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Haltung bewahren: Praxisausstattung ergonomisch sinnvoll nutzen

Der Kommentar von Chefredakteur Marc Oliver Pick

Viele junge Zahnärztinnen und Zahnärzte machen sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft. Vor allem fließen gesundheitliche Aspekte der Berufsausübung in die Überlegungen zur eigenen beruflichen Zukunft ein. Anstoß sind möglicherweise die körperlichen Beschwerden, über die junge Zahnärzte ihren Chef oder ihre Chefin während der Assistenzzeit klagen hörten.

Bewusstsein für Ergonomie am Arbeitsplatz

Es geht um die Frage, wie lange es der einzelne Zahnarzt und die einzelne Zahnärztin physisch (und in der Folge auch psychisch) verträgt, tagtäglich am Patienten zu arbeiten. Es geht um Ergonomie am Arbeitsplatz – und da ist der zahnärztliche Nachwuchs gut beraten, ein Bewusstsein für die richtige Arbeitshaltung und die daraus folgenden gesundheitlichen Benefits zu entwickeln – gesundes Arbeiten am besten von Anfang an.

Dabei ist Ergonomie am Arbeitsplatz, speziell in der Zahnmedizin, eigentlich nichts Neues. Bereits seit Jahrzehnten (siehe die Laudatio auf den 90. Geburtstag von Prof. drs. Oene Hokwerda, einer der Koryphäen der zahnärztlichen Ergo­nomie) wurde an den Universitäten erforscht, wie ein optimal gestalteter zahnärztlicher Arbeitsplatz aussehen muss, welche Greifwege zurückzulegen sind, wie der Patient perfekt gelagert wird und welche Hilfmittel (Spiegel) für Entlastung sorgen können.

Risiko chronische Rückenbeschwerden

Trotz all dieser Erkenntnisse sind chronische Rückenbeschwerden jedoch immer noch eines der größten gesundheitlichen Risiken der zahnärztlichen Tätigkeit. In jungen Jahren werden Beschwerden durch eine falsche Arbeitshaltung zwar schon spürbar, der Körper ist aber noch in der Lage – auch für längere Zeiten von Fehl­belastungen – sich schnell zu erholen. Schleichend verschlimmern sich die Beschwerden allerdings, bis auch die Selbstheilungskräfte nicht mehr ausreichen und der Teufelskreis beginnt. Viele Betroffene nehmen wachsende Beschwerden dann zwar in Angriff, indem sie beispielsweise Kurse zum ergonomisch korrekten Arbeiten besuchen, aber diese Investition in die eigene Gesundheit kommt vielfach zu spät.

Die Dentalindustrie bietet durchdachte Arbeitsplatzlösungen, in deren Entwicklung Erkenntnisse aus der Ergonomie einfließen. Aber der Anwender muss auch wissen, wie vorhandene Arbeitsmittel ergonomisch sinnvoll genutzt werden sollten. Zwar gibt es an den Universitäten durchaus Veranstaltungen zur Ergonomie (auch die Industrie bietet entsprechende Formate an), aber das Thema spielt in der Ausbildung nicht die Rolle, die ihm eigentlich zukommen sollte.

Der Mensch ist nicht fürs Sitzen gemacht

Der Mensch ist nicht fürs Sitzen gemacht. Kommen im Sitzen noch Torsionsbewegungen hinzu – und das über Jahre und Jahrzehnte – führt permanente Fehlbelastung zu ernsthaften Beschwerden. So weit müsste es gar nicht kommen, wenn Grundlagen der Ergonomie an den Universitäten vom ersten Semester an Pflichtveranstaltungen wären – und zwar für die gesamte Dauer des Studiums. Wer von Anfang an nichts anderes als die korrekte Arbeitsweise lernt, wird diese auch im späteren Berufsleben beibehalten – schließlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier.

Der regelmäßige Besuch von Ergonomie-Kursen zur Auffrischung des Wissens und Überprüfung der eigenen Arbeitshaltung könnte dazu beitragen, das gesamte Berufsleben hindurch gesund und leistungsfähig zu bleiben (das gilt übrigens auch für die Fachassistenz). Das sollten gerade jüngere Zahnärztinnen und Zahnärzte beherzigen und einschlä­gige Veranstaltungen nutzen, um aktiv an sich und der eigenen Arbeitshaltung zu arbeiten, noch bevor sich erste Beschwerden einstellen.

Die richtige Ausstattung ist in den Praxen vorhanden, aber die Behandler müssen sie auch optimal nutzen.

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