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IfK: Zahngesund durch den Sommer

Kariesprävention durch bewussten Genuss frischer Früchte

Sommerliche Temperaturen machen nicht nur Lust auf Unternehmungen im Freien, sondern auch auf Erfrischungen aller Art. Anlässlich des Sommer­anfangs befasst sich die Infor­mationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) mit Lieblingen der Sommerzeit: frischen Früchten. Aber Vorsicht! Gerade klebrige Sorten können ebenso wie zuckerhaltige Erfrischungsgetränke den Zähnen scha­den. Mit ein paar Tipps geht es zahngesund durch den Sommer.

Sommer und frische Früchte, das gehört einfach zusammen: die Wassermelone am Pool, der kunterbunte Obstsalat auf der Terrasse oder die Ananas beim Picknick. Allerdings können die gesunden Snacks Schäden an den Zähnen verursachen. Denn auch Fruchtzucker ist Zucker. In Säuren umgewandelt, greift er den Zahnschmelz an. „Besonders eine lange Kontaktzeit von Zuckern und Säuren mit den Bakterien des Mundraums begünstigt die Entstehung von Zahnbelag. Wird der nicht gründlich entfernt, entsteht Karies“, erklärt Profes­sor Stefan Zimmer, Sprecher der IfK (Informationsstelle für Kariesprophylaxe) und Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke.

Frucht ist nicht gleich Frucht

Das Risiko hängt von der Art der Früchte ab. Sie haben unterschiedliches Potenzial, Karies zu fördern. So sind Ananas, Banane, Granatapfel, Mango, Süßkirsche und Weintraube besonders reich an Fruchtzucker. Doch vor allem klebrige Sorten können das Risiko erhöhen, da diese im Mund zu einem süßen Brei zerkaut werden, welcher leicht an den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen haften bleibt“, weiß der Experte. Als zahngesunder Snack für zwischendurch sind Bananen, Feigen, Datteln, Nektarinen, Aprikosen und Melonen also weniger zu empfehlen. Äpfel, Orangen, Physalis, Pfirsiche, Kakis, Ananas, Granatapfelkerne und Trauben dagegen eher, weil sie fester sind.

Was für Süßigkeiten und Softdrinks gilt, hat auch für Obst, Fruchtsäfte oder Smoothies Bestand. Professor Zimmer rät: „Obst sollte bevorzugt zu Hauptmahlzeiten mit anschlie­ßendem Zähneputzen verzehrt werden. Wer seine deftigen Gerichte mit fluo­ridiertem Speisesalz würzt, tut seinen Zähnen schon vor dem Obstnachtisch Gutes. Das Fluorid verbleibt noch etwa eine halbe Stunde an den Zähnen und schützt sie so vor Zuckerangriffen.“

Ist keine Zahnbürste zur Hand, kann man den Mund mit Wasser ausspülen. Auch empfehlen sich Zahnpflegekaugummis für zwischendurch. Sie regen den Speichelfluss an und helfen, das Übermaß an Säure zu neutralisieren. Abends sollten insbesondere die Zahnzwischenräume nicht vergessen und mit Interdentalbürsten oder Zahnseide gereinigt werden. Die Zahnpasta sollte bei Erwachsenen einen Fluoridgehalt von 1.450 ppm aufweisen, bei Kindern 1.000 ppm (0 bis 2 Jahre: reiskorngroße Menge, 2 bis 6 Jahre: erbsengroße Menge).

Zusätzlich können Mundspüllösungen bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren das Fluorid auch an schwer erreichbare Stellen bringen, wo es die Zahnsubstanz remineralisiert und widerstandsfähig gegen Karies macht. Bei allem Wissen um das Kariespotenzial einiger Früchte betont Professor Zimmer: „Das ist kein Grund, auf gesundes Obst zu verzichten. Es geht vielmehr um den bewussten Verzehr und die Zahnpflege danach.“ Die Deutsche Gesellschaft für Er­nährung empfiehlt 250 Gramm Obst (zwei Hände voll) pro Tag.

Quelle: Zimmer S, Bizhang M: Zahn­gesundheit und Ernährung. Ernährungs-Umschau 2022; 69(2): M74–84. doi: 10.4455/eu.2022.005.

Titelbild: Sunny studio - stock.adobe.com

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