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Persönlichkeit

Die fünf Stufen der Abwehr

Ein Konsens gelingt leichter, wenn man die fünf Stufen der Abwehr kennt.
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Ein Konsens gelingt leichter, wenn man die fünf Stufen der Abwehr kennt.

Wir Menschen sind schon merkwürdig: Wie oft reagieren wir unwirsch, wenn uns jemand auf etwas anspricht. Dabei muss es nicht unbedingt ein Fehler sein, den wir nicht zugeben wollen. Oft genügt schon ein falsches Wort zum ungünstigen Zeitpunkt und wir machen die Schotten dicht. Umgekehrt dringen auch wir manchmal nicht zu jemandem durch, so sehr wir auch eine gemeinsame Lösung im Blick haben. Was also tun, wenn der andere partout nicht will?

Natürlich ist es kritisch, wenn wir eine andere Person auf ein Problem aufmerksam machen. Aber haben wir nicht alle täglich mit Aufgaben zu tun, die uns alles abverlangen? Alleine kommen wir da oft nicht weiter, gemeinsam könnten wir dagegen vieles lösen. Vorausgesetzt, unser Gesprächspartner ist uns und unserem Anliegen gegenüber aufgeschlossen. Leichter gelingt ein Konsens, wenn wir die fünf verschiedenen Stufen von Abwehr kennen. Oder noch besser: Wenn wir wissen, wie wir damit umgehen sollten – fachlich und menschlich –, damit der andere am Ende vielleicht doch will.

1. Was tun, wenn er/sie einfach nur verneint, also leugnet, dass es ein Problem gibt? Dann konfrontieren wir ihn/sie mit Zahlen, Daten, Fakten. Auch Beispiele sind sehr hilfreich.

2. Was tun, wenn das Problem doch „nur ganz klein ist“ und er/sie uns vorwirft, dass wir aus einer Mücke einen Elefanten machen? Dann zeigen wir ihm/ihr die Konsequenzen auf – sowohl die Fakten als auch die emotionalen Aspekte.

3. Was tun, wenn daran ja ganz andere Schuld sind? Dann überprüfen wir den spezifischen Anteil der anderen Beteiligten, weisen aber darauf hin, dass es um eine gemeinsame Lösung geht.

4. Was tun, wenn das Problem zu groß ist und er/sie überzeugt ist, dass er/sie das nicht alleine schafft? Das ist die einzige Haltung, bei der wir Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Dabei machen wir das Problem klein(er).

5. Was tun, wenn er/sie sagt: „Ja – das ist ein Problem!“ Dann ist alles gut, und wir können gemeinsam an der Lösung arbeiten.

Leider verläuft der Weg durch diese Schritte meist nicht linear. Menschen springen in ihrer Argumentation hin und her. Aber, wenn wir genau hinhören und darauf achten, auf welcher Stufe unser Gegenüber sich gerade befindet, helfen uns die Lösungshinweise dabei, dass unsere Gespräche nicht nur überzeugender, sondern auch wertschätzender werden.

Dr. Marion Bourgeois

Dr. Marion Bourgeois

Dr. Marion Bourgeois (Köln), mit 28 Jahren promovierte Physikerin, mit 33 Jahren zweifache Mutter, mit 39 Jahren Witwe. Rückbesinnung auf die eigenen Stärken. Mit 43 Geschäftsleitung innerhalb eines DAX-Konzerns; Aufsichtsratsmitglied; erneute Ausrichtung auf die persönlichen Werte. Mit 49 Jahren selbstständig; als zertifizierter Business-Coach, Mediatorin und Moderatorin bringt sie mit ihren Vorträgen und in praxisnahen Trainings Menschen in die Selbstverantwortung und Unternehmen zum Kulturwandel. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema „Frauen in der Führung“ mit dem Ziel, durch Exklusiv-Coachings „die Quote ohne Quote zu erhöhen“. Ihr Motto: Leben selber gestalten, für Erfolge trainieren und Chancen sehen – denn: „Erfolg ist, wenn Wahrnehmung auf Bereitschaft trifft.“ Weitere Infos unter www.drbourgeois.de

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