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Der kleine Unterschied im Badezimmer

Vorurteile über das jeweils andere Geschlecht prägen das Denken vieler. Und benötigt man oder „frau“ einen Beweis, erinnert er oder sie sich schnell an eine Situation, die die vorgefasste Meinung zu bestätigen scheint. Zu objektiveren Ergebnissen kommen da Untersuchungen, wie sie etwa das Umfrageinstitut Forsa durchführt. Wie es sich speziell um das Verhalten von ihr und ihm morgens im Badezimmer verhält, wollten die Meinungsforscher zum Beispiel 2012 im Auftrag von Oral-B wissen [1].

Frauen und Männer im Prophylaxevergleich

  • Frauen nehmen sich mehr Zeit für die Badezimmer-Routine
  • Männer weisen öfter schwere Parodontalerkrankungen auf, Frauen dagegen häufiger Karies
  • Männer vernachlässigen eher das Führen des Bonushefts
  • Für beide steht das Zähneputzen morgens überwiegend an erster Stelle
  • Männer und Frauen messen gepflegten Zähnen eine hohe Bedeutung bei

Mehr als 1.000 Frauen und Männer standen im Rahmen der Erhebung Rede und Antwort und bestätigten, was wir längst zu wissen glaubten: So verbringt sie im Durchschnitt mehr Zeit im Bad als er – mit maximal 15 Minuten Morgenhygiene kommen nur 43 Prozent der Frauen gegenüber 71 Prozent der Männer aus. Doch so lange, wie von der Männerwelt gern behauptet, dauert es auch wieder nicht, da weiteren 48 Prozent der Frauen eine Zeitspanne bis 30 Minuten durchaus reicht. Wenig überraschend scheint das Umfrageergebnis, wonach Männer nicht so viel Wert auf Ordnung im Badezimmer legen: Immerhin gab die relative Mehrheit der Befragten an, dass er es ist, der öfter die Zahncremetube offen herumliegen lässt.

Bei allen Unterschieden erbrachte die Umfrage auch wichtige Gemeinsamkeiten beider Geschlechter bei ihrer Morgenhygiene. Sowohl für Frauen als auch für Männer ist die Zahnbürste das wichtigste Utensil im Badezimmer, und bei beiden steht das Zähneputzen morgens überwiegend an erster Stelle, zum Beispiel noch vor dem Duschen. Auch sind sich sie und er darüber bewusst, dass gepflegte Zähne eine wichtige Voraussetzung für ein attraktives Lächeln – und damit eine positive Ausstrahlung – sind.

Männer haben häufiger eine schwere Parodontitis, Frauen öfter Karies
Die zahnmedizinische Forschung kennt weitere spezifische Besonderheiten von Männern und Frauen. Etwa ist schon länger bekannt, dass Frauen in der Regel eine gründlichere häusliche Oralprophylaxe betreiben. Dennoch weisen sie öfter Karies auf und sind im Alter häufiger zahnlos – die Gründe vermuten Experten in hormonellen Unterschieden zur Männerwelt.

Diese wiederum leidet öfter [2] an schweren parodontalen Erkrankungen und zählt mehr Vorsorgemuffel, was zum Beispiel durch eine weniger gewissenhafte Pflege des Bonushefts dokumentiert wird. So ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach im Jahr 2012, dass fast drei Viertel der Frauen, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Männer auf die Führung ihres Bonushefts achten.

Mann und Frau putzen Zähne

Vom Umgang mit den Geschlechtern in der Praxis

Was kann nun das Team aus den Erkenntnissen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von ihr und ihm für die tägliche Praxis ableiten? Zunächst einmal sind sich Frauen und Männer überwiegend darüber im Klaren, dass der Mundhygiene und gepflegten Zähnen eine hohe Bedeutung zukommt. Das allgemein gestiegene und weiter steigende Gesundheitsbewusstsein und der wachsende Wunsch nach einem attraktiven Äußeren sparen den Mundraum nicht aus, weshalb das Team auch meist auf einen beratungsoffenen Patienten stößt.

Gleichzeitig verlangt eine weitere Förderung der Mundhygiene maßgeschneiderte Empfehlungen zum häuslichen Pflegeverhalten. Dabei ist selbstverständlich – unabhängig vom Geschlecht des Patienten – stets auf eine gründliche Biofilmkontrolle hinzuweisen. Aufgrund der spezifischen Eigenheiten von Frauen und Männern sollte dazu aber noch auf oben genannte Charakteristika geachtet werden. Und moderne Hilfsmittel zur Oralprophylaxe sowie indikationsgerechte Aufsteckbürsten und Zahncremes werden für Frauen und Männer gleichermaßen angeboten.

Kurz: Es steht alles Erforderliche zur Verfügung, damit sich Frauen und Männer gegenseitig ein schönes und gepflegtes Lächeln zeigen können.

Quellen:

  • [1] forsa-Umfrage im Auftrag von Oral-B, erhoben am 30. und 31. Juli 2012 unter 1003 Respondenten ab 14 Jahre, bundesweit repräsentativ.
  • [2] Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung. November 2006
  • [3] www.dggz-online.de/news-aus-der-zahnmedizin#content-item-1