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Neues aus der Forschung

Bessere Biokompatibilität von Zirkonoxid fraglich

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Für Ihre Patienten wollen Sie auf dem Laufenden bleiben. Welche Methoden funktionieren – und sind möglichst mit Studien abgesichert? Welche Methoden funktionieren und welche nicht? Welche medizinischen Hintergründe sollten Sie kennen? Fachjournalist Dr. med. dent. Jan H. Koch sichtet für Sie laufend deutschsprachige und internationale Publikationen – und liefert Antworten. Die Beiträge finden Sie online auf unserer Landingpage. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

Zirkonoxid: vergleichbare Biofilm-Bildung

Eigenschaften des Biofilms auf Titan- und Zirkonoxid-Oberflächen sind nach einer Patientenstudie sehr ähnlich. Nach einer Untersuchung der Universität Hannover unterscheiden sie sich weder in Bezug auf das Wachstum, noch das Volumen oder die bakterielle Zusammensetzung [1]. Differenzen wurden nur individuell zwischen den zwölf Probanden gefunden. Die Autoren ziehen daraus keine direkten Schlüsse in Bezug auf Implantat-Abutments und die Entwicklung von Periimplantitis. Frühere Studien einschließlich eines systematischen Reviews zeigen für Zirkonoxid eine bessere Biokompatibilität, einschließlich geringerer Blutungs- und Entzündungswerte [2, 3]. Neben dem Biofilm könnte eine Rolle spielen, wie gut sich Weichgewebe an die Oberfläche anlagern [2]. Die klinische Datenlage ist aber nach dem Review-Artikel von 2018 noch schwach.

Laut Autoren der hier vorgestellten Studie wurde erstmals das Mikrobiom mit einer genetischen „Next Generation“-Sequenzierungsmethode analysiert (insgesamt 382 Arten oder Operational Taxonomic Units). Die Probanden trugen die je 96 Materialproben auf intraoralen Schienen, was im Gegensatz zu vielen bisherigen Studien ein realistisches Biofilm-Wachstum ermöglicht. Ebenfalls im Unterschied zu anderen Untersuchungen wurden beide Materialien auf dieselben Rauigkeitswerte von 0,2 bis 0,3 Mikrometer poliert, die auch für kommerziell erhältliche Abutments (von Dentsply Implants Implants) zutreffen. Inwieweit die Oberflächenrauigkeit Entzündungen fördert, ist nicht geklärt [2].

Da der Biofilm als wichtigste Ursache für eine Mukositis und daraus entstehende Periimplantitis angesehen wird, spielt laut Autoren der vorgestellten Studie die initiale Phase nach Einbringen des Materials in die Mundhöhle eine wichtige Rolle. Insofern und in Bezug auf die übrigen mikrobiologischen Ergebnisse, einschließlich zeitlichem Verlauf der Besiedelung, scheint das Material kein wesentlicher Faktor zu sein. Weitere relevante Faktoren, zum Beispiel das individuelle Parodontitisrisiko der Probanden, wurden in der Studie nicht erfasst. Die Frage der optimalen Biokompatibilität kann nach Ansicht des Autors dieser Besprechung nur durch längerfristige Studien beantwortet werden – unter realistischen klinischen Bedingungen und idealerweise im Split-Mouth-Design.

Jan H. Koch

Literatur

1. Desch, A., et al.; Clinical Oral Implants Research 2020. 31 (9): 865-880.
2. Sanz-Martin, I., et al.; Clin Oral Implants Res 2018. 29 (1): 118-129.
3. Degidi, M., et al.; J Periodontol 2006. 77 (1): 73-80.

 

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