Seniorenzahnmedizin

Mehr als 3.000 Verträge

Zahnärztliche Versorgung in Heimen nimmt weiter zu

Pflegerin und Patient mit Gebiss
proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

Neben dem stationären Sektor sind Zahnärzte auch bei der Betreuung im häuslichen Umfeld aktiv.

3.218 Kooperationsverträge mit Pflegeeinrichtungen, 902.000 Zahnarztbesuche bei Pflegebedürftigen in Heimen oder zu Hause weist die aktuelle Statistik der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) aus. Die Zahnärzteschaft halte ihr Versprechen ein, eine flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung zu gewährleisten, heißt es dazu vonseiten der KZBV. Es werden immer mehr Kooperationsverträge zwischen Zahnärzten und stationären Pflegeeinrichtungen geschlossen. Die Zahl dieser Vereinbarungen stieg zum Stichtag 31. Dezember 2016 bundesweit auf 3.218 – ein Zuwachs von 610 Verträgen im Vergleich zum Jahr 2015.

Zusätzliche Informationsmaßnahmen für Zahnärzte und Heimbetreiber

"Bei derzeit 13.596 Pflegeheimen in Deutschland ergibt das bereits eine Abdeckung von etwa 24 Prozent", sagt Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV.

"Und auch Einrichtungen, die bislang noch keinen Vertrag geschlossen haben, können natürlich durch die vorgesehenen Möglichkeiten der aufsuchenden Betreuung jederzeit eine hochwertige zahnmedizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Die KZBV empfiehlt jedoch den Abschluss eines Vertrags zwischen Heim und Zahnarzt, da die Versorgung dann noch systematischer und nachhaltiger erfolgen kann.“ Eßer hat zusätzliche Informationsmaßnahmen für Heimbetreiber und Zahnärzte angekündigt, um den Bekanntheitsgrad der aufsuchenden Versorgung weiter zu steigern.

Betreuung von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld

Neben dem stationären Sektor in Heimen sind Zahnärzte auch bei der Betreuung von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld aktiv. Seit der Einführung zusätzlicher Leistungen für die aufsuchende Versorgung haben gesetzlich Versicherte einen verbrieften Anspruch auf den Zahnarztbesuch in den eigenen vier Wänden, wenn sie eine Praxis nicht mehr selbst erreichen können. Die Gesamtzahl der Besuche in Heimen und zu Hause stieg im Jahr 2016 auf etwa 902.000 (+ 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das ergibt sich aus Hochrechnungen der ersten drei Abrechnungsquartale 2016. Die meisten Besuche entfielen dabei mit 84,6 Prozent auf Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung (Jahr 2015: 81,9 Prozent).

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