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15. April 2019

Kurzmeldungen KW 16/2019

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Früherkennung per Datenanalyse: Mehrheit der Deutschen ist aufgeschlossen

Intelligente Datenanalysen und maschinelles Lernen sollen in der Medizin und Pflege helfen, Krankheiten schnell zu diagnostizieren und besser therapieren zu können sowie Gesundheitsrisiken wie zum Beispiel Stürze frühzeitig zu erkennen. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt: Sechs von zehn Deutschen (61 Prozent) würden moderne Methoden der Datenanalyse in Anspruch nehmen, um vor solchen Risiken frühzeitig gewarnt zu werden. Drei von zehn Bundesbürgern (30 Prozent) sagen, dass sie solchen Datenanalysen gegenüber „sehr aufgeschlossen“ wären, weitere 31 Prozent wären „eher aufgeschlossen“. Vor allem Jüngere sind Auswertungen großer Datenmengen und unterschiedlicher eigener Vitalparameter gegenüber offen eingestellt. So sagen 72 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass sie sie in Anspruch nehmen würden. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 57 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 56 Prozent und bei der Generation 65 plus 65 Prozent.

Deutsche Leberstiftung: KI kommt der Hepatitis C auf die Spur

Die Ansteckung mit dem potenziell tödlichen Hepatitis-C-Virus, der die Leber zerstören kann, bleibt häufig unerkannt. Im Rahmen des Projekts Detect der Deutschen Leberstiftung hat ein Forscherteam um Priv. Doz. Dr. Markus Reiser einen neuen Ansatz zur Ermittlung von Prädiktoren für das Vorliegen einer chronischen Hepatitis C verfolgt. Mittels einer künstlichen Intelligenz, also eines neuronalen Netzwerks, wurden Gesundheitsdaten von mehr als 1,8 Millionen Versicherten auf unspezifische Auffälligkeiten wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Schilddrüsenerkrankungen, Depressionen, Diabetes analysiert. Die Studienergebnisse wurden jetzt im „Journal of Translational Medicine“ veröffentlicht.

E-Sport: Erste universitäre Forschungsstelle für E-Sport-Recht gegründet

Beim E-Sport werden Video- und Computerspiele in professionellen Wettkämpfen gespielt. Es gibt Ligen, Ranglisten, Fans und mittlerweile viele E-Sport-Profis, die damit so viel Geld verdienen, dass sie davon leben können. Auch die etablierten Sport- und Fußballvereine in Deutschland ergänzen ihre Sparten um den elektronischen Sport. An der Universität Augsburg wurde jetzt die deutschlandweit erste universitäre Forschungsstelle für E-Sport-Recht (FeSR) gegründet. Die unabhängige Einrichtung der Juristischen Fakultät befasst sich mit juristischen Fragen rund um den Sportwettbetrug, das Arbeits-, Steuer- und Minderjährigenschutzrecht sowie das Glücksspielrecht. Ziel ist es, die Entwicklung der Branche zu unterstützen. Darüber hinaus versteht sich die FeSR als Ansprechpartner für Politik, Ministerien, Verbände und Unternehmen.

Online-Videosprechstunde: Zava veröffentlicht Positionspapier

Seit zwei Jahren (seit 1. April 2017) können Ärzte in Deutschland per Online-Videosprechstunde beraten und diese telemedizinische Leistung über die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) abrechnen. Die Online-Arztpraxis Zava (bisher DrEd) hat aus diesem Anlass ein Positionspapier veröffentlicht mit dem Ziel, die Digitalisierung des Gesundheitswesens nachhaltig voranzutreiben. Um einen echten Mehrwert zu schaffen und das Gesundheitssystem strukturell zu entlasten, sei Qualitätssicherung wichtig. Für die Telemedizin sollten vergleichbare Qualitätsstandards gelten wie für die Behandlung vor Ort. Außerdem müsse jede Diagnose ärztlich vertretbar sein, ganz gleich, ob sie analog oder digital erfolgt. Eine adäquate, regelbasierte Erstattung telemedizinischer Leistungen sei der nächste logische Schritt, um die Fernberatung und -behandlung zu einem festen Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems zu machen.

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