Oralmedizin kompakt

Neues aus der Forschung

Einfaches Protokoll für Kompositreparaturen erfolgreich

Neues aus der oralmedinischen Forschung
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Oralmedizin kompakt: Frisches Wissen für Ihre Praxis

Für Ihre Patienten wollen Sie auf dem Laufenden bleiben. Welche Methoden funktionieren – und sind möglichst mit Studien abgesichert? Welche medizinischen Hintergründe sollten Sie kennen? Die Kolumne Oralmedizin kompakt liefert Antworten. Fachjournalist Dr. med. dent. Jan H. Koch sichtet für Sie laufend wissenschaftliche und praxisorientierte Publikationen oder berichtet von Veranstaltungen. Die Beiträge finden Sie online auf unserer Landingpage. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

 

Einfaches Protokoll für Kompositreparaturen erfolgreich

Für Kompositreparaturen wird häufig mit Aluminiumoxid gestrahlt. Eine Studie zeigte in vitro, dass Anrauen mit feinkörnigen Diamanten plus Silanisieren für eine zuverlässige Verbindung ausreichen könnte.

Eine In-vitro-Studie mit künstlicher Alterung und Wasserlagerung zeigt, dass bei Kompositreparaturen mit einfachen Methoden ein guter Haftverbund von bis zu 30 Megapascal (MPa) erreichbar ist [1]. Mit 65 bis 75 MPa ist der Verbund innerhalb der Füllung bei Neuversorgungen zwar deutlich höher, doch haben sich Kompositreparaturen nach 12 Jahren als ähnlich erfolgreich wie Neuversorgungen erwiesen, bei geringerem Zahnsubstanzverlust [2].

In der hier diskutierten Studie wurden die gealterten Füllungen aus einem gängigen Nano-Hybrid-Komposit (Filtek Supreme XTE) angeraut und anschließend vor der adhäsiven Reparatur in zweiphasiger Technik (Optibond FL) zusätzlich silanisiert. Das Abstrahlen mit 50-μm-Aluminiumoxidpulver zeigte keinen signifikanten Zusatznutzen im Vergleich zum Anrauen mit Diamantschleifern. Bei Letzteren spielte es keine Rolle, ob eine feine oder raue Körnung verwendet wurde.

Die Forschergruppe der Universität Zürich (Professoren Attin und Tauböck) folgert, dass das Alter der Kompositfüllung einen größeren Einfluss auf den Reparaturerfolg hat als die Oberflächenbearbeitung. Weiterhin betonen sie, dass ihre In-vitro-Ergebnisse noch durch klinische Studien bestätigt werden sollten. Sicher sei auch nicht, ob die Resultate auf andere Produkte übertragbar sind. Das gewählte Studiendesign ist andererseits laut Diskussion gut validiert, passt zu bereits publizierten Studien und gibt daher praktisch relevante Hinweise.

Jan H. Koch

Literatur

1. Dieckmann, P., et al.; J Adhes Dent 2020. 22 (4): 365-372.
2. Estay, J., et al.; Oper Dent 2018. 43 (1): 12-21.

 

JAD-Cover 2020;22

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