für den Weiterbetrieb der Wirtschaft ist.“

Dentalhandel fordert, PSA-Produktion auch in Europa aufzubauen

Allerdings hält der BVD es für notwendig, dazu parallel eine nationale oder europäische Produktion von Schutzausrüstung aufzubauen. Alleine die Gesundheitsreserve könne in einer Pandemie nur einer kurzfristigen Überbrückung dienen. Sie sei mit hohen Kosten der Lagerlogistik verbunden, so dass auch eine Konzentration auf wenige Standorte sinnvoll sei.
Müller: „Beim Aufbau einer Produktion kann EU-weit gedacht werden.“ Auch in Pandemiezeiten könnten die innereuropäischen Lieferketten aufrecht erhalten werden. Die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen zeige, dass uns die Pandemie noch längere Zeit beschäftigen werde. Deshalb fordert der BVD-Präsident weitere Anstrengungen von der Bundesregierung: „Wir brauchen eine nationale oder europäische Produktion, damit wir ein Stück weit von der chinesischen Produktion und dem Erhalt der internationalen Lieferketten unabhängig werden. Ausdrücklich weise ich aber darauf hin, dass auch für den Dentalhandel offene Märkte wichtig sind.“
Der Dentalhandel selber habe aus den negativen Erfahrungen aus dem Frühjahr gelernt. Man habe sich auf die gestiegene Nachfrage nach PSA eingestellt und die Lager entsprechend ausgebaut.

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