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Öko-Test

15 von 35 Kinderzahncremes mit sehr gut bewertet

Die richtige Zahncreme für Kinder zu finden ist nicht leicht - ÖkoTest hat jetzt 35 Kinderzahnpasten getestet.
Юлия Призова

Die richtige Zahncreme für Kinder zu finden ist nicht leicht - ÖkoTest hat jetzt 35 Kinderzahnpasten getestet.

Öko-Test hat 35 Zahncremes für Kinder bis sechs Jahren getestet. Mit der "sehr gut" wurden 15 Produkte empfohlen, darunter keine Naturkosmetik, dafür aber einige der günstigsten für 60 Cent pro 100 Milliliter. Ein paar Kinderzahnpasten im Test sind nur mittelmäßig, und drei fallen durch den Test. Überzeugen die Produkte nicht, liegt das vor allem an den Inhaltsstoffen: 

  • Vier Kinderzahnpasten enthalten PEG-Verbindungen, die wir kritisieren, weil sie die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Zur Erklärung: In Zahncremes dienen sie unter anderem zum Binden der Paste.
  • Zwei dieser Kinderzahnpasten bekommen auch Notenabzug, weil sie Natriumlaurylsulfat enthalten. Dieser Stoff kommt als Tensid zum Einsatz, also als schäumende, waschaktive Substanz. Er kann allerdings die Schleimhäute reizen; es gibt mildere Alternativen.
  • Insgesamt drei Kinderzahncremes enthalten ein synthetisches Polymer namens Carbomer. Dieses flüssige Plastik kann über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Wie genau es sich dort verhält, ist noch nicht ausreichend erforscht.
  • Zwei Kinderzahnpasten kritisieren wir wegen Zucker: Konkret geht es einmal um Glucose – ein Zucker, den Kariesbakterien gern abbauen. Im anderen Fall kommt Maltodextrin zum Einsatz. Das ist eine Mischung aus verschiedenen Stärkeabbauprodukten wie Glucose, Maltose und Maltotriose.

Kinderzahnpasta mit Fluorid oder Fluoridtabletten?

Auch was auf den Kinderzahnpasten draufsteht, spielt für die Öko-Test-Bewertung eine Rolle. Vor allem sollten die Kleinsten eine angemessene Menge an Fluorid erhalten. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel, so lautet die Devise. Nicht zu wenig, weil gut belegt ist, dass Fluorid Karies entgegenwirkt, wenn Kinder genug davon erhalten. Nicht zu viel, weil das zu Fluorose führen kann.

Das nötige Fluorid können Kinder entweder durch Zahncremes erhalten oder durch Tabletten. Falls sie bereits mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta putzen, sollten sie nicht auch noch Fluoridtabletten nehmen, denn das wäre zu viel des Guten. Umgekehrt brauchen sie aber zusätzliches Fluorid, wenn ihre Zahncreme keines enthält.

"Aus diesem Grund sollten fluoridfreie Kinderzahnpasten nach unserer Ansicht einen Hinweis tragen, dass sie nur bei ausreichender Fluoridversorgung zu empfehlen sind", so das Verbrauchermagazin. Sechs von elf fluoridfreien Pasten fehlt dieser Hinweis, deshalb wurde ihnen unter Weitere Mängel vier Noten abgezogen.

Fehlende Hinweise auf Kinderzahnpasten im Test

Kinderzahncremes mit Fluorid sollten laut Öko-Test einen Hinweis enthalten, dass bei zusätzlicher Fluorid-Aufnahme ärztlicher Rat einzuholen ist. Schließlich gilt es, eine Überdosierung zu vermeiden. Hier patzen zwei Kinderzahnpasten im Test – auf der Verpackung fehlt ein solcher Hinweis.

Sieben fluoridhaltige Kinderzahncremes machen nach Ansicht des Magazins keine oder nur lückenhafte Angaben dazu, wie sie zu dosieren sind. Bei acht weiteren sind diese Angaben zwar vollständig, aber veraltet. Zahnärztliche Fachverbände empfehlen für Kinder heute mehr Fluorid als früher, weil nur für die höheren Gehalte ein Karies vorbeugender Effekt belegt sei.

In einem Punkt haben sich die Kinderzahnpasten verbessert: Anders als im Test von 2019 haben sie diesmal kein Problem mit Aluminium, Antimon, Blei, Cadmium oder Zink. Die Messwerte dieser Elemente waren in der Laboranalyse unauffällig.

Fluorid richtig dosieren: Was gilt es zu beachten?

Wie viel Fluorid ist richtig? Zahnärztliche Fachverbände (DGKiZ, DGPZM, DGZ) empfehlen seit 2018, dass Kinder ab dem ersten Zahn bis zum 2. Geburtstag zwei Mal täglich Zähne putzen sollten: mit einer erbsengroßen Menge einer Zahncreme mit 500 ppm Fluorid oder mit einer reiskorngroßen Menge mit 1.000 ppm.

Vom 2. bis zum 6. Geburtstag dann zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge mit 1.000 ppm Fluorid. An bleibende Zähne darf Junior- oder Erwachsenenzahncreme mit bis zu 1.500 ppm Fluorid.

Ist Hydroxylapatit ein guter Ersatz?

Im Test wirbt eine Kinderzahnpasta mit dem Stoff Hydroxylapatit. Er ahmt natürlichen Zahnschmelz nach und soll beschädigte Zähne reparieren. Die wissenschaftliche Studienlage zur Karies-Vorbeugung ist Öko-Test aber zu dünn, um ihn als gleichwertige Alternative zu Fluorid anzusehen.

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