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„Prävention ist der rote Faden meiner Praxis“
Dr. Arndt Christian Höhne betreibt in seinem Prophylaxezentrum die beiden ersten GBT Lounges des Saarlandes.

Dr. Arndt Christian Höhne betreibt in seinem Prophylaxezentrum die beiden ersten GBT Lounges des Saarlandes.

Dr. Arndt Christian Höhne ist 2002 in die Praxis seiner Mutter in Neunkirchen (Saarland) eingestiegen. Nach drei Jahren Gemeinschaftspraxis führt er die Praxis seit 2015 als Einzelpraxis mit 15 Angestellten. Daneben betreibt er eine weitere Praxis im nahe gelegenen Luxemburg und hat Kooperationsverträge mit zwei Seniorenheimen. Fachlich ist seine Praxis breit aufgestellt – er hat die Curricula „zahnärztliche Prothetik“, „Implantologie“ und „Endodontie und Ästhetik“ abgeschlossen. Der rote Faden seiner Praxisphi­lo­so­phie ist jedoch das Thema Prävention. In einem eigenen Prophylaxezentrum betreibt er zwei GBT Lounges – die ersten im Saarland. Hier wird nach dem GBT-Protokoll auf Pro­phy­­la­xe-Einheiten von EMS gearbeitet, und die Praxis ist GBT-zertifiziert. Im Interview erklärt Dr. Arndt Christian Höhne, warum Prävention für ihn einen so zentralen Stellenwert hat.

Herr Dr. Höhne, wie sind Sie mit Ihrer Praxis bisher durch die Corona-Krise gekommen?
Dr. Arndt Christian Höhne: Zu Beginn der Krise habe ich mir durchaus Sorgen gemacht. Aber ich habe schnell gemerkt, wie groß das Vertrauen unserer Patienten in unser Hygienekonzept ist. Während Kollegen über längere Zeit in Kurzarbeit waren und in dieser Zeit wertvolle Mit­arbeiterinnen verloren haben, haben wir es geschafft, den Praxis­betrieb unter strengeren Hygie­ne­vorgaben für das Team und unsere Patienten nahtlos aufrechterhalten. Der vielfach beklagte Mangel an Schutzausrüstung war für uns kein Thema – wir hatten genug Schutzausrüstung für alle Mitarbeiterinnen. Auch die Umsetzung strengerer Maßnahmen war für uns kein Problem, denn vieles machen wir ohnehin schon immer so. Ich trage beispielsweise seit 19 Jahren immer ein Gesichtsvi­sier, das ist für mich vollkommen selbstverständlich.

Ganz anders sah die Situation im benachbarten Luxemburg aus. Ich habe dort ja auch eine Praxis, in der ich mittwochs nachmittags behandle. In Luxemburg wurde auf staatliche Anordnung drei Monate lang jeglicher Praxisbetrieb untersagt, ohne jede Entschädigung. Für dringende Fälle gab es lediglich vier Notdienstzentralen in Nord, Süd, Ost und West.

Was gab den Anstoß, Prävention zu einem zentralen Baustein Ihrer Praxis zu machen?
Dr. Höhne: Als junger Zahnarzt war ich zunächst sehr am Thema Zahnersatz interessiert, also habe ich das Curriculum „zahnärztliche Prothetik“ der APW absolviert. Mir war klar, dass man beim Thema Zahnersatz mehr beherrschen muss, als man an der Universität lernt. So habe ich auch mit dem Einsetzen von Miniimplantaten zur Prothesenstabilisierung begonnen. Meine Vorstellung, möglichst immer festen Zahnersatz anbieten zu können, hatte zur Konsequenz, auch die Curricula „Implantologie“ und „Endodontie und Ästhetik“ zu durchlaufen.

Gemeinsamkeiten all dieser Curricula sehe ich in den Aspekten Vorbeugung, Prophylaxe und Zahnfleischgesundheit. Prävention ist deshalb für mich der rote Faden meiner Pra­xis. Es macht mir viel mehr Spaß, Patienten zu betreuen, die ihrerseits Spaß an ihren Zähnen haben. Eine Voraussetzung dafür sind saubere Zähne. Meine Standardfragen bei jedem Erstkontakt lauten: Sind Sie mit Ihren Zähnen zufrieden? Können Sie alles kauen? Gibt es Speisen, die Sie vermeiden können oder müssen? Sind Sie mit der Zahnfarbe und Zahnstellung zufrieden?


                                                  „Ich möchte meinen Patienten systematisch nahebrin­gen, dass es Spaß macht, gesunde Zähne zu haben – wenn man bereit ist, vorzubeugen."


Also haben Sie sich mit dem Prophylaxezentrum ein Stockwerk über Ihrer Praxis einen Traum erfüllt. Wie kam es dazu?
Dr. Höhne: Ich möchte meinen Patienten systematisch nahebrin­gen, dass es Spaß macht, gesunde Zähne zu haben – wenn man bereit ist, vorzubeugen. Ich habe schon sehr früh in meiner Praxislaufbahn gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen entsprechende Fortbildungen besucht und die Idee eines Prophylaxezentrums entwickelt. Einen wichtigen Impuls gab mir ein Zahnarzt aus dem Ruhr­gebiet. Er berichtete, dass, wenn er morgens in die Praxis kommt, seine fünf ZMPs bereits dabei seien, Prophylaxe zu machen. Mir wurde klar, dass eine ZFA mehr als nur eine „Helferin“ ist, dass sie nach entsprechender Fortbildung viel selbstständiger tätig werden kann. Die Prophylaxe habe ich seitdem fest in mein Praxisprogramm aufgenommen. Es dauerte zwar ein wenig, das Konzept umzusetzen, aber heute sind unsere Patienten durchweg begeistert.

In Ihren GBT Lounges wird nach dem GBT-Protokoll gearbeitet. Warum setzen Sie auf dieses Konzept?
Dr. Höhne: Ein Prophylaxe-Konzept wie GBT, das völlig ohne rotierende Instrumente auskommt, ist für die Prophylaxe perfekt geeignet. Seit diesem Jahr setzen wir nicht nur auf das GBT-Protokoll, sondern arbeiten auch auf den neuen Prophylaxeeinheiten von EMS und sind zudem frisch GBT-zertifiziert. Das Farbkonzept der GBT Lounges haben wir mit unseren Mitarbeiterinnen abgestimmt – es ist natürlich pink geworden. Ich mag es, wenn alles aus einem Guss ist, deswegen sind es zwei identische Prophylaxe-Einheiten geworden, die in fast identischen GBT Lounges stehen.

Eine Prophylaxesitzung läuft bei uns immer nach demselben Schema ab. Damit das so bleibt und wir eine gleichbleibend hohe Qualität bieten können, lassen wir uns regelmäßig nachschulen. Das ganze Team ist an EMS-Geräten ausge­bildet worden, denn damit muss man anders umgehen als mit den Ul­traschallgeräten älterer Gene­rationen. Wir lassen uns von allen Patienten ein Feedback geben und stellen immer den Nutzen der PZR dar. Selbst skeptische Patienten bekommen wir so irgendwann eingefangen. Wenn man etwas an­bietet – und man steht mit dem Herzen dahinter –, dann merkt das auch der Patient.

Wie muss man sich eine GBT-Schulung vorstellen?
Dr. Höhne: Wir haben an unseren GBT-Einheiten eine Schulung durch EMS-Mitarbeiter erhalten. Unter der Aufsicht einer GBT-Instruktorin ha­ben sich alle, die ihre Aus­bil­dung bis dahin abgeschlossen hatten, gegenseitig behandelt. Der Per­spektivwechsel, eine GBT-Behandlung auch mal aus Patientensicht zu erleben, ist sehr wichtig für den Behandelnden.

Heute haben wir drei Mitarbeiterinnen – und zwei Mitarbeiterinnen in Reserve –, die regelmäßig Prophylaxe-Behandlungen durchführen. Alle halten sich immer auf dem aktuellen Stand, denn das GBT- Konzept gibt ja ein klares Muster vor. Alle ZFAs coachen sich außerdem gegenseitig, um auf dem gleichen Level zu bleiben. Zusätzlich lasse ich sie regelmäßig nachschulen, kommende Woche ist es wieder soweit. So halten wir das Qualitätsniveau konstant hoch, um unsere Patienten bestmöglich behandeln und betreuen zu können.

Reihenuntersuchungen für Heimbewohner

Eine Herausforderung ist die zahnmedizinische Betreuung Pflegebedürftiger. Sind Sie in Pflegeeinrichtungen aktiv?
Dr. Höhne: Ja, ich habe Koopera­tionsverträge mit zwei Seniorenheimen. Für mich ist Folgendes entscheidend: Je sauberer und gepflegter die Mundsituation eines Menschen ist, desto angenehmer und leichter ist auch die Pflege. Vorbeugung ist für mich auch hier ein zentraler Punkt. Am besten ver­meidet man, dass überhaupt Schmer­zen auftreten, das erspart den Pflegerinnen in den Einrichtungen wertvolle Zeit. Deshalb führe ich einmal im Jahr eine Reihenuntersuchung für alle Heim­bewohner durch. Ich untersuche dann etwa 80 bis 100 Bewohner:innen und stelle fest, wo Behand­lungs­bedarf besteht, und erstelle für jeden Patienten eine individuelle schriftliche Pflegeanleitung, wie es die KZV vorsieht. Damit kann jeder Patient zur Behandlung entweder in meine Praxis, die Praxis eines Kollegen oder in eine Klinik gehen.

Wie häufig muss Zahnersatz zurückgebaut werden?
Dr. Höhne: Ich kann die Hypothese, Zahnersatz müsse dem Alter angepasst zurückgebaut werden, aus dem Bauch heraus nicht nachvollziehen. Zwar fällt mir jetzt auch ein Patient ein, der Implantate hat und dem ich diese Implantate „zurückbaue“, aber in diesem Fall kann aus Kostengründen kein neuer Zahn­ersatz angefertigt werden. Grundsätzlich versuche ich von vornherein so zu planen, dass der Zahner­satz auch im Alter pflegbar bleibt. Der Trend geht ja ohnehin immer mehr weg von herausnehmbaren Versorgungen zu festen Zähnen. Ziel ist es doch, möglichst vielen Menschen auch im Alter feste Zähne zu bieten oder mit Zahnersatz zu versorgen, der auch ohne Haftcreme hält.

Mundgesundheit nachhaltig verbessern

Bieten Sie selbst entsprechende Schulungen für Pflegekräfte an?
Dr. Höhne: Mein Ziel und auch Ziel meiner Vorträge ist es, erstmal dem Menschen gegenüber Respekt zu erweisen. Denn sollte ich selbst mal einem Pflegeheim untergebracht werden, wünsche ich mir auch, dass mich dort regelmäßig ein Zahnarzt besucht. Es geht darum, schon beim Essen für eine gewisse Lebensqualität zu sorgen. In die Pflege herausnehmbarer Versorgungen muss das Pflegepersonal selbstverständlich richtig eingewiesen werden. Sie müssen wissen, wie Zahnersatz richtig entnommen und wie er korrekt gepflegt wird.

Bis jetzt habe ich noch nicht erlebt, dass jemand damit nicht klarkommt. Wenn diese Unterstützung im Pflegeheim angeboten wird, lässt sich jeder Zahnersatz so pflegen, wie es nötig ist. Meiner Erfahrung nach sind Pflegeeinrichtungen, die einen Kooperationsvertrag mit einer Praxis eingehen, sehr daran interessiert, etwas für ihre Patienten zu tun. Ich weiß von mehreren Heimen, dass es durchaus möglich ist, die Mundgesundheit nachhaltig zu verbessern – schon mit einfachen Mitteln.


                                 „Das Arbeiten vor Ort im Pflegeheim beschränkt sich auf absolute Notfälle, denn ich habe ja ein Aufbereitungsproblem: G­e­rä­te müssen sterilisiert und des­in­fiziert werden, was vor Ort nicht möglich ist."


Was sind die häufigsten Be­handlungen, die Sie in Ihren Kooperationseinrichtungen durchführen?
Dr. Höhne: Das Arbeiten vor Ort im Pflegeheim beschränkt sich auf absolute Notfälle, denn ich habe ja ein Aufbereitungsproblem: G­e­rä­te müssen sterilisiert und des­in­fiziert werden, was vor Ort nicht möglich ist. Behandlungen mit Wasserkühlung finden deshalb überhaupt nicht statt, und auch Ex­traktionen versuche ich weit­gehend zu vermeiden. Je nach­­dem, wie bettlägerig ein Patient ist, muss er notfalls per Krankentransport in eine Klinik gebracht werden. Was man machen kann, ist Pro­the­tik, Abformungen etcetera.

Die Zahnstein-Entfernung ist beispiels­­­wei­se im Heim auch nicht möglich. Diese Patienten lade ich dann in mei­ne Praxis ein. Ab einer be­stimm­ten Pflegestufe ist der Krankentransport kostenfrei und der Patient kann professionell in der Praxis versorgt werden. Ausnah­­me sind liegende Patienten, aber Pa­tienten im Roll- oder Tragstuhl können wir hier behandeln. Ansonsten haben wir ein Netzwerk niedergelassener Kolleg:innen, die diese Leistung „ebenerdig“ an­bieten.

Zwei Tage mit mehreren Mitarbeiterinnen im Heim

Wie organisieren Sie die auf­suchende Betreuung in Ihren Kooperationseinrichtungen?
Dr. Höhne: Ich bin zwei Tage mit mehreren Mitarbeiterinnen im Heim unterwegs. Wir sind ein Team von sechs bis neun Personen, je nachdem, wie viel Aufwand zu erwarten ist. Alleine das Einlesen der Karten dauert ja schon seine Zeit. Anamnesen müssen vor der Behandlung abgeschlossen sein.

Ton in Ton: Die beiden ZFAs Fatos und Semire (rechts) sind glücklich mit „ihrer“ neuen GBT Lounge.

Ton in Ton: Die beiden ZFAs Fatos und Semire (rechts) sind glücklich mit „ihrer“ neuen GBT Lounge.

Das ist sehr personalintensiv. Ist Fachkräftemangel für Sie ein Thema?
Dr. Höhne: Nein, dieses Problem habe ich glücklicherweise nicht. Ich bilde jedes Jahr aus und hatte in meiner Praxislaufbahn bis jetzt 17 Auszubildende, darunter sogar einen männlichen Auszubildenden. Fachkräfte, die man selbst ausbildet, sind die besten Mitar­beiter, entsprechend viele übernehmen wir in unsere Praxis.

In meiner Praxis arbeiten die ZFAs sehr eigenverantwortlich. Eine Kollegin macht Kinderprophylaxe, eine andere kümmert sich um Abformungen bei Patienten, die eine größere Behandlung erwartet. Gerade im Hinblick auf die neuen Parodontitis-Richtlinien gibt es vieles, was meine Mitar­beiterinnen eigenverantwortlich machen können – ergänzend zu meinen Erläuterungen und Behandlungen. Wir haben jeman­den für die Sterilisation, jeman­den an der Anmeldung und meine Frau als Praxismanagerin im Backoffice.
Für jeden Tag gibt es einen Einsatzplan, und jede Mitarbeiterin bleibt in ihrem zugewiesenen Bereich. Das trägt zu einer gewissen Ruhe im täglichen Praxisbetrieb bei, worauf ich großen Wert lege. Wir haben beispielsweise keinen Drucker an der Anmeldung, denn wir wollen unsere Patienten ganz in Ruhe empfangen. Ich habe ein Konzept der Ruhe und der getrennten Arbeitsbereiche, damit das Niveau auf dem Level ist, wie ich es als Patient erwarten würde.

Grundsätzlich möchte ich meine Mitarbeiterinnen nach ihren jeweiligen Stärken einsetzen, ihnen vermitteln, wie verantwortungsvoll und eigenständig ihr Beruf ist. Ein Beruf, der abwechslungsreich ist und Aufstiegschancen bietet, nicht nur, was die Tätigkeit und fachliche Kompetenz an sich angeht, sondern auch in finanziel­ler Hinsicht – übertarifliche Gehälter sind bei uns selbstverständlich. Es zahlt sich nicht nur langfristig, sondern auch kurzfristig aus, motivierte Mitarbeiter:innen zu haben. Wir arbeiten alle so eng zusammen, da muss die Chemie im Team stimmen.