Politik

Kalenderwoche 5-2020

Kurzmeldungen Januar 2020

Mindestlohn und Mindestausbildungsvergütung

Seit Januar 2020 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 9,35 Euro brutto pro Stunde. Damit ändert sich ich die maximale Stundenzahl bei 450-Euro-Jobs auf wöchentlich 11 Stunden und 6 Minuten. Neu eingeführt wurde mit dem Berufsbildungsgesetz auch die Mindestausbildungsvergütung für Berufsausbildungsverhältnisse. Diese gilt für Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 beginnen und beträgt im ersten Ausbildungsjahr 515 Euro. Dieser Betrag darf nicht unterschritten werden, Ausnahmen gelten für eine Übergangszeit nur für Tarifverträge. Die Tarifverträge für Medizinische, Tiermedizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte liegen über diesen Mindestvergütungen.

KZVB begrüßt Pläne für achten Regierungsbezirk

Die bayerischen Zahnärzte begrüßen den Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder zur Schaffung eines eigenen Regierungsbezirks München. „Die Landes- folgt damit der Standespolitik. Bei den bayerischen Zahnärzten gibt es seit Jahrzehnten acht Bezirksstellen beziehungsweise Bezirksverbände, die sich um die Anliegen der Kollegen kümmern und die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen“, so der KZVB-Vorsitzende Christian Berger. Das habe sich gerade in München bewährt, wo die Zahnarztdichte deutlich höher sei als in anderen Regionen Bayerns. Aktuell praktizieren in München 2194 Zahnärzte. Damit liegt die Landeshauptstadt nach Oberbayern auf Platz zwei bei der Gesamtzahl der Behandler. Bezogen auf die Einwohnerzahl führt München mit weitem Abstand gegenüber allen anderen Bezirksstellen in Bayern. Auf einen Zahnarzt kommen in München rund 680 Einwohner. In anderen Regionen Bayerns sind es fast doppelt so viele. „Es ist von Vorteil, dass die große Zahl der Zahnärzte in München eigene Ansprechpartner für Verwaltungsvorgänge hat. Die Bezirksstelle und der Zahnärztliche Bezirksverband München können zudem Angebote machen, die sich an den speziellen Bedürfnissen der Praxen in einer Metropolregion orientieren“, ergänzt KZVB-Vorstandsmitglied Dr. Manfred Kinner, der selbst in München praktiziert.

28.293

niedergelassene männliche Zahnärzte praktizierten 2019 – Prognose 2030: 21.901.
Quelle: BZÄK

Krankenstand im Südwesten konstant

Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2019 im Schnitt pro Mitglied 18,7 Fehltage. Das sind 0,1 Tage mehr als 2018 und 0,4 Tage mehr als 2017. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2018 unverändert. Während es bei den Atemwegserkrankungen einen Rückgang (minus 1,4 Prozent) der Fehltage gibt, lässt sich bei den Muskel- und Skeletterkrankungen (plus 0,4 Prozent) sowie bei den psychischen Erkrankungen (plus 0,5 Prozent) ein leichter Anstieg beobachten.

Europäische Strategie gegen Arzneimittel-Lieferengpässe

Liefer- und Versorgungsengpässe von Arzneimitteln sind in Deutschland und in vielen anderen EU-Staaten zu einem zunehmenden Problem für Patienten, Ärzte und Apotheker geworden. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Sie beinhalten unter anderem die Verlagerung der Produktion von Rohstoffen und Arzneimitteln ins außereuropäische Ausland, eine Marktkonzentration auf wenige Hersteller, Qualitätsprobleme und unzureichende Transparenz hinsichtlich bestehender oder drohender Engpässe. BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt spricht sich dafür aus, die Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen nach Europa zurückzuholen. „Dies würde die Lieferwege verkürzen und die Überwachung der Arzneimittelherstellung erleichtern“, erklärt er. Außerdem könne so sichergestellt werden, dass europäische Standards, etwa bei Umweltschutz, Produktionssicherheit und Arbeitsbedingungen, eingehalten werden.

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