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23. Sektions-Treffen: Innovationen im Fokus

ITI Leadership-Team

Das Leadership-Team der Deutschen ITI-Sektion(v.l.): Professor Dr. Dr. Johannes Kleinheinz (Chair), Professor Dr. Dr. Bilal Al-Nawas (Education-Delegate), Dr. Anne Bauersachs (Study-Club-Coordinator), Thomas Kreuzwieser (Sektion-Manager) und Dr. Georg Bach (Communications-Officer). 

Virtuelles Treffen der ITI-Sektion Deutschland

Ganz anders als gewohnt: Kein frühlingshafter Rheingau war der Ausrichtungsort des 23. Meetings der deutschen ITI-Sektion, nein, pandemiebedingt mussten sich die deutschen ITI-Fellows am 26. Februar 2021 online treffen. Das Fehlen von Präsenz wurde zwar allgemein bedauert, tat der Attraktivität der Veranstaltung indes keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Fünf hochkarätige Vorträge und interessante Neuigkeiten aus der deutschen Sektion ließen den Freitagmittag schnell und kurzweilig verstreichen.

In seinem Grußwort zeigte sich das Leadershipteam der deutschen ITI-Sektion hocherfreut darüber, dass mit mehr als fünf Dutzend Fellows sogar noch mehr Teilnehmer an dem Meeting teilnahmen, als in manchen Vorjahren die Reise in den Rheingau angetreten hatten. „Unsere Sektion ist überaus gut aufgestellt und in der globalen ITI-Welt ein echter Aktivposten!“, mit dieser klaren Aussage leitete Sektions-Chair Prof. Dr. Dr. Johan­nes Kleinheinz das wissenschaftliche Programm ein. Und in der Tat – wie ein Beleg für seine Aussage – war es dem Leadershipteam gelungen, erneut facettenreiche und interessante Beiträge neuer ITI-Fellows in ein kurzweiliges Minisymposium zusammenzuführen. „Innovationen im Fokus des ITI“ – dies wäre ein treffender Arbeitstitel für das hochkarätig besetzte wissenschaftliche Programm.

Der besondere Vortrag

Dr. Jochen Tunkel hatte die Aufgabe des „Icebreakers“ übernommen, und diese nicht einfache Aufgabe meisterte er mit Verve. „Social-Media-Perspektiven für die ITI-Sektion Deutschland“, vordergründig betrachtet nicht unbedingt ein Schwerpunktthema für eine implantologische Fachgesellschaft vom Schlage eines Internationalen Teams für Implantologie – doch Zweifel ließ der in Bad Oyenhausen niedergelassene Oralchirurg gar nicht erst aufkommen. Ganz im Gegenteil, mit einem wahren Social-Media-Feuerwerk überzeugte der Referent vor allem mit „funktionierenden“ Beispielen aus seiner ­eigenen Praxis. Keine Frage, die deutsche ITI-Sektion muss dieses Potenzial mit dieser schier unglaublichen Reichweite und sehr hohen Anwenderzahlen nutzen, und sie wird es tun. Folgerichtig werden neben der bestehenden und erfolgreichen Facebook-Präsenz, nun seit März – mit Fokus auf die ganz junge Implantologen-Generation – auch Instagram-Aktivitäten an den Start gehen.

ITI Vortrag Tunkel

Dr. Jochen Tunkel steuerte den traditionellen „besonderen Vortrag“ bei und berichtete über Social-Media, insbesondere Instragram.

Antrittsvorträge der Fellow-­Nominees

Vier Kolleginnen und Kollegen referierten als Fellow-Nominees und überzeugten mit ihren Ausführungen, fanden doch in der anschließenden Abstimmung alle eine einmütige Befürwortung ihrer Bewerbung als ITI-Fellows.

„Der virtuelle Patient in der Implantologie – Digitale Bilddaten und deren klinische Bedeutung“ – mit Prof. Dr. Tabea ­Flügge referierte eine der renommiertesten Fachfrauen auf dem Gebiet der digitalen Implantologie. Sie leitet auch eine entsprechende Stiftungsprofessur an der Charité in Berlin. Wer glaubte, dass er bei Flügge ausschließlich ­digitale Planungen für Implantate sehen würde, der sah sich rasch getäuscht. Es gibt nahezu keinen Bereich in der zahnärztlichen und in der Kieferchirurgie, der nicht mithilfe digitaler Tools besser voraussagbar würde. Mit Planungen von Kieferresektionen bei Tumorgeschehen (bis hin zur digital geplanten und hergestellten Resektionsplatte) bis zur Rekonstruktion des Defekts und zur Eingliederung eines finalen Zahnersatzes – digitale Optionen überall. Weil sich nichtmineralisierte Strukturen im DVT nicht darstellen lassen, muss ergänzend auf virtuelle Modelle zurückgegriffen werden, um den kompletten virtuellen Patienten zu erhalten. Die Genauigkeit der Planungs­daten wird von Flügge als gut beurteilt. Bilddaten – CAD/CAM , das Credo der Berliner Professorin fiel eindeutig aus: „Die digitale Implantologie hat viele Facetten!“

Der virtuellen Welt treu blieb Dr. Martin Gollner, der über „Rekonstruktive Implantatprothetik – Schnittstelle von Chirurgie, Funktion und Ästhetik“ berichtete. Der in Bayreuth niedergelassene Oralchirurg definierte „Oralchirurgie ist gleich Biologie“ und somit folgerichtig auch als Zusammenspiel aus Funktion, Prothetik und Parodontologie. Überzeugende und hervorragend dokumentierte Fallbeispiele belegten, dass Gollner diese Trias vollumfänglich beherrscht, und dies ohne Rücksicht auf den zu betreibenden Aufwand, um letztlich ein Ergebnis im Highend-Bereich zu erzielen. Besonderen Wert legte er auf die Bedeutung eines strikt patienten­individuellen Vorgehens.

Sowohl an der Universität Ulm als auch in eigener Praxis tätig ist PD Dr. Sigmar Schnutenhaus, der über „Einteilige Keramikimplantate: Evidenz und mögliche klinische Indikationen“ sprach. Ausgehend von einem potenziellen inflammatorischen Potenzial von Titanimplantaten stellte Schnutenhaus Keramikimplantate als hervorragende Alternative vor. Bei diesen favorisiert der in Hilzingen (Baden-­Württemberg) niedergelassene Schnutenhaus klar die einteilige Form und berichtet über hervorragende ästhetische und funktionelle Ergebnisse. Auch die zitierten Langzeiterfahrungen weisen Keramikimplantaten eine ausgezeichnete Prognose zu. Die Überlebensrate ist mit der von Titanimplan­taten vergleichbar, so seine Einschätzung. Fazit des Referenten: Bei ­Patienten mit Immundefekten und multiplen Allergien sind Keramikimplantate eine conditio ­sine qua non.

Dr. Monika Bjelopavlovic beleuchtet ein ganz anderes, außergewöhnliches Themenfeld: „Das andere Fachgebiet: Forensische Odonto-Stomatologie“. Eigentlich in der prothetischen Abteilung der Mainzer Universitätszahnklinik tätig, hat sich Kollegin Bjelopavlovic früh einem weiteren – „sehr spannenden“, wie sie es nennt – Fachgebiet zugewandt, dem der ­forensischen Stomatologie. Sie ­definierte hier drei drei Teilgebiete: Identifikation, Altersschätzung und Bissspurenanalyse. Sie konfrontierte das Auditorium mit einigen durchaus unter die Haut gehenden Bildern, die dennoch alle belegten, wie wichtig dieser außergewöhnliche zahnärztliche Bereich ist und welche Bedeutung er auch für andere Disziplinen hat.
„Ein tolles Feuerwerk hochkarätiger Vorträge!“ – treffender als es einer der lang gedienten deutschen ITI-Fellows der ersten Generation online formulierte, kann man es wohl nicht tun. Aber es war nicht nur die Qualität der Vorträge, die außerordentlich gut war, es war auch der klare Fokus auf die Bewertung neuer Verfahren und (digitaler) Techniken, der bei den deutschen ITI-Fellows außerordentlich gut ankam.

Im Anschluss erfolgte ein kurzer Ausblick: „Was war, was kommt?“. Sektions-Chair Kleinheinz konnte über zahlreiche Aktivitäten und Projekte der deutschen ITI-Sektion berichten: Mit fast 1.100 Members und Fellows hat die Sektion nicht nur dem allgemeinen corona­bedingten Negativtrend getrotzt, mehr noch, sie ist sogar gewachsen. Mit einem gewissen Stolz konnte Kleinheinz auch über eine ausgezeichnete Renewal-Rate (zweitbester Wert weltweit!) der deutschen Sektion berichten. Für die jüngst verstorbenen Professores Wilfried Schilli und Dieter Weingart, die beide auch das Amt des ITI-Präsidenten innehatten, wird im Herbst des Jahres ein Erinnerungssymposium in ihrer früheren gemeinsamen Wirkungsstätte Freiburg stattfinden.

Chairman Professor Dr. Dr. Johannes Kleinheinz beim Online-Fellowmeeting der Deutschen ITI-Sektion

Chairman Professor Dr. Dr. Johannes Kleinheinz führte souverän durch das Online-Fellowmeeting der Deutschen ITI-Sektion.

Ebenfalls im Herbst 2021 wird im Rahmen des Young-ITI-Meetings in Hamburg auch ein Treffen der Study-Club-Direktoren stattfinden.
Erneut Neuland beschreitet die deutsche ITI-Sektion mit einem Ad-hoc-Webinar zum Thema Zygomaimplantate, das vom Education-Delegate Prof. Dr. Dr. Bilal ­Al-­Nawas auf den Weg gebracht wurde. Im Rahmen dieses Web­inars soll dieses Verfahren kritisch hinterleuchtet und bewertet werden. Die positiven Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren mit Task forces zu Zukunftsthemen gewonnen werden konnte, haben die deutsche Sektion dazu bewogen, weitere Arbeitsgruppen zu gründen (Digitale Optionen/Social Media), die bereits erfolgreich tätig sind.

Ebenfalls ganz neu ist das Engagement der deutschen ITI-Sektion beim „Spezialpodium Zahntechnik“, das im Frühjahr bei der Jahrestagung der südbadischen Zahnärzteschaft in Rust stattfinden wird. Und dann noch ein Blick ins kommende Jahr: Am 25. und 26. März 2022 wird in Dresden der nächste Kongress der Deutschen und Österreichischen ITI-Sektionen zum Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit in der Implanto­logie“ stattfinden.
Etwas sehr Erfreuliches zum Ende des Berichts von Kleinheinz – der renommierte André-Schröder-Research-Preis der ITI ging dieses Jahr nach Deutschland, und mehr noch, die Preisträger sind zwei Aktivposten unter den Deutschen ITI-Fellows: Die gesamte deutsche ITI-Sektion freut sich mit den Gewinnern Prof. Dr. Michael Gahlert und PD Dr. Stefan Röhling (beide München).

Dr. Georg Bach, Freiburg