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Flutkatastrophe

Solidarität gefragt

Allein im Kreis Ahrweiler sind sieben Zahnarztpraxen völlig zerstört.
Dr. Klaus-Achim Sürmann

Allein im Kreis Ahrweiler sind sieben Zahnarztpraxen völlig zerstört.

Bäche werden zu Wassermassen. Sie bringen Tod und Zerstörung in kleine Ortschaften und Städte vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. So stieg etwa die beschauliche Ahr vom friedlichen Rinnsal zu einer über sieben Meter hohen Sintflut. Menschen, Häuser, Existenzen fielen den Wassermassen zum Opfer.

Kollegiale Hilfe weiter stärken

Den betroffen Zahnarztpraxen wollen Kammern, KZVen, BZÄK, KZBV und HDZ auch mit einer Spendenkampagne direkte Hilfe zukommen:

Spendenaufruf für die Flut-Opfer

Kammern, KZVen und HDZ erbitten Hilfe für in Not geratene Kolleginnen und Kollegen in den Überschwemmungsgebieten. Im Westen Deutschlands haben die Unwetter mit Überschwemmungen, Starkregen und Flut große Zerstörung hinterlassen. Betroffen sind auch Zahnarztpraxen. Die Wassermassen haben große Schäden an Praxisräumen und Einrichtungen verursacht. Die sehr betroffenen Landeszahnärztekammern und die KZVen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein und Westfalen wenden sich zusammen mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), sowie der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) an die Zahnärzteschaft und rufen dazu auf, den betroffenen Kolleginnen und Kollegen mit einer Spende zu helfen.

Hilfswerk Deutscher Zahnärzte
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE28 300 60601 000 4444 000
BIC: DAAEDEDD

Stichwort: Flutkatastrophe

Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der BZÄK: „Die schrecklichen Bilder aus den Flutgebieten haben uns schockiert und zutiefst betroffen gemacht. Menschen haben ihr Leben verloren, Häuser und Infrastruktur wurden zerstört, Existenzen vernichtet. Auch Zahnärztinnen und Zahnärzte sind mit ihren Praxen von der Naturkatastrophe betroffen. Deshalb war es für die Bundeszahnärztekammer ein großes Anliegen, einen gemeinsamen Spendenaufruf auf den Weg zu bringen. Die bisherige Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen ist überwältigend, ich bin sehr stolz auf die riesige kollegiale Solidarität!“

Allein im Kreis Ahrweiler mit seinen rund 130.000 Einwohnern sind nach Angaben der zuständigen Bezirkszahnärztekammer Koblenz von 56 Praxen insgesamt sieben Praxen völlig zerstört. Neben dem Praxisbetrieb sei auch die Ausbildung betroffen, betont Sanitätsrätin Dr. Margit Brecht-Hemeyer, Vorstandsvorsitzende der BZK Koblenz. Die Berufsschule des Landkreises ist ebenfalls von den Flutschäden stark betroffen und sucht nun Wege, den Schulbetrieb sicherzustellen.

Die KZV Rheinland-Pfalz berichtet der dzw von insgesamt zehn völlig zerstörten oder unbrauchbaren Praxen. Zehn weitere seien derzeit nicht betriebsbereit. Die zahnärztliche Versorgung indes ist gesichert. Die BZK Koblenz hält auf ihrer Internetseite Patienteninformationen bereit, welche Praxen geöffnet haben. Die Hälfte der Praxen sind flut- oder urlaubsbedingt geschlossen.

Neben der Beteiligung an der gemeinsamen Spendenaktion hat die KZV RLP die Abschlagszahlung für das abgerechnete Honorar für alle Praxen in dem von der Flut betroffenen Gebiet für Juli erhöht. Der individuelle Hilfsbedarf wird im direkten Kontakt mit den betroffenen Zahnarztpraxen erfragt. Über einen eigenen Abrechnungsstick und eine eigene SMC-B-Karte will die KZV RLP unbürokratisch ermöglichen, dass Zahnärzte mit ihren Teams auch in anderen Praxen arbeiten können.

Etliche hilfsbereite Praxen in Rheinland-Pfalz und NRW haben ihre Praxisräume zur Mitnutzung bereits angeboten. „Wo Politik und Versicherungen für die entstandenen Schäden nicht aufkommen, hilft den betroffenen Zahnarztpraxen die Kollegenschaft soweit wie möglich“, so Dr. Ralf Hausweiler, Präsident der ZÄK Nordrhein, und Dr. Ralf Wagner, Vorsitzender des Vorstands der KZV Nordrhein. In Nordrhein sind nach Auskunft der KZV NR 96 Zahnarztpraxen betroffen. Wie stark bleibt derzeit noch offen. Aktuell ermittelt die KZV NR mit einem Fragebogen bei den betroffenen Praxen den genauen Schadensumfang, die Dauer der Beeinträchtigung und den Stand des Versicherungsschutzes, um mögliche weitere Hilfsangeboten machen zu können. Die betroffenen Zahnarztpraxen erhalten weiterhin ihre Abschlagszahlungen. Zudem können Praxen auf der Plattform www.dentoffert.de unter dem Stichwort „Flut“ konkrete Hilfe wie etwa Praxisräume oder Materialien anbieten oder anfragen.

Dr. Klaus Sürmann vom HDZ, das die Spendenaktion koordiniert, ist begeistert von der sich „solidarisch verhaltenden Kollegenschaft“. Bei der kaum abschätzbaren Schadenshöhe hilft sicherlich jede weitere solidarische Spende, Existenzen wieder aufzubauen.

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